Berglen

Stoppelacker-Rennen: Ein Fest der Offroad-Knatterer

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Der Allrad-Club Berglen veranstaltet das vierte Stoppelacker-Rennen. © Laura Edenberger
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Staub, Dieselrauch und lautes Knattern genießen die Zuschauer auf dem Stoppelacker zwischen Oppelsbohm und Rettersburg. © Palmizi / ZVW
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Starten dürfen im Prinzip alle, auch ein sehr ziviler Mercedes. © Palmizi / ZVW
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Ein filmreif aufgemotzter Geländewagen macht Eindruck. © Palmizi / ZVW
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Das Publikum trinkt Apfelschorle unter einem Sonnendach und schaut, wie die Autos mit dem Acker klarkommen. © Palmizi / ZVW
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Logenplatz beim Rennen. © Palmizi / ZVW
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Der Allrad-Club Berglen veranstaltet das vierte Stoppelacker-Rennen. © Laura Edenberger
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Der Allrad-Club Berglen veranstaltet das vierte Stoppelacker-Rennen. © Laura Edenberger
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Der Allrad-Club Berglen veranstaltet das vierte Stoppelacker-Rennen. © Laura Edenberger
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Der Allrad-Club Berglen veranstaltet das vierte Stoppelacker-Rennen. © Laura Edenberger

Berglen. Verbrennungsmotoren auf Verabschiedungstour? Nicht in Berglen, wo der Highlanders Allrad-Club zum vierten Mal sein Stoppelacker-Rennen anbot, eine Feier brennender Benzine in Mega-Motoren, ein Fest der Offroad-Knatterer und Stinker, eine PS-Party der Premiumklasse. Der Acker bei Rettersburg noch voller, mehr Zuschauer und Teilnehmer als im letzten Jahr.

Die Endzeit-Szenerie hat was von „Mad Max im Land der lärmenden Motoren“: Der Riesenparkplatz vor einem Maisfeld wirkt wie eine Open-Air-Ausstellung des Verbrennungsmotors mit Schwerpunkt Geländewagen, auf dem Ackerboden würden Stoppeln unter den Schuhen dir barfuß ins Fleisch schneiden, eine Klangkulisse, in der Röhren und Knattern noch zu den angenehmeren Geräuschen zählen. Und dazu riecht es irgendwie brenzlig.

Monster-Motoren in fünf Größenklassen

Gut 2000 Leute schauen zu, wie Monster-Motoren in fünf Größenklassen sich aufplustern. Die Zuschauer schnuppern am Schweiß der fossilen Energien, hören zu, wie Jeep- und Dodge-Maschinen aufschreien und dann, Pistenstaub in ihren Bahnen hinter sich lassend, über den Stoppelacker beschleunigen, so forsch und frei, als gelte Diesel noch als saubere Sache.

In der Klasse über 400 PS starten fünf Fahrzeuge

Jeder der 65 gemeldeten Fahrer muss einmal jede der beiden Spuren abfahren, im Wechsel mit den Beifahrern. Einer aus Österreich ist dabei, auch eine Abordnung eines befreundeten Offroad-Vereins in Gschwend. Opas fahren mit ihren Enkeln, mancher mit Freundin oder Bekannten - „jeder, der Lust hat, fährt mit“, so Steffen Jordan vom Allrad-Club, Bruder des Vorstands Jörg Jordan. Ein knallgrüner Wildcat-Jeep ist dabei, ein Ford Raptur mit 6,2 Litern, auch eine 700 PS starke gelbe Mercedes-G-Klasse. Kfz in fünf Kategorien: unter 75 PS, bis 130 PS, bis 250, 400 und schließlich, in Klasse 1, über 400 PS, was auf fünf Starter zutrifft. Bei einem der röhrenden Allrounder sagt Moderator Joachim Schwarz am Stand des Allrad-Clubs: „Mann, der macht a G’schrei, der Karren!“, und man weiß nicht recht, ob er’s anerkennend oder abschätzig meint. Während der Mann am Mikro seine Sprüche über Wagen und Lenker verteilt, stehen die Zuschauer auf Bänken am Rand, teils auch auf Traktoren, um mehr zu sehen, und erfreuen sich am Staub, den die heißen Motoren aufwirbeln und weithin sichtbar hinter sich lassen. Einmal ist Staub-Pause, ein Traktor wässert die Bahnen, damit wieder ein bisschen Feuchtigkeit dazukommt, bis es nachher weitergeht und Schwarz feststellt: „Jetzt raucht’s wieder, einwandfrei!“

Insgesamt 100 Helfer im Einsatz

Alle 33 Mitglieder im 1990 gegründeten Allrad-Verein sind am Freitag und Samstag im Einsatz, dazu helfen ihnen Freunde und Partner, insgesamt 100 Helfer dürften es sein, schätzt Vorstand Jörg Jordan. Auch damit an beiden Tagen nach 17 Uhr die Zeltdisco stattfinden kann. Die GPS-Daten haben sie auf Flyern und Plakaten angegeben, damit jeder den „Acker zwischen Oppelsbohm und Rettersburg“ ganz leicht findet.

Highlander mit High Tech. Auch wenn die meisten Stoppelacker-Rennwagen für was ganz anderes zu stehen scheinen …


Kein Elektro-Auto

E-Mobilität? „Bin mal gespannt, wann bei uns das erste E-Auto mitmacht“, spekuliert Steffen Jordan vom Allrad-Club Berglen auf ein Stoppelacker-Rennen unter den Zeichen der Zukunft.

Aber was wäre die ganze Sache ohne den Sprit-Gestank, den Vergaser-Lärm, den ganzen abgebrannten Charme einer Autokultur in den letzten Zügen?