Berglen

Berglen: Baustelle in der Ortsdurchfahrt Lehnenberg - Umleitung bis Anfang Juni

Kanal Lehenberg
Wöchentlicher Jour fixe: Planer Dr. Ferdinand Beck, Jürgen Hillmann, Bauleiter Robert Zepf, Bauamtsleiter Reiner Rabenstein (v.l.). © Gabriel Habermann

Die Fahrt endet am Friedhof, allerdings freiwillig, denn dass die Ortsdurchfahrt in Lehnenberg derzeit gesperrt ist, ist hinlänglich bekannt, zumal auch rechtzeitig an Abzweigungen darauf hingewiesen wird, dass es nicht weitergeht, zum Beispiel an der Landesstraße Richtung Erlenhof und auch noch mal im Spatzenhof am Abzweig Richtung Lehnenberg.

Keine Frage, dass die weiträumige und wochenlange Umleitung – und das sind Umleitungen in Berglen bei den Übergängen ins Rems- oder Wieslauftal immer – bei den Autofahrern keine Begeisterung auslöst. Für die Lehnenberger selbst dürfte sie weniger schlimm sein, denn der eigentlich gesperrte Streckenabschnitt ist kurz, man kommt also von beiden Seiten nahe ran. Und zu Fuß, wer’s kann, ist es „auf die andere Seite rüber“ damit nicht weit.

Für Robert Zepf, zuständiger Bauleiter der Firma Zehnder, ist die Sache beim wöchentlichen Jour fixe, bei dem ausnahmsweise die Lokalzeitung dabei ist, klar: Dass die Arbeiten unter Vollsperrung des Verkehrs stattfinden, sei völlig richtig. Bei der Alternative, also Halbsperrung, bei der Ampeln dafür sorgen, dass der Verkehr abwechselnd an der Baustelle vorbeifährt, hätte die Maßnahme viel länger gedauert, ganz zu schweigen von der Sicherheit für seine Kolonne dort und davon dass das Ganze dadurch deutlich teurer kommen würde. Angesichts der geringen Straßenbreite hätte es kaum genug Platz gegeben, für die Männer, die Maschinen, die Fahrzeuge und das Material.

Manche versuchen trotzdem, sich „durchzudrücken“

Auch wenn es durchaus nicht zum Lachen ist, auch nicht für ihn, Zepf muss trotzdem schmunzeln: Vollsperrung hin oder her, es versuchten trotzdem immer wieder welche „sich durchzudrücken“, etwa mit der Erklärung „I muss bloß g’schwend zur Post“. Nicht nur amüsant, sondern skurril wird es, so schon ein paarmal geschehen, berichtet Zepf weiter, wenn ältere Autofahrer sich „verfahren“ und „plötzlich“ an der Absperrung stehen und nicht mehr weiterwissen, es in ihrer Panik nicht hinkriegen, auf dem engen Raum zu wenden, und Bauarbeiter sich ihrer erbarmen, ihnen den Gefallen tun, den Wagen zu drehen, obwohl diese eigentlich genug anderes zu tun haben.

Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Gemeindeverwaltung, sind Bauamtsleiter Reiner Rabenstein und sein Mitarbeiter Jürgen Hillmann froh, dass die Firma Zehnder aus Rudersberg den Zuschlag für den Auftrag bekommen hat. Die hat in Berglen schon mehrfach gezeigt, dass sie „es mit den Leuten“ kann, vor allem mit Anwohnern, die unter Lärm- und sonstigen Beeinträchtigungen während der Bauzeit leiden, gut zurechtkommen und andererseits Bauzeitenpläne einhalten kann.

 Aber noch mal zurück zum Friedhof in Lehnenberg, er ist es wert, beziehungsweise der Blick morgens Richtung Gegenhang und Steinach, wenn an einem strahlenden Frühsommertag aufsteigender Dunst halb im Buchenbachtal hängt. Schöner geht’s kaum, allenfalls vielleicht ein paar Meter höher, von der Anhöhe beim Reichenbacher Friedhof übers ganze vordere Bachtal hinweg.

Undichte Schächte werden ersetzt

Als der für die Maßnahme zuständige Planer Dr. Ferdinand Beck aussteigt und genau in dem Moment ein Hahn kräht, hat er aber ganz anderes „im Sinn“, bei ihm spricht nämlich die Nase an: „Hier riecht’s noch nach Inlinern“, mit denen Kanäle von innen saniert werden, ohne dass mit viel Aufwand auf-, die Rohre ausgegraben werden müssen. Riechen tut dabei das verwendete Kunstharz, mit dem die Kunststoffschläuche getränkt sind, die in die defekten Kanalrohre eingebracht werden und dort innerhalb von Stunden aushärten.

Im Zuge der Kanalsanierung wird auch das Problem Fremdwasser angegangen, sprich es soll soweit möglich beseitigt werden. Quellwasser, das früher über den Bach ablief, läuft seit dem Ausbau der Straße die stark abfallende Straße runter und auch drüber, gelangt zum einen über Einläufe an ihr in den Kanal und wird von dort zur Kläranlage geleitet, belastet diese, unnötig, weil es eigentlich nicht gereinigt werden muss. Zum andern ist dieses Wasser auf der Straße wegen der Glättegefahr bei Frost im Winter gefährlich, vor allem im Kurvenbereich beim Friedhof.

Undichte Schächte werden ersetzt, der frühere, natürliche Abfluss des Wassers wiederhergestellt, deshalb wird bis etwa viereinhalb Meter Tiefe abgegraben, eine Dränage parallel zum Kanal verlegt, Kanalabschnitte durch Inlinertechnik saniert, die Straßeneinläufe erneuert und wieder angeschlossen. Das Schichtwasser im Hang ist bislang, seit der Stilllegung der Fassung, unkontrolliert abgeflossen, hat nach oben gedrückt und dabei Kanal und Straßenbelag beschädigt. Es wird „abgefangen“ und über ein Bächle dem Buchenbach im Tal zugeleitet. Natürlich wird anschließend der Straßenbelag „wiederhergestellt“. Wobei Zehnder für die Tiefbau- und Straßenbelagsarbeiten zuständig ist, für die Inliner-Kanalsanierung eine Spezialfirma.

Gleich danach ist die Straße nach Buoch an der Reihe

Der Zeitrahmen ist eng. Die Arbeiten sollen Anfang Juni abgeschlossen sein. Danach ist nämlich die Straße nach Buoch an der Reihe. Wenn die gesperrt wird, wird die Lehnenberger Ortsdurchfahrt ein Teil der Umleitung. Man sei im Zeitplan, toi, toi, toi, versichern Rabenstein, Zepf und Beck. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass man vor Überraschung im Untergrund nie gefeit sei, es in Hanglagen zu Nachrutschen kommen könne nach starken Unwettern. Beck betont: „Das hier ist keine Maßnahme von der Stange, anspruchsvoller etwa als die Erschließung eines Gewerbegebiets.“

Die Fahrt endet am Friedhof, allerdings freiwillig, denn dass die Ortsdurchfahrt in Lehnenberg derzeit gesperrt ist, ist hinlänglich bekannt, zumal auch rechtzeitig an Abzweigungen darauf hingewiesen wird, dass es nicht weitergeht, zum Beispiel an der Landesstraße Richtung Erlenhof und auch noch mal im Spatzenhof am Abzweig Richtung Lehnenberg.

Keine Frage, dass die weiträumige und wochenlange Umleitung – und das sind Umleitungen in Berglen bei den Übergängen ins Rems- oder

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