Berglen

Der Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens verzögert sich um ein Jahr

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Der Weg aus Öschelbronn heraus wurde neu angelegt. Er führt zum neuen Weg entlang der Kreisstraße nach Rettersburg. Landwirte und Radfahrer kommen also direkt auf diesen, müssen nicht zunächst erst quer durch den Ort weiterfahren, sondern können unmittelbar beim Rathaus in der Ortsmitte auf den Weg einbiegen. © landratsamt

Auf das eine Jahr wird es auch nicht mehr ankommen. Das Flurbereinigungsverfahren im nördlichen Berglen, im Raum Rettersburg-Öschelbronn, wird länger dauern. Fast 20 Jahre ist es her, dass das Verfahren angeordnet wurde, dann kam der Weiterbau der B 14 und das Verfahren dort dazwischen. Nachdem 2010 die Wertermittlung für die betreffenden Grundstücke stattgefunden hatte und 2015 der Wege- und Gewässerplan genehmigt worden war, wurde es 2017 ernst, mit dem ersten Bauabschnitt, dem ab Anfang 2019 der zweite folgte. Auch der ist mittlerweile abgeschlossen, nun soll der dritte und letzte folgen.

In drei Jahren sollen die Grundstücke, die neu zugeteilt oder zusammengelegt werden, aufgemessen werden. Das ebenfalls neue Wegenetz ist dabei sozusagen das Skelett, an dem die Stückle „aufgehängt“ werden. 2024 ist der sogenannte „Wunschtermin“ geplant, bei dem die Flurbereinigungsbehörde mit jedem Teilnehmer bespricht, wie sein Grundbesitz zweckmäßig neu eingeteilt werden kann. Grundsätzlich hat jeder Teilnehmer Anspruch darauf, Land gegen Land wertgleich einzutauschen. Doch auch finanzielle Abfindung ist möglich. 2026 schließlich soll die sogenannte Besitzeinweisung erfolgen.

Was das Verfahren auch nicht gerade beschleunigt hat, war, dass es im Zuge der ersten beiden Bauabschnitte Änderungswünsche von Seiten der betreffenden Landwirte gab. Vor rund drei Jahren wurden diese bei einer Versammlung zusammengetragen und im Anschluss mit dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft ausgewertet. Wobei Claudia Kallning, die Fachbereichsleiterin im Landratsamt, allerdings betont, dass das eine Jahr Verzögerung aus anderem herrührt, nämlich der „Pause“ während des Ausbaus der Kreisstraße zwischen Rettersburg und Öschelbronn samt parallelem Wirtschafts- und Radweg. Während dem die Flurbereinigung aber keineswegs tatenlos war, sondern sie sorgte für den erforderlichen Grunderwerb für den Weg durch die Teilnehmergemeinschaft, der Landkreis finanzierte ihn.

Neuer Fußweg bei Oppelsbohm

Nun werden also sozusagen auf den letzten Drücker auch noch drei Hauptwirtschaftswege modernisiert, und es wird ein neuer Fußweg angelegt. Diese Wege sind aus Sicht der Landwirte bislang zu schmal, sie sind in schlechtem Zustand und sie haben einen schlechten Unterbau. Einer führt vom östlichen Rand von Öschelbronn beginnend an der Ginsterstraße vorbei am Trauplatz zum Fronwiesenbach, einer vom westlichen Rand von Rettersburg beginnend bei der Straße Im Öderich hoch bis zur Gemarkungsgrenze zu Winnenden. An diesen wird sich der neue Fußweg anschließen. Der dritte Weg führt vom westlichen Rand von Oppelsbohm nahe dem Ortsausgang Richtung Rettersburg von der J.-S.-Bach-Straße bis zum Gemeindewald. Insgesamt werden dabei rund drei Kilometer neu asphaltiert.

Durch die Änderungen und Erweiterungen, die zusätzlichen Investitionen in den Wegebau, erhöhen sich die Kosten um rund 1,4 Millionen auf rund 5,9 Millionen Euro. Der Anteil der Zuschüsse von Bund und Land steigt dabei um 1,3 Millionen auf knapp 3,9 Millionen Euro. Die Beiträge der Teilnehmer (bereits erhoben) betragen insgesamt eine Viertelmillion. Sie sollen und werden nicht steigen. Dafür übernimmt die Gemeinde, um die Teilnehmerbeiträge in Grenzen zu halten, statt der bisher als Obergrenze gedeckelten 350 000 Euro nun 550 000 Euro, gibt also noch mal 200 000 Euro dazu. Dieser Erhöhung hat der Gemeinderat auf Vorschlag der Flurbereinigungsbehörde und der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Dazu kommen noch Beiträge Dritter in Höhe von 100 000 Euro.

Fast 20 Kilometer neue Wege

Ziel der Flurbereinigung ist eine bessere Erschließung und damit leichtere Bewirtschaftung der Grundstücke. Das Wegenetz soll „praktischer“ werden, ausgedünnt, aber auf der anderen Seite auch ergänzt werden. Die neuen Wege sollen an „Raumkanten“ entstehen, Ackerschläge möglichst mit einem befestigten Weg erschlossen, Hauptwirtschafts- und Verbindungswege modernisiert, untergeordnete Erschließungswege als Erdwege hergestellt, bislang schlecht erschlossene Streuobstwiesen überwiegend durch Schotter- und Erdwege (mit verringerter Breite) erreichbar werden. Zu den fast insgesamt 50 Kilometern bestehende Wegstrecke kommen durch das Verfahren fast 20 Kilometer neu hinzu (davon rund die Hälfte als Grünweg).

Aber auch die Umgestaltung der Ortsmitte von Öschelbronn, mit der Modernisierung der Straßen dort und der Aufwertung des Platzes vor dem alten Rathaus, war Teil des Verfahrens, finanziert über Zuschüsse und durch die Gemeinde. Es gab verschiedene Bodenverbesserungen, zum Beispiel in Gewannen entlang der Landesstraße Richtung Rettichkreisel oder oberhalb des Ortsausgangs von Rettersburg. Der Anschluss des neuen Wegs von Rettersburg nach Öschelbronn über den rückwärtigen Bereich der Ortsmitte, so dass Landwirte und Radfahrer nicht mehr durch den ganzen Ort fahren müssen, war ebenfalls eine Maßnahme der Flurneuordnung.

Auf das eine Jahr wird es auch nicht mehr ankommen. Das Flurbereinigungsverfahren im nördlichen Berglen, im Raum Rettersburg-Öschelbronn, wird länger dauern. Fast 20 Jahre ist es her, dass das Verfahren angeordnet wurde, dann kam der Weiterbau der B 14 und das Verfahren dort dazwischen. Nachdem 2010 die Wertermittlung für die betreffenden Grundstücke stattgefunden hatte und 2015 der Wege- und Gewässerplan genehmigt worden war, wurde es 2017 ernst, mit dem ersten Bauabschnitt, dem ab Anfang

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