Berglen

Neuer Erlebnispfad im Wald bei Kottweil: Vor allem für Familien geeignet

waldfee
Bürgermeister Holger Niederberger, Waldfee Leonie Treml und Naturparkführer Walter Hieber (r.) beim etwas anderen Kegeln. © speiser

Kegeln mitten im Wald? Ein neuer Erlebnispfad macht’s möglich. Der startet und endet am Waldspielplatz bei Kottweil. Die 3,6-Kilometer-Runde ist für Familien gedacht, auch für welche mit kleinen Kindern im Kinderwagen. Der sollte allerdings geländegängig sein. Die Route ist natürlich nicht befestigt oder gar asphaltiert.

Ausgedacht hat sich das Ganze der Tourismusverein des Schwäbischen Walds. Der dafür sein Aushängeschild einspannt, die Waldfee. Die hat sich nämlich unterwegs versteckt, soll also gesucht werden, natürlich nicht in echt. Wie, in welcher Form, sie aufgestöbert wird, wird hier aber nicht verraten, das soll ja die Überraschung sein. Es ist also ein Suchspiel, mit verschiedenen Stationen. An denen gibt es jeweils für die Lösungen Buchstaben und die fügen sich, natürlich nur, wenn es die richtigen sind, am Ende zum gesuchten Lösungswort. Wobei: Das Ganze macht auch so Spaß. Das Thema lautet Märchen, der Suchpfad soll ein Weg durchs Märchenreich sein.

Zu dem Pfad und dem Weg dorthin gibt es Flyer in einem Schaukasten am Parkplatz des Waldspielplatzes (außerdem auf der Website des Tourismusvereins in der Rubrik Aktuelles zum Herunterladen sowie auf der Homepage der Gemeinde Berglen). Auf den Flyern ist auch ein QR-Code, mit dem man den Parkplatz ebenfalls findet. Für die Route selbst gibt es unterwegs immer wieder Waldfeewegweiser an Bäumen und Büschen angebracht, alles in Absprache mit dem zuständigen Förster, versteht sich.

Für die Route samt Spiele braucht es etwa drei Stunden

Verantwortlich für die neue Attraktion, die das ebenfalls gut ausgeschilderte und vielfältige Wanderwegenetz in Berglen ergänzt, sind Daniela Kories, Projektleiterin beim Tourismusverein, und Naturparkführer Walter Hieber. Familien, die auf der Runde unterwegs sind und die Spiele dort auch wirklich machen, sollten etwa zweieinhalb bis drei Stunden dafür einplanen, schätzen sie. Wer zurückkehrt, findet zudem den weitläufigen Spielplatz samt Grillstelle vor, wo man noch ein paar Stündchen entspannten Aufenthalt im Freien, in herrlicher Lage obendrein, dranhängen kann.

Beim Pressetermin, bei der das Freizeitvergnügen der Öffentlichkeit vorgestellt wird, ist die Waldfee leibhaftig da. Leonie Treml geht unerschrocken in ihrem zarten Dienstgewand den Weg zur ersten Station mit, dem Kegelspiel, und macht dort mit sichtlich Spaß vor, wie es funktioniert. Denn es gibt natürlich keine Kegelbahn und die Kugel ist ein ausgedienter, ausgefranster Fußball. Der räumt denn auch keine herkömmlichen Kegel ab. Aus Holz sind sie aber, wir sind schließlich hier im Wald.

An der ersten Station hat man die meisten Höhenmeter hinter sich

Es geht dorthin auf einem ziemlich holprigen Pfad und auch ziemlich bergauf. Hieber, der das Terrain natürlich vorab erkundet und den Verlauf in Absprache mit dem Förster ausgewählt hat, verspricht aber, dass es, an der ersten Station angekommen, das auch schon weitgehend mit den Höhenmetern gewesen sein wird.

Zeitgleich mit dem Berglener Erlebnispfad geht auch einer in Spiegelberg an den Start, zuvor sind solche in Großerlach, Rudersberg und Gaildorf angelegt worden. Das Ziel sei, die Leute in den Wald zu locken, einen Anreiz dazu zu schaffen, erklärt Hieber. Die Idee sei im Zuge, im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie entstanden: Wie kann man Veranstaltungen im Freien für kleine Gruppen anbieten, die wenig Aufwand erfordern, also weitgehend „selbsterklärend“ sind, so dass die Teilnehmer selbstständig unterwegs sein können, keine Betreuung, keine Führung brauchen?

Niederberger: Reiz liegt darin, Kinder spielerisch für den Wald zu interessieren

„Die Teilnehmer sollen dabei den Schwäbischen Wald erleben“, ergänzt Daniela Kories. Das funktioniere auf den drei bisher angelegten Spielwanderrunden sehr gut. Aus seiner Sicht sei der Reiz vor allem, die Natur, den Wald auf diese Weise spielerisch kennenzulernen und dafür Kinder zu motivieren, so der neue Bürgermeister Holger Niederberger. Er kenne dieses „Problem“ durchaus auch aus der eigenen Familie. Er misst sich denn auch prompt beim Kegeln mit der Waldfee.

Die Hoffnung sei schon, dass das nachhaltig wirke, so Hieber, auch auf den Murrhardter Osterhasenpfad und den Welzheimer Weihnachtsweg verweisend. Da, wo wie hier in Berglen Gemeindewald zur Verfügung stehe, sei so ein „niederschwelliges“ Angebot leichter umzusetzen. Mit dem eingesandten Lösungswort und etwas Glück kann man was gewinnen, und niederschwellig heißt nicht zuletzt gratis, im Gegensatz zu Freizeitparks wie dem Schwabenpark bei Kaisersbach, dem in Tripsdrill oder gar dem Europapark in Rust.

Hieber verspricht: Alles funktioniert völlig ohne Handy

Hieber schmunzelt: „Es bedeutet aber auch, es geht ohne Handy, funktioniert völlig analog.“ Analog sind auch die Bilder auf dem Flyer, sie stammen von der Wimmelbuchillustratorin Christl Schlag, die auch schon auf ihre amüsante Art den Schwäbischen Wald verewigt hat.

Kegeln mitten im Wald? Ein neuer Erlebnispfad macht’s möglich. Der startet und endet am Waldspielplatz bei Kottweil. Die 3,6-Kilometer-Runde ist für Familien gedacht, auch für welche mit kleinen Kindern im Kinderwagen. Der sollte allerdings geländegängig sein. Die Route ist natürlich nicht befestigt oder gar asphaltiert.

Ausgedacht hat sich das Ganze der Tourismusverein des Schwäbischen Walds. Der dafür sein Aushängeschild einspannt, die Waldfee. Die hat sich nämlich unterwegs

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