Berglen

Lautes Geknatter nervt ungemein: Wie sich Anwohner in den Berglen gegen laute Motorräder und Autos wehren

Lärmpegel
Die Lärmschutzinitiative von Anwohnern in Hößlinswart nimmt Fahrt auf. © Benjamin Büttner

Zu viel Lärm durch unnötig laute Autos und Motorräder, das wollen Anwohner aus der Marderstraße in Hößlinswart nicht länger hinnehmen. Sie haben sich Anfang des Jahres zur Lärmschutzinitiative zusammengetan und sammeln jetzt Unterschriften. Wenn sich genügend Bürger beteiligen, möchten die Anwohner den Landrat und Politiker einschalten.

Einige Hundert Unterzeichner sollten es schon sein, um die Unterschriften beim Landratsamt einzureichen und etwas in der Hand zu haben. „Es wäre gut, wenn sich die, die unzufrieden sind über die Lärmbelästigung, auch einklinken. Denn nur schimpfen bringt ja bekanntlich nichts“, sagt Dagmar Trefz, eine der Initiatoren der Lärmschutzinitiative Berglen.

„Lärm macht krank“ lautet die Botschaft auf den Flyern, die diese Woche über das Amtsblatt verbreitet werden. Um alle Haushalte zu erreichen, hat die Lärmschutzinitiative fürs Erste 3000 Flugblätter drucken lassen. Weniger Lärm durch PS-starke Autos, Quads, motorisierte Seifenkisten und Motorrädern - so lautet ihre Forderung, der sie auch politisch Nachdruck verleihen möchten. „Zunächst möchten wir ein Bild bekommen, wie groß die Unzufriedenheit der Bevölkerung ist, als nächsten Schritt möchten wir mit Landtags- und Bundestagsabgeordneten ins Gespräch kommen.“

Mit den ersten Sonnentagen gehe es jedes Jahr von Neuem los. Toujours von morgens bis abends seien sie mehreren unnötigen Lärmquellen ausgesetzt. „Wir können die Uhr danach stellen, ab dem späten Vormittag geht es an Wochenenden heiß her“, sagt Dagmar Trefz. „Bei schönem Wetter reißt das permanente Geknattere nicht ab, teilweise sind ganze Geschwader von zehn bis fünfzehn Fahrzeugen unterwegs.“ Ihre Wohnhäuser liegen dicht an einem neuralgischen Punkt in Hößlinswart, direkt an der Landesstraße in Richtung Rohrbronn. Die geschlossene Ortschaft endet einige Meter vor den Häusern, dadurch fühlten sich „Raser“ ermuntert, ihrem Gefährt gerade hier ordentlich „Stoff“ zu geben. „Im Sommer vergeht uns schon die Lust, im Garten zu sitzen, weil man ständig beschallt wird.“ Zumal der Schall durch das ganze Tal halle und noch weit, bis zum Ortseingang nach Rohrbronn, zu hören sei.

Selbst Motorradfahrer ärgern sich über unnötigen Lärm

Die Lärmgeplagten nehmen ausdrücklich Abstand von pauschaler Motorradfahrer-Schelte: „Wir sind nicht nur gegen Motorräder, sondern gegen jeden unnötig lauten Motorenlärm.“ Der Großteil der Motorradfahrer fahre verantwortungsvoll. „Ein Nachbar von uns fährt Motorrad und regt sich selbst auf, weil er weiß, dass man auch anders fahren kann.“ Sie wünschen sich vor allem eins: Rücksichtnahme. Letztlich entscheide jeder mit seinem Fahrstil, ob er die Belästigung anderer in Kauf nimmt fürs eigene PS-Vergnügen. „Alle sollen fahren, womit sie wollen, aber bitte so, dass es zivil ist.“ Die Mehrheit der Vernünftigen, die „moderat“ beschleunigen und vorbeituckern, ändere nichts daran, dass die „Rowdies“ den Lärmpegel gehörig anschwellen lassen, mit lauter werdendem Brummen und aufjaulenden Motoren, quietschenden Reifen und dem penetranten Rasseln der Klappenauspuffe.

Schuld sehen sie auch bei den Herstellern. „Sie könnten von vornherein anders konstruieren. Die Leute sind mit Fehlzündungen und Klappenauspuff unterwegs, bei denen wir uns fragen, warum so was bei uns eigentlich genehmigt wird.“ Viele, die ein Motorrad kaufen, sagen, dass sie keinen lärmstarken Motor möchten, haben aber gar nicht die Wahl, weil der Trend immer mehr in Richtung PS-starke Motoren geht.“

Auch der fehlende Lärmschutz ist Thema ihrer Flugblattaktion: Sie fordern Schutz vor Lärm - sei es baulicher Art mit Lärmschutzwänden oder mit vorübergehenden Streckensperrungen, zum Beispiel an Wochenenden. Auch eine Fahrbahnverengung könnte den Lärmstress minimieren und zudem ein zweites Problem - das Unfallrisiko - entschärfen: Der Übergang vom Wohngebiet auf den Rad- und Spazierweg führt über die Landesstraße, die von vielen Fußgängern und Radlern gekreuzt werde.

Zu viel Lärm durch unnötig laute Autos und Motorräder, das wollen Anwohner aus der Marderstraße in Hößlinswart nicht länger hinnehmen. Sie haben sich Anfang des Jahres zur Lärmschutzinitiative zusammengetan und sammeln jetzt Unterschriften. Wenn sich genügend Bürger beteiligen, möchten die Anwohner den Landrat und Politiker einschalten.

Einige Hundert Unterzeichner sollten es schon sein, um die Unterschriften beim Landratsamt einzureichen und etwas in der Hand zu haben. „Es wäre gut,

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