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SSV Steinach-Reichenbach: Online-Studio gegen Sport-Flaute geplant

SSV Steinach-Reichenbach
Der SSV Steinach-Reichenbach will „fresher“ werden, wie Vorstand Michael Seibold sagt und plant die Einrichtung eines Online-Studios. © Gabriel Habermann

Während es für die Fußballer wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sie wieder draußen grätschen, bolzen und flanken dürfen, gibt es für andere Sportarten, die in der Halle stattfinden, bisher kaum Prognosen. „Wir erhalten zunehmend Anfragen von den Mitgliedern, die wissen wollen, wie es weitergeht“, erzählt Michael Seibold, Vorstand des SSV Steinach-Reichenbach. Bisher sei man ganz gut durch die Krise gekommen, habe das vergangene Jahr mit einem Minus von drei bis vier Mitgliedern abgeschlossen.

Auch Seibold rechnet damit, dass es für die Fußballer bald in Mannschaftsstärke an der frischen Luft weitergeht. Beim SSV habe man aber eben nicht nur eine Fußballabteilung, sondern auch den Breitensport. „Von unseren 1000 Mitgliedern geht knapp die Hälfte einer Sportart in der Halle nach“, weiß Seibold. So gibt es beim SSV unter anderem Kampfkünstler, Tänzer und Fitnesssportler.

Auf die Gebühren ist der Verein angewiesen

Das Angebot auch während der Pandemie aufrechtzuerhalten sei mehr als schwierig. „Die Kursleiter versuchen, etwas zu basteln. Das klappt teilweise, teilweise aber eben auch nicht“, erklärt Seibold.

Gerade für jene Sportarten und Kurse, in denen es kein Angebot gebe, sei es mittlerweile schwierig, eine Gebühr zu verlangen. „Auf diese sind wir aber angewiesen“, macht Seibold deutlich.

Deshalb habe man sich intern überlegt, wie man dem entgegenwirken könne. Die Lösung: ein Online-Studio. „Die technischen Voraussetzungen, was schnelles Internet angeht, haben wir bereits geschaffen. Nun brauchen wir die passende Ausrüstung“, erklärt Seibold.

Bisher sei es nämlich meist genau daran gescheitert. Entweder an einer schlechten Internetverbindung in den eigenen vier Wänden oder aber an der fehlenden Ausstattung. „Angebote gab es eben auch nur in denen Bereichen, in denen die Kursleiter sich technisch auskennen. Das ist aber nicht überall der Fall“, schildert Seibold. Mit einem Online-Studio wolle man den Grundstein dafür legen, dass es bald wieder ein flächendeckendes Angebot gebe. Die Kursleiter könnten dann aus Räumlichkeiten des Vereins „live gehen“, die Mitglieder sich zu Hause zuschalten. Es soll dann auch möglich sein, auf Kurse erst im Nachhinein zurückzugreifen, wenn Mitglieder beim Livekurs verhindert sind. „Auf die Ausrüstung könnte auch die Gemeinde zurückgreifen“, schlägt Seibold vor. Man könne sich durchaus vorstellen, zum Beispiel die Kandidaten für die anstehende Bürgermeisterwahl im Studio zu empfangen.

Nutzt der Verein die Ausrüstung auch nach der Pandemie noch?

Wahrscheinlich müsste man einen Teil der Mitglieder noch im Umgang schulen. „Wir haben viele jenseits der 60 und 70 Jahre“, beschreibt Seibold die Mitgliederstruktur.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates haben die Räte besprochen, ob der Verein einen Zuschuss für sein Vorhaben erhält. Oliver Klenk, Gemeinderat der FBB-Fraktion, klang nicht überzeugt. „Ich verstehe das nicht richtig. Heutzutage hat doch jeder einen Laptop, ein Handy oder ein Tablet. Auf Youtube kann jeder seine Videos platzieren. Zudem habe ich die Befürchtung, dass die Ausrüstung jetzt zwar genutzt wird, aber dass man es in einem halben Jahr, wenn hoffentlich wieder mehr möglich ist, nicht mehr braucht“, erklärte er seine Bedenken.

Seibold erwiderte, dass 15 bis 20 Gruppen es mit den eigenen elektronischen Geräten nicht schaffen würden, momentan gar keine Kurse stattfinden. „Unser Angebot muss sich einfach wandeln. Wir müssen als Verein fresher werden und wollen die Ausrüstung natürlich auch nach der Pandemie weiter nutzen.“ SPD-Rätin Susanne Reichert schilderte, dass man in ihrer Fraktion die Idee für unterstützenswert halte, es aber unterschiedliche Meinungen über die Höhe gebe.

Jochen Friz, Rat der BWV-Fraktion, konnte sich eine Pauschale von 2500 Euro gut vorstellen. Ob sich der Verein für die billigere Ausstattungsvariante (knapp 5000 Euro) oder die teurere Variante für 7500 Euro entscheide, sei den Verantwortlichen überlassen. Bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmten die Gemeinderäte mehrheitlich für diesen Vorschlag.

Während es für die Fußballer wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sie wieder draußen grätschen, bolzen und flanken dürfen, gibt es für andere Sportarten, die in der Halle stattfinden, bisher kaum Prognosen. „Wir erhalten zunehmend Anfragen von den Mitgliedern, die wissen wollen, wie es weitergeht“, erzählt Michael Seibold, Vorstand des SSV Steinach-Reichenbach. Bisher sei man ganz gut durch die Krise gekommen, habe das vergangene Jahr mit einem Minus von drei bis vier Mitgliedern

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