Berglen

Oppelsbohm: Keine Rampe an die Brücke über den Buchenbach

BrueckeBuchenbach
Aus edlem, beständigem Granit und mit besserem Hochwasserschutz als bisher, trotzdem vor allem wegen der neuen Höhe ein Zankapfel. Foto: Schneider © Gaby Schneider

Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann. Dies erfährt die Gemeinde Berglen nun auch bei der Erneuerung der Fußgängerbrücke über den Buchenbach zwischen der J.-S.-Bach-Straße und der Silcherstraße in Oppelsbohm. Der bisherige Überweg war in die Jahre gekommen, vor allem sein mit Natursteinen gemauerter Unterbau nicht mehr zu sanieren, auf Dauer nicht mehr sicher. Noch zwei andere Brücken standen zur Erneuerung an, so dass die Gemeinde ein Paket schnürte, alles in einem Zug erledigte, auch aus Kostengründen.

Die neue Brücke ist wie die hinter der Mauritiuskirche aus edel anmutendem, vor allem aber beständigem und pflegeleichtem Granit. Die Gemeinde musste in beiden Fällen auch den Hochwasserschutz berücksichtigen. Im Fall der Brücke zur Silcherstraße bedeutet das, dass sie deutlich höher ausfällt als ihre Vorgängerin mit deren niedrigem Bogen. Der Durchlass unter dem nun betonierten Unterbau ist nun größer, der Durchfluss besser, somit Schutz gegen ein 100-jähriges Hochwasser geboten, und es soll damit ein Ende haben mit dem alle paar Jahre vorkommenden Bachrückstau in diesem Quartier.

Für Barrierefreiheit müsste auch hinten die Treppe weg

Was eigentlich auch im Interesse der Anwohner liegt. Dort ist offenbar gleichwohl nicht jeder begeistert über die Neuerung. Es gibt auch Stimmen, die den Sinn des Ganzen, überhaupt die Erhaltung dieser Bachquerung, infrage stellen. Im Gemeinderat ploppte das Thema zweimal auf, beide Male angesprochen von Oliver Klenk, FBB. Dabei ging es vor allem darum, wie die Brücke an den Fußweg angeschlossen wird. Der Verwaltung schwebte auf beiden Seiten eine Rampe vor, um zumindest die Option zu erhalten, dass der Weg später einmal barrierefrei wird. Wenn er denn dereinst saniert würde. Holprig genug dafür, geradezu stolperfalleträchtig ist der Weg sowieso längst. Allerdings müsste dann auch die bislang steile Treppe im weiteren Verlauf hin zur Silcherstraße ebenfalls durch eine Rampe ersetzt werden. Für beides gibt es allerdings bislang keinen Zeitplan und auch keine Beschlüsse, so dass Klenk monieren konnte, ihm erschließe sich der Sinn der geplanten Rampe – und der zusätzlichen Kosten dafür –  nicht. Entweder man mache gleich das Ganze barrierefrei, richte auch den Weg mit und ersetze auch die bisherige Treppe hinten, oder man belasse es besser, wie bisher, bei einer Treppe auch vorne. Alles andere wäre ein den Bürgern nicht zu vermittelnder Schildbürgerstreich. Ohnehin sei aber angesichts der zu erwartenden Kosten die Frage nach dem Sinn zu stellen für eine Brücke, die so wenig frequentiert werde wie diese. Die Verwaltung hat auf diese Einwände reagiert, ebenso auf Anregungen von Anwohnern, wie Bürgermeister Maximilian Friedrich und Bauamtsleiter Reiner Rabenstein bei einem Vor-Ort-Termin erklären.

Friedrich will auf Weg nicht verzichten

Man würde auf die Rampe verzichten und stattdessen die Brücke wieder über Treppen an den Weg anbinden, damit etwa ein Drittel der Kosten einsparen, was allerdings nicht der ausschlaggebende Grund sei in diesem Fall. Entscheidend sei, dass es in der Nachbarschaft, sowohl zur einen Seite, ortsauswärts am Schumannweg, als auch zur anderen, ortseinwärts an der Mozartstraße, ebenfalls Bachquerungen für Fußgänger gibt. Angesichts dieser beiden behindertengerechten Alternativen könne in Kauf genommen werden, dass mit dem Verzicht auf die Rampe der Weg zur Silcherstraße nicht barrierefrei wird. Auf den Weg ganz zu verzichten komme aber schon deswegen nicht infrage, betonen Friedrich und Rabenstein, weil auch er zum Schulweg gehöre für die Kinder aus dem Bereich Schumannweg - Hindemithstraße, und weil an der J.-S.-Bach-Straße nahe der Einmündung des Wegs in Bälde ein Zebrastreifen angelegt wird. Auf diese Sicherung der Querung der Ortsdurchfahrt für Fußgänger, vor allem für Kinder, durch einen Zebrastreifen auch nahe des Ortseingangs, drängen seit Jahren Eltern. Den Weg schließen, die Brücke wegmachen oder vollends verfallen lassen sei also keine Option gewesen und wäre auch ein falsches Signal, weil man ja vermehrt das Augenmerk darauf richte, dass so viel wie möglich fußläufig zu erreichen sein soll, so Friedrich.

Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann. Dies erfährt die Gemeinde Berglen nun auch bei der Erneuerung der Fußgängerbrücke über den Buchenbach zwischen der J.-S.-Bach-Straße und der Silcherstraße in Oppelsbohm. Der bisherige Überweg war in die Jahre gekommen, vor allem sein mit Natursteinen gemauerter Unterbau nicht mehr zu sanieren, auf Dauer nicht mehr sicher. Noch zwei andere Brücken standen zur Erneuerung an, so dass die Gemeinde ein Paket schnürte, alles in einem Zug

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