Berglen

Straße zum Rettichkreisel: Sanierung im Zeitplan

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Reinhold Sczuka, Bürgermeister von Althütte, und Landrat Dr. Richard Sigel beim Baustellentermin. © Büttner / ZVW

Berglen. Die Sanierungsarbeiten an der Landesstraße zwischen dem Stöckenhof und dem Rettichkreisel sind weitgehend abgeschlossen. Auch die Verschwenkung der Landesstraße am Ortseingang ist so weit fertiggestellt, dass die Straße am 22. Oktober wieder freigegeben wird. Die sieben Wochen Vollsperrung sind damit beendet. Das gilt allerdings nur für den Pkw-Verkehr. Lkw müssen vorläufig weiter die offizielle Umleitung über Allmersbach im Tal und Backnang nehmen.



Unmittelbar im Anschluss beginnen die Arbeiten jenseits des Kreisverkehrs im Stöckenhof, und für diese wird die Ortsdurchfahrt ab dem Kreisel und damit die Straße nach Hertmannsweiler komplett für den Verkehr gesperrt, und zwar, Stand der Planung derzeit, bis 21. Dezember, also rund zwei Monate lang. Die Pkw-Fahrer, die nach Winnenden wollen, kommen über die Straße nach Bürg (K 1914) dorthin, auch die Straße nach Berglen (K 1915 über Öschelbronn-Rettersburg-Oppelsbohm) ist offen.

Vollsperrung doppelt genutzt

Rund vier Wochen hat die Teilsanierung der Landesstraße gedauert. Die Arbeiten erfolgten in der Zeit, in der Straßenverschwenkungsarbeiten vor dem Stöckenhofer Kreisel laufen, die insgesamt sieben Wochen dauern. Die Vollsperrung ist also doppelt genutzt worden.

450 Meter nach dem Ortsausgang, 550 Meter am Beginn des Waldes

Die Landesstraße wurde zwischen dem Teilort und dem Rettichkreisel nicht auf ihrer gesamten Länge saniert, sondern nur auf zwei Abschnitten, die besonders schadhaft und damit gefährlich waren. Der erste, 450 Meter lange Abschnitt befindet sich kurz nach dem Ortsende, der zweite, etwa 550 Meter lange Abschnitt etwa auf der Hälfte der Strecke, dort, wo der Wald beginnt. Etwa 300 Meter Strecke, vom Rettichkreisel her, wurden schon früher saniert. Somit sind von den insgesamt 2,5 Kilometer Länge nun 1,3 Kilometer saniert.

150 000 Euro für Sanierung

Das Land hat auf Drängen der vier Anrainerkommunen, vor allem Berglen, und des Landkreises, außerplanmäßig 150 000 Euro zur Verfügung gestellt. Mit dieser Summe ist die erfolgte Sanierung vollständig finanziert, an den Gemeinden und dem Rems-Murr-Kreis bleibt nichts hängen. Die Straße steht nach wie vor im Erhaltungs- und Ausbauplan des Landes nicht oben auf der Prioritätenliste, sondern unter „ferner liefen“. Den Ausschlag, dass aus Stuttgart dennoch Geld floss, gab, dass die Straße zwar keinen Unfallschwerpunkt aufweist, sie aber laut Unfallzahlen eine sogenannte Unfallhäufigkeitslinie ist. Die Zahl der Unfälle und der Verletzten dort hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Offiziell vor allem durch Zusammenstöße, weil Autofahrer aufgrund schlechter Fahrbahnränder und fehlender Markierung zu weit in der Mitte fuhren, Oder weil sie überholten, an Stellen und in Momenten, in denen sie das besser hätten nicht tun sollen. Inoffiziell also auch, weil dort gerast wurde.

Unfall- und Verletztenzahlen in vergangenen Jahren gestiegen

Aufgrund des Anstiegs tagte eine Kommission mit Vertretern der Polizei, der Straßenverkehrsbehörde und des Straßenbauamts. Daraus folgte die Empfehlung, die auch umgesetzt wurde, einer Rand- und einer Mittelmarkierung der Straße, in Bereichen, in denen überholt werden darf, unterbrochen, gestrichelt, in den anderen, vor allem den Kurven, durchgezogen.

Als die Unfallzahlen in der Folge aber nicht zurückgingen, gab es einen erneuten Ortstermin mit Vertretern des Regierungspräsidiums – mit Erfolg. Es folgte das, was Landrat Dr. Richard Sigel ein „großes Zugeständnis“ des Landes nennt, unter der Maßgabe von diesem, dass das Rems-Murr-Landratsamt die Umsetzung (vor allem Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung) der Sanierung übernimmt.


Tempolimit 70 und Überholverbot

Die sanierten Abschnitte, bislang besonders schadhaft (Ausbrüche an den Rändern, nachgebender Belag), haben nicht nur eine neue Deckschicht, sondern auch neue, klar zu erkennende Ränder bekommen. Laut Straßenbauamtsleiter Stefan Hein ist die Straße damit auf der kompletten Länge in einem „ordentlichen“, laut Landrat Sigel „anständigen“ Zustand.

Zunächst war eine Sanierung von nur zwei jeweils 400 Meter langen Abschnitten geplant, da aber deren Unterbau, wie sich herausstellte, wider Erwarten laut Hein in noch halbwegs vernünftigem Zustand war, konnten mit dem eingesparten Geld die Abschnitte verlängert werden.

Die Straße ist im Bestand saniert worden, also durchgehend weiterhin sechs Meter breit. Was nicht optimal sei, räumen Hein und Sigel ein. Würde die Landesstraße neu gebaut, wären insgesamt 9,5 Meter erforderlich. Wenn zwei Brummis sich begegnen, bleibe es also weiterhin eng, so Hein. Die neuen Fahrbahnränder, auf die dann in der Regel ausgewichen werde, hielten nun aber dieser vielfachen Belastung gegenüber Pkw stand.

Auf der Strecke gilt nun Überholverbot (außer bei Traktoren und Schleppern) und durchgängig Tempolimit 70. Damit solle vorgebeugt werden, dass die ausgebaute Straße zur Rennstrecke werde, so Sigel.