Berglen

Bürgermobil soll  in Berglen Linienbus ergänzen

BürBürgermobil
Rudersberg hat bereits ein Bürgermobil. Archivfoto: Habermann © Gabriel Habermann

Mit einem „Bürgermobil“ will die Gemeinde den Linienbusverkehr ergänzen, Lücken in dessen Fahrplanangebot schließen. Damit sollen Menschen angesprochen werden, die den ÖPNV aufgrund eines Handicaps nicht oder nur mit erheblichem Aufwand nutzen können.

Die Gemeinde hat im vergangenen Jahr abgefragt, ob dafür Bedarf besteht, übers Amtsblatt, die Homepage und in den sozialen Netzwerken. Zunächst gab es bis September nur sehr wenige Rückmeldungen. Daraufhin gab es eine zweite Runde, in der das Thema auch über die Vereine, das Seniorenprogramm und die Bürgerversammlung im November in die Bürgerschaft transportiert wurde, so dass es noch weitere Rückmeldungen gab.

Interesse an Fahrten auch nach Winnenden und Schorndorf

Laut Verwaltung haben 40 Personen an der Umfrage teilgenommen (Durchschnittsalter 57 Jahre). 31 haben demnach Interesse an dem Angebot. Weitere sechs haben zwar kein Interesse, es selbst zu nutzen, sind aber bereit, es ehrenamtlich zu unterstützen. 14 befürworten ein Bürgermobil im Gemeindegebiet, 18 haben Interesse, wenn es auch Ziele außerhalb von Berglen anfährt, vor allem Winnenden und Schorndorf. 20 sagen, sie würden es für Fahrten zum Einkaufen nutzen, 22 für Arztbesuche, Behördengänge und Ähnliches, elf auch für die Anbindung an den ÖPNV. Außerdem kam die Anregung, das Bürgermobil auch zu nutzen, um Schüler und Kinder aus Kitas zu befördern.

Die Mehrheit der Interessierten würde das Angebot an verschiedenen Tagen vormittags nutzen, es gibt aber auch einige, für die es nachmittags infrage käme. Die Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen, dass die Buchung beziehungsweise Anmeldung für eine Fahrt telefonisch erfolgen soll, einige sind für Mailen und ein paar für den Einsatz eines Onlineformulars oder einer App.

25 Personen haben erklärt, sie würden das Projekt unterstützen, etwa die Hälfte haben sich als ehrenamtliche Fahrer angeboten, fünf würden bei der Organisation und dem Betrieb mitwirken, zehn als Sponsor unterstützen.

Zu erwarten, dass Interesse größer wird, wenn es das Angebot gibt

Das Ergebnis zeige, dass es ein „grundsätzliches Interesse“ an dem Angebot gebe, auch wenn bislang nur ein kleiner Anteil der Einwohner ausdrücklich Bedarf angemeldet habe, so Hauptamtsleiterin Regina Ehmann in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates bei der Vorstellung der Zahlen. Sie verwies auf positive Erfahrungen mit einem Bürgermobil in anderen Kommunen und darauf, dass erfahrungsgemäß erst, wenn ein Angebot vorhanden sei, die Nachfrage anziehe. Außerdem könne bei einem Probebetrieb, wenn sich nach einer gewissen Zeit herausstelle, dass der Bedarf (zu) gering ist, das Angebot ja eingestellt werden.

Informationsveranstaltung für alle interessierten Bürger

Die Verwaltung schlägt als nächsten Schritt eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Bürger vor (sobald und sofern es die Corona-Regelungen zulassen), bei der auch bestimmte Fragen geklärt werden sollten. Vor allem, wo das Bürgermobil fahren soll, zu welchen Anlässen (Zwecken), wann, wer der Träger sein soll, wie das Angebot zu finanzieren ist, ob und welche Fördermöglichkeiten es gibt, wie eine Fahrt gebucht werden soll, wer das Bürgermobil fahren soll und nicht zuletzt, welches Fahrzeug eingesetzt werden soll. Ute Aigner, BWV, regte an, dass es bequem sein muss, auch was Ein- und Ausstieg betrifft, für Leute, die nicht so mobil sind. Auch sie gehe davon aus, dass, wenn das Angebot erst mal da ist, sich mehr melden werden, die es nutzen wollen. Die Verwaltung schlägt zu dem Fahrzeug vor, sich Leasingangebote einzuholen.

Eine weitere Möglichkeit, um die Mobilität vor Ort zu stärken, sind, aus Sicht der Verwaltung, sogenannte Mitfahrbänkle, die es ebenfalls andernorts bereits gibt und die rege nachgefragt werden. Die einfache Idee dahinter: Wer aus einem der kleineren Flecken in einen größeren Teilort will, setzt sich auf eine solche, entsprechend beschilderte, Bank und wartet, bis einer der nächsten vorbeikommenden Autofahrer ihn mitnimmt. Das funktioniert natürlich über Freiwilligkeit, die Autofahrer entscheiden selbstverständlich selbst, ob sie jemanden, der auf dem Bänkle sitzt, mitnehmen oder nicht. Das Ganze geht also nur mit gegenseitigem Vertrauen. Die Gemeinde ist bei der Haftung außen vor.

In Oberberken, Buoch und Engelberg gibt es bereits welche

Die Verwaltung wird nun mögliche Standorte prüfen. Die Stadt Schorndorf hat in Oberberken ein solches Mitfahrbänkle aufgestellt, die Gemeinde Remshalden in Buoch und die Gemeinde Winterbach in Engelberg. Regina Ehmann betonte allerdings, dass aufgrund und während der anhaltenden Coronapandemie der Betrieb des Bürgermobils und auch das Aufstellen der Mitfahrbänkle nicht möglich ist beziehungsweise nur schwerlich möglich wäre. Die Verwaltung schlage vor, durch entsprechende Beschlüsse des Gemeinderats aber beides auf den Weg zu bringen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, so dass, wenn die Zeiten wieder andere sind, umgehend mit der Umsetzung begonnen werden kann. Aus dem Gemeinderat gab es dazu keinen Widerspruch.

Mit einem „Bürgermobil“ will die Gemeinde den Linienbusverkehr ergänzen, Lücken in dessen Fahrplanangebot schließen. Damit sollen Menschen angesprochen werden, die den ÖPNV aufgrund eines Handicaps nicht oder nur mit erheblichem Aufwand nutzen können.

Die Gemeinde hat im vergangenen Jahr abgefragt, ob dafür Bedarf besteht, übers Amtsblatt, die Homepage und in den sozialen Netzwerken. Zunächst gab es bis September nur sehr wenige Rückmeldungen. Daraufhin gab es eine zweite Runde, in

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