Berglen

Neubaugebiet Hanfäcker in Rettersburg: Kita und sozialgeförderte Wohnungen unter einem Dach

Neubaugebiet
In der Hanglage am nördlichen Ortsrand wird kräftig gebaut. Es wird dort Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser geben. Foto: Habermann © Gabriel Habermann

Im Rettersburger Neubaugebiet Hanfäcker wird eine Kindertagesstätte (mit vier Gruppen) der Gemeinde gebaut, um den steigenden Bedarf an Kinderbetreuung im Ort langfristig zu decken. Da auch in Berglen die Nachfrage nach neuem Wohnraum anhaltend hoch ist, kommen in das zentral gelegene Gebäude der Kita auch (sozialgeförderte) Wohnungen, die die Kreisbaugesellschaft Waiblingen baut. Diese hat dafür von der Gemeinde das Grundstück in Erbbaupacht erhalten. Sie baut auch die Kita, die die Gemeinde nach der Fertigstellung zurückerwirbt. Für die Wohnungen hat die Gemeinde ein Belegungsrecht.

Dieses Kombigebäude wird gegenüber dem bisherigen Bebauungsplan um eine Etage aufgestockt. Das Gebäude wird somit dreigeschossig: Kita im Erdgeschoss und in einem Teil des ersten Obergeschosses, Wohnungen im anderen Teil dort sowie im zweiten Obergeschoss. Das eröffnet die Möglichkeit, die Kita bei Bedarf in der Zukunft zu erweitern als auch, sie, falls es jemals wider Erwarten keinen Bedarf mehr für sie geben würde, zurückzubauen und aus dem Haus ein reines Wohngebäude zu machen.

Im bisherigen Bebauungsplan war die Fläche für die Bebauung des „Gemeinbedarfs“ vorgesehen, in dem Fall also eine Kita. Um dort auch Wohnungen zu ermöglichen, muss der Plan geändert werden. Dort wird nun Wohnbaufläche ausgewiesen, auf der aber eine Kita zulässig ist.

9,75 Meter statt 8,50 Meter und GRZ steigt von 0,35 auf 0,4

Zudem wird die Gebäudehöhe geändert, von 8,50 Meter auf 9,75 Meter, außerdem die sogenannte Grundflächenzahl (GRZ) von 0,35 auf 0,4 erhöht. Der Bebauungsplan legt keine (maximale) Geschossigkeit von Gebäuden fest. Aber, betont Bauamtsleiter Reiner Rabenstein auf Nachfrage, man habe die Bauherren schon früh, bei ihrer Bewerbung um die Bauplätze und auch später bei den Notarterminen sowie in den Kaufverträgen, darauf hingewiesen, dass sich die Höhe des Gebäudes an der der Mehrfamilienhäuser in dem Gebiet „orientieren“ werde. Diese sind im Bebauungsplan mit 9,25 Meter festgesetzt, in Form von zwei Geschossen und einem zurückgesetzten Staffelgeschoss unterm Dach.

Das „Delta“ zu ihnen, so Rabenstein, betrage damit 50 Zentimeter. Maßgeblich sei also die Höhe, nicht die Geschossigkeit. Das habe man gegenüber den Bauplatzinteressenten von Anfang an betont, die Verwaltung sei hier transparent vorgegangen, habe also nichts verschleiert oder verschwiegen, bekräftigt Bürgermeister Maximilian Friedrich, der auch auf die Vorstellung der Planentwürfe in der Bürgerversammlung im November und deren Veröffentlichung auf der Gemeindehomepage verweist.

Bisher quadratischer Grundriss, nun L-förmig

Die Grundform des geplanten Gebäudes war bisher quadratisch, nun ist es L-förmig vorgesehen. Man habe das Baufenster größer ziehen müssen, um darauf die erforderlichen Außen- und Nebenanlagen vor allem für die Kita unterzubringen, erklärt Rabenstein dazu. Das Gebäude selbst werde dadurch von der Grundfläche her aber keineswegs größer. Man bekomme zusätzliche Wohnungen, ohne weitere Fläche in Anspruch zu nehmen.

Die Alternative zu diesem Vorgehen, also der Bebauungsplanänderung, wäre gewesen, später die erforderlichen Befreiungen zu beantragen, was entsprechende Gebühren nach sich gezogen hätte, so Rabenstein weiter: „Das wäre aber widersinnig, wenn man schon vor Baubeginn weiß, dass man die Änderungen braucht.“

Im Rahmen des Änderungsverfahrens beziehungsweise der öffentlichen Auslegung dazu hatte eine Reihe von Anwohnern unter anderem vor allem die Anhebung des Gebäudes um ein Vollgeschoss, die damit nicht mehr wie sonst in der Nachbarschaft gegebene Höhenstaffelung, die Vergrößerung der überbaubaren Fläche, die Erweiterung des Baufensters kritisiert. In der Stellungnahme der Planer und der Verwaltung dazu werden die Bedenken teilweise „zur Kenntnis genommen“, teilweise zurückgewiesen.

Ein Stockwerk mehr obendrauf sei eben auch eine Vergrößerung

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, als es um die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen ging, erhielt eine der Nachbarn stellvertretend das Wort, um noch mal deren Sorgen vorzubringen. Man habe eben die Befürchtung, dass die Möglichkeit zur Bebauung voll ausgeschöpft werde, aber nichts gegen eine Kita und auch nichts dagegen, dass in dem Gebäude auch Wohnungen sein sollen, betonte die Anwohnerin. Ein Stockwerk mehr obendrauf bedeute schließlich aber doch eine Vergrößerung. Dass dies möglicherweise so komme, sei aber von Anfang an klar gewesen, hielt Friedrich dagegen, der auch auf die Beratungen im Gemeinderat und Berichte in der Zeitung darüber verwies. Durch das Stockwerk mehr komme man nur unwesentlich über die Höhe der Mehrfamilienhäuser in dem Gebiet, so Friedrich. Der Gemeinderat fasste schließlich den Satzungsbeschluss entsprechend der Empfehlung der Planer und der Verwaltung einstimmig.

Das 4200 Quadratmeter große Plangebiet innerhalb von Hanfäcker liegt zwischen Steinäcker- und Holzwiesenstraße. Drum herum gibt es ein- bis dreigeschossige Einzel- und Doppelhäuser oder sie sind im Bau. Östlich des Kombigebäudes sind zwei weitere Wohngebäude mit zwei Geschossen und einem zusätzlichen Staffelgeschoss vorgesehen. Dazwischen liegt ein Freiraum für die Kita und die Gärten der Erdgeschosswohnungen der östlichen Gebäude.

Im Rettersburger Neubaugebiet Hanfäcker wird eine Kindertagesstätte (mit vier Gruppen) der Gemeinde gebaut, um den steigenden Bedarf an Kinderbetreuung im Ort langfristig zu decken. Da auch in Berglen die Nachfrage nach neuem Wohnraum anhaltend hoch ist, kommen in das zentral gelegene Gebäude der Kita auch (sozialgeförderte) Wohnungen, die die Kreisbaugesellschaft Waiblingen baut. Diese hat dafür von der Gemeinde das Grundstück in Erbbaupacht erhalten. Sie baut auch die Kita, die die

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