Berglen

Neue Bushaltestelle für Wanderer

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Zwischen Hößlinswart und Rohrbronn hält künftig der Bus. Die Haltestelle soll Ende November fertig eingerichtet sein. © Nägele / ZVW

Berglen-Hößlinswart. Am Straßenrand ist es deutlich lichter geworden. Ein paar Bäume wurden gefällt – die Vorbereitungen für die neuen Bushaltestellen unweit des Wanderparkplatzes Roter Stich laufen auf Hochtouren. Voraussichtlich Ende November sollen die Bauarbeiten beendet sein.

Video: Berglen bekommt eine neue Bushaltestelle für Wanderer.

Steffen Deiß greift zu seinem Ohrschutz, überprüft kurz, ob er richtig sitzt, schiebt sein Visier vor das Gesicht, fasst mit der linken Hand an seinen Helm und ruckelt ihn zurecht. Dann schaltet er seine Kettensäge an. Es dauert nur einen kurzen Augenblick, bis der Baum krachend auf den Weg fällt. Ein Berglener Bauhofmitarbeiter zieht anschließend den Stamm mit dem Bagger, an dem ein Greifarm befestigt ist, zur Seite an den Wegrand. Ein anderer Bauhofmitarbeiter gräbt das Wurzelwerk aus, lässt es immer wieder aus mehreren Metern Höhe auf den Waldboden fallen, so dass sich bei jedem dumpfen Schlag einmal mehr die Erde aus den Wurzeln löst.

Bereits vergangene Woche haben die Bauarbeiten zur neuen Bushaltestelle an der Landesstraße 1140 zwischen Hößlinswart und Rohrbronn begonnen. „Mein Plan ist es, dass wir bis Ende November fertig sind“, sagt der Berglener Bauhofchef Markus Albrecht. „Es könnte funktionieren, wenn das Wetter mitmacht.“

Bushalt heißt wahrscheinlich Wanderparkplatz Roter Stich

Die Bushaltestelle wird unweit des Wanderparkplatzes Roter Stich und der KTSV- Gaststätte „am höchsten Punkt“ eingerichtet, so Albrecht. Die Idee dahinter ist, dass Wanderer oder auch Radfahrer von hier aus direkt losmarschieren oder fahren können. Die Anregung zur Haltestelle für Busse mit dem „Fahrrad-to-go-system“ kam in der Bürgerversammlung auf, sagt Regina Ehmann von der Gemeinde Berglen. Da der Bus dort sowieso schon entlangfährt, waren die Weichen rasch gestellt. „Das Landratsamt hat der Bushaltestelle zugestimmt“, so Ehmann. „Sie erhält wahrscheinlich den Namen ,Wanderparkplatz Roter Stich’.“ Die Haltestellenbucht wird geschottert und nicht asphaltiert, was seinen Grund habe, so Albrecht. Die Bucht soll nicht zu waghalsigen Überholmanövern einladen. „Sie soll ausschließlich vom Bus genutzt werden“, erklärt Albrecht. In den kommenden Tagen werden dazu verschiedene Untergrundschichten aufgetragen. Zunächst wird eine hydraulisch gebundene Tragschicht und dann eine kombinierte Frosttragschicht aufgebracht, so Albrecht.

"Die Fahrzeuge werden voll ausgelastet sein"

Dass hier Bauhof-Mitarbeiter einiges mehr an Aufgaben übernehmen als sonst, ist eine Sache, die Markus Albrecht eingeführt hat, und auf die der Bauhofchef stolz ist. „Ich sehe Potenzial in den Mitarbeitern“, sagt er. Die notwendigen Erfahrungen bringe Albrecht mit. Bevor er im Januar als Bauhofchef begonnen hat, war er Betriebsleiter eines Hochbauunternehmens, hat aber auch schon im Tiefbau gearbeitet. Bisher sind die beiden Bagger noch ausgeliehen. Die Gemeinde sei aber dabei, eigene Fahrzeuge anzuschaffen. Sei es im Wegebau oder im Entwässerungssystem – „die Fahrzeuge werden voll ausgelastet sein“.

Für eine Baustelle wie die zwischen Hößlinswart und Rohrbronn braucht es aber noch einiges mehr. Der Verkehr ist durch zwei Ampeln geregelt, wofür Mitarbeiter der Abteilung Straßen des Landratsamts vor Ort sind. „Rot- und Grünzeiten sind genau berechnet“, erklärt ein Mitarbeiter, „und zwar nach Streckenlänge und Verkehrsaufkommen.“ Die Ampeln verfügen über einen Sensor. Wenn dieser feststellt, dass aus der anderen Richtung gerade kein Auto kommt, schaltet die Ampel für den Autofahrer auf Grün um. Gleichzeitig sind sogenannte Räumzeiten einberechnet. Exakt 20 Sekunden lang sind beide Ampeln auf Rot, damit Bagger und alle anderen Fahrzeuge Zeit haben, die Stelle zu wechseln, erklärt er. Eine solche Baustelle müsse man immer der Rettungsleitstelle melden, damit Einsatzfahrzeuge im Notfall einen anderen Weg wählen können.

Graß macht weitere Bäume sturmsicher

Dann muss der Mitarbeiter weg. Revierförster Harald Graß ruft ihn. Graß hat gerade die Bäume am Straßenrand begutachtet und ein paar gefunden, die dem nächsten Sturm nicht standhalten könnten. „Die Weide hier und dort drüben der Baum, die machen wir gleich mit weg“, erklärt Graß.

Und wieder geht alles ganz schnell. Nachdem die Mitarbeiter der Abteilung Straßen die Landesstraße gesperrt haben, setzt Steffen Deiß mit seiner Motorsäge an. Die Bäume zieht ein Bauhofmitarbeiter mit dem Bagger von der Straße. Sie werden an einem anderen Tag vor Ort zu Hackschnitzel verarbeitet und abtransportiert.