Berglen

Berglen: Mehr Stellplätze am Brunnenplatz in der Ortsmitte von Oppelsbohm

Brunnenplatz
Hier sollen acht zusätzliche Stellplätze entstehen, aber die Autos dann im hinteren Bereich, weg von der Straße, stehen. © Gabriel Habermann

Der Brunnenplatz an der J.S.-Bach-Straße in Oppelsbohm wird so umgebaut, dass an ihm zusätzliche öffentliche Parkplätze entstehen. Überlegungen, wie das erfolgen wird, gibt es bei der Gemeinde seit längerem, zweimal wurde das im Bau- und Umweltausschuss beraten, und das Gremium war auch vor Ort, um sich direkt ein Bild zu machen, wobei der Weg dorthin vom Rathaus durchaus zu Fuß machbar ist, die Ortsbesichtigung also kein größerer Aufwand. Das Problem, wenn man so will, war etwas anderes. Die Bürgervertreter regten entgegen der Vorplanung von Landschaftsarchitekt Wolfgang Blank nämlich an, den bestehenden Brunnen nach hinten zu versetzen und den Platz davor zur Straße hin anzulegen. Auch hier steckt aber der Teufel im Detail. Ein Problem wäre in diesem Fall der sehr flache Verlauf der Brunnenleitung. Das andere, dass der Brunnen direkt vor einem privaten Garten läge, und weil der ja auch Aufenthaltsqualität und eine Spielmöglichkeit für Kinder bieten soll, wäre wohl Ärger mit den Nachbarn zu erwarten.

Der Brunnen wird nach vorne verlegt, zur Straße hin

Blank hat auf die Anregungen hin gleichwohl umgeplant, sie zumindest ein Stück weit eingearbeitet. Der Brunnen wird zwar wie vorgesehen zur Straße hin und die Parkplätze werden nach hinten verlegt. Nun ist allerdings eine relativ große Grünfläche mit einem Pflanzbeet, einer Hecke und einem Baum samt Sitzgelegenheit zum Brunnenplatz direkt an der Straße vorgesehen, als schützende Barriere, so dass der Nachwuchs nicht direkt vom Platz auf die vielbefahrene Durchgangsstraße rausrennen kann. Der angrenzende beziehungsweise bislang vorbeiführende Gehweg wird so verlegt, dass er keilförmig in den Platz hineinläuft und im anschließenden Bereich an der Straße natürlich weitergeführt wird. Statt des vorgesehenen Wasserbeckens wird es einen fast ebenerdigen Quellstein geben, entweder aus Naturstein oder Beton, und mit einer geringen, wenige Zentimeter betragenden Vertiefung in der Mitte, ganz ähnlich wie bei dem neuen Platz gegenüber dem Rathaus, so dass die Brunnenfläche begehbar ist. Auch das eine Änderung aus Sicherheitsgründen, die spielende Kinder vor Gefahren schützen soll. Damit ein dauernder Nachschub an Wasser gesichert ist, wird es zunächst in einer Zisterne gesammelt und über eine Pumpe weiterbefördert, über einen Abfluss wird es hinterher zum Bach geführt.

Zum Zeitplan verweist Bauamtsleiter Reiner Rabenstein auf Nachfrage auf die Vorbereitung der Ausschreibung der Arbeiten nun, deren Vergabe voraussichtlich im Mai und auf die vorgesehene Fertigstellung im Herbst. Zur Länge des Verfahrens darauf, dass die Gemeinde erst die Bewilligung der beantragten Fördermittel abgewartet habe, außerdem sei die Baugenehmigung erst im Dezember erteilt worden. Die Gemeinde bekommt eine Förderung in Höhe von 93 000 Euro vom Land. Blank geht von Gesamtkosten in Höhe von rund 280 000 Euro aus. Darin enthalten sind auch Leerrohre und ihr Einbau für E-Mobilität, so dass, wenn später dort E-Fahrzeuge aufgetankt werden sollen, nicht wieder der Platz dafür aufgerissen werden muss. Zudem ist am Rand der Hecke eine E-Ladesäule mit zwei Tankpunkten vorgesehen.

Bürgermeister: Autofahrer, Radler und Fußgänger gleichwertig behandeln

Die Planung sieht acht zusätzliche Stellplätze vor. Auf weitere Parkmöglichkeiten haben vor allem benachbarte Gewerbebetriebe gedrängt, aber auch die Gemeinde spricht von einer „akuten Stellplatzproblematik“ in der Ortsmitte von Oppelsbohm. Dies sieht die SPD allerdings anders. Ihr hält Bürgermeister Holger Niederberger entgegen, dass alle Arten des Verkehrs, sprich Autofahrer, Fußgänger, Radler, als gleichwertig anzusehen seien. Es brauche dort mehr Parkplätze, außerdem würden die Stellplätze insgesamt praktischer angeordnet als bislang. Zur Kritik, dass dafür zwei Bäume gefällt werden, verweist er darauf, dass drei neue gesetzt werden. Der Platz werde durch die Umgestaltung aufgewertet, eine höhere Aufenthaltsqualität bekommen, ist er sicher.

SPD verweist auf die neuen Stellplätze in der Nähe am Schumannweg

Die SPD-Fraktionssprecherin Susanne Reichart hielt dem in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, als die neue Planung vorgestellt wurde, entgegen, dass es doch bereits neu geschaffene Parkplätze in der Nähe gebe, am Schumannweg. Es gebe auch ausreichend Parkplätze an der Zeller- beziehungsweise an der Linckestraße, die nur wenige Gehminuten entfernt seien, sich zwar nicht für einen kurzen Stopp in der Ortsmitte anböten, aber bei einem längeren Aufenthalt dort. Die Entfernung sei zumutbar, erst recht, wenn man es mit der Situation in Schorndorf oder Winnenden vergleiche, den Entfernungen dort von Parkmöglichkeiten zu den Geschäften in den Fußgängerzonen. Es gebe außerdem Möglichkeiten, die Nutzung bestehender Parkplätze zu optimieren, zum Beispiel durch eine Beschränkung der Parkdauer auch für die Stellplätze unterhalb des Rathauses (wohl die in der Schützgasse), das verhindere Dauerparken. Auch durch Markierungslinien für besseres Einparken oder Hinweisschilder auf weitere Stellplätze, etwa am Schumannweg, seien ganz einfach weitere Stellplätze zu erreichen.

 Dem Versprechen einer höheren Aufenthaltsqualität des Brunnenplatzes durch die Umgestaltung hält die SPD entgegen, dass der bestehende Zustand, mit dem Abstand zur Straße, die rückwärtige und tiefere Lage, vor allem Kleinkinder vor dem Verkehr schütze. Nach der Verlegung zur Straße hin werde die Lärmbeeinträchtigung von dort höher sein. Aus Sicht der SPD könne das Geld – sowohl das der Gemeinde als auch das des Landes, beides Steuermittel – unter dem Motto „klimafreundliche Mobilitätswende“ besser für die Stärkung des ÖPNV oder für einen „Bürgerbus“ verwendet werden. Susanne Reichart stellte auch noch einen Vergleich an: Die Größenordnung der Investition liege etwa im Bereich der Mehreinnahmen für ein Jahr aus der Erhöhung der Gewerbesteuer, das sei aus Sicht der SPD zu viel. Die denn auch mit „Nein“ stimmte, als es um den Baubeschluss ging. Was aber nichts daran änderte, dass der mit großer Mehrheit mit den Stimmen der anderen beiden Fraktionen gefasst wurde.

Der Brunnenplatz an der J.S.-Bach-Straße in Oppelsbohm wird so umgebaut, dass an ihm zusätzliche öffentliche Parkplätze entstehen. Überlegungen, wie das erfolgen wird, gibt es bei der Gemeinde seit längerem, zweimal wurde das im Bau- und Umweltausschuss beraten, und das Gremium war auch vor Ort, um sich direkt ein Bild zu machen, wobei der Weg dorthin vom Rathaus durchaus zu Fuß machbar ist, die Ortsbesichtigung also kein größerer Aufwand. Das Problem, wenn man so will, war etwas anderes.

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