Berglen

Landesstraße im Stöckenhof wird saniert

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Die Landesstraße 1120 im Berglener Ortsteil Stöckenhof ist schon lange in einem schlechten Zustand. Weil es die Straße in der Prioritätenliste des Landes nicht auf die Liste der zu sanierenden Straße geschafft hat, nimmt die Gemeinde nun selbst Geld in die Hand und geht das Problem innerorts an. © Habermann / ZVW

Berglen. Mit einem deutlichen Murren hat die Mehrheit des Gemeinderats der innerörtlichen Sanierung der Landesstraße im Stöckenhof grünes Licht gegeben. Voraussichtlich im Juli beginnen die Arbeiten. Das Murren richtete sich an das Land Baden-Württemberg, das eigentlich für die Sanierung zuständig wäre, die Dringlichkeit aber nicht sieht. Nun hofft die Gemeinde auf einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro.

An diesem Zuschuss hängt der Startschuss für die Sanierung der Landesstraße im Berglener Ortsteil Stöckenhof. Erst im Mai wird voraussichtlich das Verkehrsministerium über die Vergabe der Zuschüsse entscheiden, auf welchen die Gemeinde Berglen ungern verzichtet. Immerhin nimmt sie für eine Straße Geld in die Hand, die eigentlich in die Zuständigkeit des Landes fällt. Rund eine Million Euro Kosten hat ein Ingenieurbüro für die Sanierung und Verbesserung der Verkehrssicherheit berechnet, wobei Gehwege, eine verbesserte Straßenentwässerung, eine Querungshilfe für Fußgänger sowie sogenannte Bremsnieren (Schikanen, welche die Autofahrer zum Bremsen zwingen) geschaffen werden. Der Kostenanteil des Landes für den Asphalt oder Randsteine macht rund 30 000 Euro aus. Die Kosten für die Querungshilfe, eine Verkehrsinsel, muss die Gemeinde stemmen, weshalb sie hierbei auf den Landeszuschuss hofft.

Dauer der Sanierung auf fünf bis sechs Monate geschätzt

Die Dauer der Sanierung schätzt Bürgermeister Maximilian Friedrich auf fünf bis sechs Monate. Verkehrsteilnehmer müssen mit Behinderungen bis hin zu Straßensperrungen rechnen.

Seit langem schon steht die Gemeinde in Kontakt mit dem Verkehrsministerium und macht auf den Zustand der Landesstraße zwischen Stöckenhof und Rettich-Kreisel sowie die Zahl der Unfälle aufmerksam. Der Zustand des Straßenbelags ist ein Grund, warum Berglen die Sache innerörtlich nun eigenhändig angeht. Ein weiterer ist die Verkehrssicherheit und das Neubaugebiet Stöckenhäule, das für mehr Verkehrsteilnehmer sorgen wird. Gleichzeitig werden schadhafte Wasserrohre im Untergrund ausgetauscht und Leerrohren für eine bessere Internetverbindung verlegt.

Die geplante Querungshilfe wird das Überqueren der Straße erleichtern. Rolf Hammer (BWV) sprach sich aber für einen Zebrastreifen auf Höhe der Gaststätte Kronenstüble aus, weil dort viele Kinder über die Straße gehen. Mit dem Neubaugebiet wird die Zahl der Kinder und der Fußgänger weiter zunehmen. Ein Zebrastreifen würde für mehr Sicherheit sorgen. Friedrich merkte an, dass dies Sache des Landratsamts als zuständige Verkehrsbehörde sei. Eine Verkehrszählung habe aber in der Vergangenheit einen solchen Bedarf nicht belegt. Für einen Zebrastreifen ist die Querungszahl zu niedrig, es gibt also zu wenig Leute, die dort über die Straße gehen.

Haller: „Müssen wir immer Vorreiter sein?“

„Müssen wir immer Vorreiter sein?“, fragte Armin Haller (BWV). Ihm gehe es gegen den Strich, dass die Kommune die Aufgaben des Landes übernimmt. Bei der Abstimmung gab es eine Gegenstimme und eine Enthaltung. Im Folgenden wird die Gemeinde mit dem Regierungspräsidium Stuttgart eine Vereinbarung abschließen. Darin enthalten ist auch die Verpflichtung der Gemeinde zur Kostenübernahme bei der Schlussvermessung oder das Einrichten der Vermessungspunkte (Vermarkung). Da die Landesstraße aber im Flurbereinigungsgebiet liegt, fallen hierbei keine Kosten für Berglen an. Änderungen in der Straßendatenbank kosten die Gemeinde 1000 Euro.


Erneuter Vor-Ort-Termin im Frühjahr

Im Dezember waren die im Verkehrsministerium, um erneut auf den desolaten Zustand der Landesstraße aufmerksam zu machen, auf die Unfallhäufung hinzuweisen und sich erneut für die Dringlichkeit der Sanierung auszusprechen. Da die Straße aber im Vergleich zu anderen kaputten Landesstraßen laut Verkehrsministerium nicht vergleichbar stark befahren ist, sieht das Land nach wie vor keine Dringlichkeit für eine Sanierung. Man einigte sich aber darauf, die Straße bei einem Vor-Ort-Termin im Frühjahr erneut unter die Lupe zu nehmen, berichtet der Berglener Bürgermeister Maximilian Friedrich im Gespräch mit unserer Zeitung.

In einem Zeitrum von drei Jahren sind mindestens fünf Unfälle mit verletzten Personen passiert, weshalb die Straße als Unfallschwerpunkt eingestuft wurde. Im Dezember teilte das Verkehrsministerium in einer Pressemitteilung mit, dass eine Untersuchung der Unfälle ergeben habe, dass diese nicht auf den Zustand der Straße zurückzuführen seien. Die Fahrzeuge seien von Ortskundigen gefahren worden. Deshalb wollte man über eine Geschwindigkeitsreduzierung unter Einbeziehung des Polizeipräsidiums Aalen nachdenken, um so für mehr Sicherheit zu sorgen.