Berglen

Erst Schläge, dann Diebstahl - Geburtstagsparty in Remshalden eskaliert

Musikbox
Der Angeklagte hat eine Musikbox auf einer Geburtstagsparty entwendet. © Pixabay/annekroiss

Geburtstagsparty auf dem Skatepark in Remshalden: Zwei Gruppen feiern dort gleichzeitig und können sich nicht auf eine Musikrichtung einigen. Die Stimmung schaukelt sich hoch, es gibt eine Schlägerei. Am Ende fehlt eine Musikbox.

Dass der Remshaldener Skatepark eine gute Wahl ist, um dort mit dem Geburtstagskind Party zu feiern, davon war der 19-jährige Angeklagte aus den Berglen auch noch bei der Jugendgerichtsverhandlung überzeugt. Dort sei man ungestört und belästige auch keine unmittelbare Nachbarschaft, erklärte er Richter Armin Blattner.

Musikbox nach Schlägerei mit nachhause genommen

Dumm gelaufen sei allerdings, dass an einem Tag im April dieses Jahres, am gleichen Ort zur gleichen Zeit eine andere Geburtstagsgesellschaft festete. Jede der Gruppen hatte ihre eigene Musikbox dabei und versuchte, die andere zu übertönen und ihr ihren Sound aufzuzwingen.

Man habe sich nicht einigen könnten, berichtete der junge Mann, stattdessen sei die Situation eskaliert. Die Stimmung habe sich immer mehr hochgeschaukelt, das Geburtstagskind der anderen Gruppe sei aggressiv geworden. Da habe er die Box der anderen Gruppe zunächst versteckt, und dann, als es zur Schlägerei kam, unter den Arm geklemmt und zu sich mit heim genommen. Am nächsten Tag hat er die Box an jemand anderen weitergegeben.

Eine Zeugin hat den Angeklagten beim Diebstahl beobachtet

Die Mitnahme der Box war allerdings nicht unbemerkt geblieben. Eine Bekannte des Angeklagten, die Gast auf der Party der anderen Gruppe gewesen war, hatte diesen beobachtet und erkannt. Sie informierte das Geburtstagskind und dessen Schwester, die wiederum zeigten den Berglener an.

Danach setzte sich die Schwester mit dem Täter in Verbindung und forderte ihn auf, die Box zurückzugeben. Dann werde man seinerseits auch die Anzeige zurücknehmen. Der Angeklagte bestritt zunächst, die Box überhaupt mitgenommen zu haben und sie zu besitzen. Schließlich erklärte er sich aber doch bereit, sie wieder herbeizuschaffen und dem rechtmäßigen Besitzer auszuhändigen.

Musikbox im Wert von 200 Euro wieder aufgetaucht

Anders als in schlechten Kriminalfilmserien und Hollywoodimporten ist es im wirklichen Leben hierzulande nicht möglich, die Mühlen der Justiz zu stoppen, wenn sie erst einmal in Bewegung geraten sind.

Es sei gut, dass die Box im Wert von 200 Euro wieder da sei, kommentierte der Richter das Tatgeschehen, aber mitnehmen hätte sie der junge Mann trotzdem nicht dürfen.

Es sei nicht die schwerwiegendste Tat, die bisher vor dem Waiblinger Jugendgericht verhandelt worden war, konstatierte auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft, „aber Diebstahl bleibt Diebstahl, und der wird auch nicht durch die Rückgabe der Beute aufgehoben“, bei der es sich zugegebenermaßen um „keine Sache von besonders hohem Wert gehandelt habe. Zugunsten des Angeklagten könne man sich vielleicht darauf einigen, dass er sich die Musikbox ohne Zustimmung des Eigentümers „langfristig ausgeliehen“ habe.

Angeklagter ist kein Unbekannter für die Jugendgerichtshilfe

Für Sabine Gerner von der Jugendgerichtshilfe war der Angeklagte kein Unbekannter. Nachdem er in frühen Jahren bereits ein recht umfangreiches Strafregister zusammengetragen habe, „ein Lebenslauf mit Schlenkern“, so ihre Beschreibung, sei er mittlerweile auf einem guten Weg.

Mit seiner ruhigen, besonnenen Art habe er bei ihr einen guten Eindruck hinterlassen. Er habe im vergangenen September eine Berufsausbildung begonnen, die ihm Freude bereite, und sich Ziele fürs Leben vorgenommen, die er zielstrebig verfolge. Mit Richter und Staatsanwalt war sie sich einig, dass es sich im vorliegenden Fall um eine „jugendtypische Straftat“ handle, die auch im Rahmen des Jugendstrafrechts sanktioniert werden müsse.

Das Urteil - 200 Euro Geldbuße, zahlbar an die Diakonie Stetten - wurde mit Zustimmung aller Beteiligten sofort rechtskräftig.

Geburtstagsparty auf dem Skatepark in Remshalden: Zwei Gruppen feiern dort gleichzeitig und können sich nicht auf eine Musikrichtung einigen. Die Stimmung schaukelt sich hoch, es gibt eine Schlägerei. Am Ende fehlt eine Musikbox.

Dass der Remshaldener Skatepark eine gute Wahl ist, um dort mit dem Geburtstagskind Party zu feiern, davon war der 19-jährige Angeklagte aus den Berglen auch noch bei der Jugendgerichtsverhandlung überzeugt. Dort sei man ungestört und belästige auch keine

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