Berglen

Neues Wohngebiet für Hößlinswart

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Symbolbild. © ZVW/Danny Galm

Berglen. Das nächste Berglener Baugebiet, nach dem Gebiet „Hanfäcker“ in Rettersburg, wird in Hößlinswart entstehen, an dessen nordwestlichem Rand, im Gewann Unterer Hohenrain. Der städtebauliche Entwurf des Ingenieurbüros Riker+Rebmann, der die Grundlage des Bebauungsplans sein wird, sieht auf dem 1,5 Hektar großen Südhangareal Bauplätze für 21 Einfamilienhäuser und sechs Doppelhaushälften vor.

Kommt es zu diesen insgesamt 27 Wohneinheiten, entstünde Wohnraum für knapp 70 Einwohner (je Wohneinheit 2,5 Bewohner angenommen, bei einer Einwohnerdichte von 48 je Hektar). Das Gebiet liegt oberhalb des Friedhofs, rechts von der Widderstraße und links von der Gamsstraße. Diese ist bislang nur einseitig bebaut, durch das Neubaugebiet auf der anderen Straßenseite hangaufwärts wird sich das ändern. Im Norden grenzt das Gebiet an einen bestehenden Feldweg. Erschlossen werden soll es über die Widderstraße, die über den Friedhof hinaus verlängert und auf der bislang provisorischen Trasse auf fünf Meter Breite ausgebaut wird. Die Widderstraße soll auf der rechten Seite hangaufwärts einen Gehweg erhalten. Außerdem ist in einem Bereich eine Verengung auf vier Meter und durchgehend Tempo 30 vorgesehen (beides als Verkehrsberuhigung).

Gamsstraße soll entlastet werden

Von der Widderstraße soll nach rechts eine Wohnstraße (5,75 Meter breit) durch das Neubaugebiet führen, die in die Gamsstraße einmündet und die in diesem Bereich etwas zurückgebaut werden soll. Die Gemeinde erhofft sich davon auch eine Entlastung der Gamsstraße, die eine Anliegerstraße ist, eigentlich. Die Kehrseite ist die Mehrbelastung der Widderstraße, nicht nur durch den Verkehr zum und vom neuen Wohngebiet, sondern weil auch vom benachbarten Areal Verkehr Richtung Steinach und Winnenden verstärkt über diese neue Trasse fließen wird. Die Grundstücke im Norden, zum Feldweg hin, sollen durch drei Stichstraßen, die von der Wohnstraße abzweigen, erschlossen werden, die Grundstücke im Süden durch eine vier Meter breite Anliegerstraße, die von der Widderstraße abzweigt und die bislang ein Feldweg ist.

Die Widderstraße wird verlängert und ausgebaut

Das Gebiet werde eine Abrundung sein, im direkten Anschluss an den bisherigen Ortsrand, sei für eine Bebauung seit vielen Jahren im Gespräch, werde einen Lückenschluss sowie eine klare Grenze beim Übergang in die freie Landschaft bilden, so Bürgermeister Maximilian Friedrich im Bau- und Umweltausschuss. Im Flächennutzungsplan sind für den südlichen und östlichen Bereich, etwa die Hälfte des Gebiets, Wohnbauflächen vorgesehen. Der angrenzende Teil des Gebiets wird laut Gemeindeverwaltung nicht mehr für landwirtschaftliche Nutzung benötigt.

Es seien keine Schutzgebiete betroffen, betonte Friedrich. Aus der Bürgerschaft sei die Anregung gekommen, für das Gebiet Elchstraße eine zweite Zufahrt zu schaffen, das geschehe nun über die Verlängerung und den Ausbau der Widderstraße, so dass ein Ringschluss entstehe. Die geplante Einwohnerdichte entspreche der Vorgaben des Regionalverbands für den ländlichen Raum, so Friedrich weiter, darauf verweisend, dass die Reihenhaussiedlung in unmittelbarer Nachbarschaft eine deutlich höhere Dichte aufweise.

Moser: Beidseitige Bebauung der Gamsstraße steht schon lange an

Die Abrundung sei sinnvoll, weil dadurch die Gamsstraße künftig beidseitig bebaut sein werde, so Karl-Heinz Moser, SPD. Die Gemeinde solle die Chance, die der (neue und zugleich befristete) Paragraf 13 b Baugesetzbuch biete, nämlich ein schnelleres Verfahren, nutzen. Die SPD stimme dem verbesserten Entwurf „ohne Wenn und Aber“ zu, so Moser in der darauffolgenden Sitzung des Gemeinderats, der darauf verwies, dass es schon Anfang der 90er Jahre die Anregung gab, die Gamsstraße beidseitig zu bebauen.

Der Gemeinderat hat den Aufstellungsbeschluss einstimmig gefasst.


Einmündungsbereich wird verbreitert

Auf Bedenken von Gemeinderäten hin wegen der engen Ein- und Ausfahrt beim Friedhof auf die Ortsdurchfahrt (Hirschstraße) ist vorgesehen, die bestehende Natursteinmauer durch eine von der Straße weiter abgerückte neue Stützmauer zu ersetzen. Der dadurch entstehende Geländeversatz führt zu mehr Platz im Bereich der Einmündung, bessere Sicht und auch zur Möglichkeit, den bestehenden Gehweg an der Hirschstraße weiter als ursprünglich geplant zu verlängern.

Es sind neun öffentliche Stellplätze entlang der Haupterschließungsstraße und zwei Flächen für E-Ladestationen-Anlagen vorgesehen.

Die geplanten Grundstücksflächen für die Einfamilienhäuser betragen im Durchschnitt knapp 4,6 Ar (zwischen knapp vier und sechs Ar) für die Doppelhaushälften jeweils knapp 2,6 Ar (zwischen 2,2 und 2,9 Ar). Geplant ist jeweils Zweigeschossigkeit, bei den Einfamilienhäusern Satteldächer, bei den Doppelhäusern begrünte Flachdächer.

Durch das beschleunigte Verfahren nach Paragraf 13b entfällt die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden (Träger öffentlicher Belange), ebenso die Umweltprüfung und die Erstellung eines Umweltberichts.

Der von der Gemeinde gebilligte Bebauungsplanenwurf ist einen Monat lang im Rathaus öffentlich ausgelegt, ebenso die faunistische Untersuchung (Prüfung hinsichtlich des Artenschutzes, wobei es hier vor allem um Vögel und Fledermäuse geht und Vorgaben zur Vorbeugung oder zum Ausgleich).