Berglen

Baumspende in Berglen: 600 neue Bäume auf Kindi-Hoheitsgebiet

1/3
600 neue Bäume
Schnell gießen, bevor die Kanne zu schwer wird. © ALEXANDRA PALMIZI
2/3
600 neue Bäume
Wo bleibt der Wassernachschub? © ALEXANDRA PALMIZI
3/3
600 neue Bäume
Waldkindergartenkinder mit den Erzieherinnen Elvira Kischel (ganz links) und Sandra Rehm (ganz rechts). Im Hintergrund: Revierförster Harald Graß, Jochen Weber, Geschäftsführer Oregon Tool GmbH, Ulrich Häußermann (stellvertretender Forstamtsleiter), BWV-Gemeinderat Jochen Friz, Berglens stellvertretender Bürgermeister, Armin Haller, und Reinhold Sczuka, Bürgermeister in Althütte und SDW-Landesvorstandsmitglied (v. l.). © ALEXANDRA PALMIZI

Während viele andere über das aktuelle Wetter schimpfen, leuchten die Augen von Revierförster Harald Graß, angesprochen auf die Regenfälle in der Region in den vergangenen Tagen und Wochen. Tut der Niederschlag dem Wald gut oder war es möglicherweise sogar für Bäume, Sträucher und Co zu viel? „Der Wald saugt momentan jeden Tropfen auf“, weiß Graß. Vor allem gleichmäßige Regenfälle seien für den Boden ideal. „Über die trockenen letzten Jahre hat sich ein enormes Defizit entwickelt. Die Böden sind bis in die Tiefen ausgetrocknet, wie man es eigentlich gar nicht kennt. Da schlupft das Wasser jetzt schon rein“, erklärt er. Mittlerweile habe man eine gute Durchfeuchtung, etwa einen Meter tief. Das Klima verändere sich, damit auch die Niederschläge „dramatisch“. Der Wechsel zwischen enormer Trockenheit und starken Regenfällen nehme zu. „Damit müssen natürlich auch unsere Bäume zurechtkommen“, hofft Graß.

Wenn Fichten bei einem Sturm umfallen, bleibt die Douglasie stehen

Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, sich nicht auf eine bestimmte Baumart zu fokussieren, sondern hin zu einem Mischwald zu kommen. „Noch macht allerdings die Buche den größten Anteil aus“, sagt Graß. Dies sei nicht optimal, denn Buchen kommen mit der enormen Trockenheit der vergangenen Jahre nicht gut klar. „Hier sind schon einige Bäume am Absterben“, zeigt Graß auf ein meterhohes Exemplar. Mit „hier“ ist das Waldgebiet Sonnenberg bei Hößlinswart gemeint, das zum Gemeindewald Berglen gehört. Dort haben am Donnerstagvormittag Vertreter der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und der Oregon Tool GmbH, unter anderem Sägekettenhersteller mit einem Sitz in Fellbach, 600 junge Bäume, frisch gepflanzt, an die Gemeinde übergeben. Genauer 500 Douglasien, 50 Esskastanien und 50 Elsbeeren. „Unser Ziel ist es, den Mischbaumbestand auf 20 Prozent zu erhöhen, momentan liegen wir bei etwa zehn Prozent“, weiß Harald Graß.

„Man hört öfter, dass die Douglasie einen negativen Touch hat. Das ist für uns aber ganz und gar nicht so. Es ist eine tolle Holz- und Baumart“, meint der Revierförster. Wenn Fichten während eines Sturms umfallen, dann bleibe die Douglasie stehen. „Da gibt es praktisch keine Sturmschäden“, erklärt der Experte. Wer eine dicke Douglasie mit einem Stammdurchmesser von einem Meter schon einmal gesehen habe, der wisse, wovon er spreche.

Kindergartenkinder gießen die frisch gepflanzten Bäumchen

Immer wieder spricht der Revierförster von „Naturverjüngung“. Dies bedeute, dass man mit Samen und Früchten der Altbäume die nächste Waldgeneration züchten wolle. „Das klappt überall dort, wo es ausreichend Nährstoffe und Licht gibt“, erklärt Harald Graß. Genügend Licht bekommen die 600 frisch gepflanzten Bäume, ganz in der Nähe vom Waldkindergarten. Sehr zur Freude der Kindergartenkinder, die diese direkt gießen dürfen. In Zweierteams suchen sie sich jeweils ein Bäumchen aus. Kaum angefangen mit dem Gießen, ist die Kanne auch schon wieder leer. „Jetzt hol’ ich aber das Wasser“, ruft ein Mädchen der Gießpartnerin entgegen. Ein Junge gibt ihr beim Füllen einen wichtigen Tipp. „Achtung, das ist voll schwer. Ich hab’ meine Kanne ganz vollgemacht“, erzählt er stolz, hat mit dem Gewicht aber sichtlich zu kämpfen.

Die Erzieherinnen Elvira Kischel und Sandra Rehm begutachten das muntere Treiben der Kindergartenkinder und unterstützen, wo sie können. „Wir sehen hier immer wieder Rehe, ab und an auch Wildschweine. Wegen der Rehe ist es aber gut, dass die jungen Bäume einen Schutz um sich herum haben“, spricht Elvira Kischel die grünlichen Baumverkleidungen an.

Den Berglener Waldkindergarten gibt es inzwischen seit über 25 Jahren, womit er der älteste in Süddeutschland sei, wie der stellvertretende Bürgermeister Armin Haller anmerkt. Auch die Corona-Pandemie konnte dem Kindergarten nichts anhaben. Ganz im Gegenteil. „Dadurch, dass wir draußen sind, haben wir ja immer viel Abstand untereinander“, sagt Erzieherin Elvira Kischel. Auch Bakterien und Viren können sich nicht so gut verteilen, wie etwa auf gemeinsam genutzten Spielsachen. „Schließen mussten wir im Lockdown allerdings trotzdem“, merkt sie an. Umso besser, dass die Kinder jetzt wieder da sind und sich um die Bäume kümmern.

Während viele andere über das aktuelle Wetter schimpfen, leuchten die Augen von Revierförster Harald Graß, angesprochen auf die Regenfälle in der Region in den vergangenen Tagen und Wochen. Tut der Niederschlag dem Wald gut oder war es möglicherweise sogar für Bäume, Sträucher und Co zu viel? „Der Wald saugt momentan jeden Tropfen auf“, weiß Graß. Vor allem gleichmäßige Regenfälle seien für den Boden ideal. „Über die trockenen letzten Jahre hat sich ein enormes Defizit entwickelt. Die Böden

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper