Berglen

Berglener Familie Nachtrieb klagt: Abartige Abfall-Ablagen in schöner Landschaft

Müllwerfer
Eigentlich ein Idyll: Volkhardsmühle in Berglen. © Gabriel Habermann

Was für ein Idyll! Die Volkhardtsmühle an der Straße von Oppelsbohm nach Erlenhof ist ein schmuckes altes Fachwerkhaus, das leuchtend hell saniert wurde und in den Feldern der Buchenbachaue unterhalb von Bretzenacker liegt. Da könnte man bestimmt naturnah wohnen, es wäre ein Domizil, wie es im Landlust-Magazin nicht genussvoller beschrieben werden könnte. Denkt man, wenn man als Kleinstädter schnell mit dem Auto vorbeihuscht.

Kaffeefilter, Tabletten-Blister ...

Aber wenn man mal redet mit den Leuten, die dort wohnen, nicht in der Mühle selbst, sondern im Haus dahinter, kommt man auf andere Gedanken. Hans Nachtrieb lebt dort von Kindesbeinen an. Seine Frau Slavi und er mögen diesen Flecken Erde, pflegen Garten und Felder, gehen spazieren auf den Feldwegen und genießen Landschaft und Natur. Aber fast bei jedem Spaziergang stoßen sie auf abartige Abfall-Ablagen, die man als Außenstehender nicht glauben würde, hätten sie kein Foto geschickt von dem Dreck. Kaffeefilter, Coladosen, ausgedrückte Tabletten-Blister, gefüllte und leere Hundekottüten, aufgeweichte Bierdeckel – viel Zeug, was eigentlich nur aus einem ganz normalen Haushaltsabfalleimer stammen kann. Manchmal kommen noch Partyabfälle hinzu. Hans Nachtrieb las neulich fünf kleine leere Sektflaschen der Marke Freixenet auf. Einfach ins Grüne geschmissen, zum Glück noch nicht gesplittert.

Autos aus Ludwigsburg

Abfallwegwerfen ist immer unverständlich. Aber was bewegt eigentlich Leute dazu, einen schönen Flecken zu versauen? Slavi Nachtrieb ahnt nur, wie es funktioniert: Etwa 30 Meter nach der Volkhardtsmühle ist ein Parkplatz, den sie den „Hundeparkplatz“ nennt, weil dort viele Leute parken, um ihren Hund in der freien Landschaft auszuführen. Die meisten sind dabei umsichtig, nehmen ihre Hundekotbeutel mit und werfen nichts weg. Aber halt nicht alle. Seltsam ist auch, woher die Leute kommen: „Da sind immer wieder Ludwigsburger Autonummern dabei“, sagt sie.

Machen kann sie nichts, außer, dass sie regelmäßig den Dreck wegräumt, damit es schöner ist am Flecken und damit die schlechten Gewohnheiten nicht überhandnehmen. In der Natur zu wohnen, ist ein Genuss, aber auch eine ständige Belastung mit angeschleppten Abfällen von unnatürlicher Herkunft.

Was für ein Idyll! Die Volkhardtsmühle an der Straße von Oppelsbohm nach Erlenhof ist ein schmuckes altes Fachwerkhaus, das leuchtend hell saniert wurde und in den Feldern der Buchenbachaue unterhalb von Bretzenacker liegt. Da könnte man bestimmt naturnah wohnen, es wäre ein Domizil, wie es im Landlust-Magazin nicht genussvoller beschrieben werden könnte. Denkt man, wenn man als Kleinstädter schnell mit dem Auto vorbeihuscht.

Kaffeefilter, Tabletten-Blister ...

Aber wenn man

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