Berglen

Idyllische Straße kommt nach Berglen

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Wegweiser mit Logo: Damit die Ausflügler noch leichter in den Schwäbischen Wald finden. (Montage) © Ramona Adolf

Berglen. Die „Idyllische Straße“ gibt es im kommenden Jahr seit einem halben Jahrhundert. Die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald lässt sich dieses Jubiläum natürlich nicht entgehen. Die Route soll erweitert werden. Einer der Neulinge wird das jüngste Mitglied im touristischen Verbund sein: Berglen.

Noch steht der Verlauf der Berglenschleife nicht endgültig fest. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass sie, von Rudersberg her kommend, bei Asperglen einschwenkt, nach Krehwinkel über den Hügel klettert, runterführt nach Oppelsbohm, nach Rettersburg abbiegt und wieder hoch Richtung Norden über Öschelbronn und Stöckenhof Berglen gen Rettich-Kreisel verlässt.

Kein zusätzlicher Verkehr

Federführend ist das Landratsamt. Es gab vor einigen Jahren Routenempfehlungen des damaligen Landrats, eines bekennenden Bikers, für Motorradfahrer, landschaftlich besonders reizvolle Strecken zwischen Rems und Murr. Berglen durfte da nicht fehlen, allerdings ohne vorherige Anwohnerbefragung dazu. Die Idyllische Straße ist Tourismusmarketing. Bürgermeister Maximilian Friedrich betonte bei der Vorstellung der Erweiterungspläne im Gemeinderat allerdings, dass durch die Einbeziehung kein zusätzlicher Verkehr zu erwarten sei, weil Berglen schon bisher am Anfahrtsweg aus dem Raum Stuttgart liegt.

E-Ladestationen werden angeboten

Die Idyllische Straße soll nicht nur erweitert, sondern auch aufgewertet werden, mit E-Mobilität. Damit ist nicht gemeint, dass künftig nur elektrobetriebene Fahrzeuge dort unterwegs sein dürfen, oder dass die FWG diese kostenlos für umweltschonende Ausflüge zur Verfügung stellt, sondern dass sie, wenn sie schon den hügeligen Schwäbischen Wald aufsuchen, nicht unterwegs mangels „Sprit“ liegen bleiben sollen. Es werden also E-Ladestandorte angeboten, auch in Berglen einer, so der Vorschlag der Gemeindeverwaltung.

Keine fünfstelligen Zahlen

Sie verweist darauf, dass die Förderhöhe voraussichtlich zwischen 40 und 60 Prozent der Anschaffungskosten liegt. Für den Tiefbau (Grabenarbeiten), so er erforderlich ist, und den Anschluss der Ladestation gibt es keinen Zuschuss. Die Kosten dafür würden auf jeden Fall nicht fünfstellig ausfallen, versicherte Friedrich. Außerdem muss die Gemeinde die laufenden Betriebskosten – laut Verwaltung je nach Anbieter zwischen 40 und 70 Euro im Monat – tragen.

Ladestation: Stellplatz am Oppelsbohmer Rathaus

Die Verwaltung schlägt als Standort für die Ladestation vor, einen der bestehenden öffentlichen Stellplätze beim Rathaus in Oppelsbohm zu verwenden. Dafür sprechen auch die nahen Einkaufsmöglichkeiten und dass die „Idyllische Straße“ direkt vorbeiführen wird. Sascha Geck, BWV, wies darauf hin, dass die Nähe der Ladestation zum Rathaus auch die Anschaffung von kommunalen E-Autos erleichtern werde. Außerdem rät die Verwaltung zu einem Modell mit Schnellladung (22 kW) und Lademöglichkeit für E-Bikes (Ladezeit etwa eine Stunde). Das andere zur Auswahl stehende Modell ist ohne E-Bike-Lademöglichkeit. Für den Fall, dass sich eine Mehrheit der beteiligten Kommunen dafür ausspricht, besteht die Möglichkeit, dass Berglen selbst eine Pedelecladestation erwirbt. Die Höhe einer Förderung ist laut Verwaltung noch ungewiss, die Anschaffungskosten würden zwischen 2000 und 4000 Euro liegen.

Auch Marketing verursacht Kosten

Natürlich bedeuten auch die neuen Schilder Kosten, ebenso das Marketing. Hier ist an eine Eröffnungsveranstaltung, Anzeigen, Messeauftritte und eine neue Broschüre gedacht. In den Wanderschuber für die Idyllische Straße, der verschiedene Wandertouren vorschlägt und beschreibt, soll auch eine Wanderroute in Berglen aufgenommen werden. Die FVG schätzt die Kosten auf rund 4000 Euro je Kommune sowie auf knapp 7000 Euro für die Ladestation.

Elektromobilität im ländlichen Raum

Die Idyllische Straße soll um drei Gemeinden erweitert werden: Berglen und Rudersberg im Rems-Murr-Kreis, wobei Rudersberg darüber noch nicht entschieden hat, sowie eine weitere Kommune im Ostalbkreis.

Der Berglener Gemeinderat hat der Teilnahme und der Übernahme der Kosten für die Anbindung an die Idyllische Straße grundsätzlich zugestimmt und das Okay dazu gegeben, dass die Verwaltung eine Ladestation für E-Autos und gegebenenfalls für E-Bikes erwirbt und installiert.

Die derzeit rund 130 Kilometer lange Idyllische Straße verbindet bislang 18 Kommunen in vier Landkreisen: Welzheim, Kaisersbach, Alfdorf, Althütte, Spiegelberg, Murrhardt, Sulzbach an der Murr, Spiegelberg, Wüstenrot, Großerlach, Mainhardt, Oberrot, Fichtenberg, Gaildorf, Sulzbach-Laufen, Untergröningen, Gschwend und Eschach.

Es gibt auch einen knapp 150 Kilometer langen Radweg gleichen Namens, der in etwa dem Verlauf der Straße folgt.

Die geplanten Ladestationen sind ein Pionierprojekt für Elektromobilität im ländlichen Raum.