Berglen

Streich brennt: Duft der Destillate durchzieht das Dorf

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Streich brennt am Samstag, 30.03. © ZVW / Gabriel Habermann
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Streich brennt am Samstag, 30.03. © ZVW / Gabriel Habermann
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Streich brennt am Samstag, 30.03. © ZVW / Gabriel Habermann
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Streich brennt am Samstag, 30.03. © ZVW / Gabriel Habermann
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Streich brennt am Samstag, 30.03. © ZVW / Gabriel Habermann
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Streich brennt am Samstag, 30.03. © ZVW / Gabriel Habermann

Berglen. Fast hätte man am Samstagabend meinen können, den Geruch einer Wolke frisch destillierten Alkohols wahrzunehmen, der sich wie eine Glocke über Streich gelegt hatte. Stand doch das 200-Seelen-Dorf in den Berglen ganz im Zeichen der neunten Auflage der Veranstaltung „Streich brennt“.

Eröffnet wurde der Abend im Hof von Herbert Frank von niemand anderem als Vera Bullinger, der im vergangenen Herbst ernannten siebten Destillationskönigin aus Wolpertshausen-Rudolfsdorf. Auf ihrem Rundgang durch den Ort begleitete sie Karl Müller, der Präsident des Verbandes der Klein- und Obstbrenner Nordwürttemberg. Da Bullinger selbst aus einer Familie stammt, die seit Generationen Schnaps brennt, sind Brennereien für sie vertrautes Gelände, die Berglen oder gar Streich, gestand sie, stellten absolutes Neuland dar, in das es sie bisher noch nicht verschlagen hatte. Ein Platz zum Wohlfühlen, so ihr erster Eindruck.

Der „schwäbische Tequila“: Obstwasser mit Schwarzwurst

Bei Franks hatte die ganze Familie sich und den Hof eine Woche intensiv auf diese Veranstaltung vorbereitet. „Doch ohne unsere Freunde und Nachbarn könnten wir eine solche Herausforderung überhaupt nicht stemmen, ihnen allen sind wir unendlich dankbar“, lobte Herbert Frank, der den Besuchern stolz die ganze Bandbreite seiner Destillate vorstellte. Er und Schwiegersohn Birger ließen sich bei der Arbeit auch bereitwillig über die Schulter schauen; dafür hatten sie extra zwei Brände mit Apfelsaft vorbereitet. Und natürlich beschränkten sich die Besucher nicht aufs Schauen, die hochprozentigen Wässerchen mussten auch verkostet werden. Und da es dazu unbedingt einer belastbaren Grundlage bedarf, standen im Hof, in den liebevoll dekorierten Kellern, in der guten Stube und sogar im ausgebauten Kuhstall auch schwäbisch-bodenständige Köstlichkeiten wie Maultaschen, Kutteln, Salzkuchen und „Streichbrot“ mit Kräuterkäse oder Griebenkäse bereit, damit die Besucher ihren Heißhunger stillen konnten. Fehlen durfte da natürlich auch nicht der „Schwäbische Tequila“ - Obstler mit schwarzer Wurst und Senf.

Aus Kornwestheim kommt eine Gruppe zum Junggesellenabschied

Dass die Stimmung den ganzen Abend über einem feucht-fröhlichen Familienfest glich, dafür sorgte der Alleinunterhalter Roland Bretzler aus Schlechtbach mit seiner Steirer Harmonika.

Zu den ersten Besuchern, die an diesem Abend zielstrebig nach Streich hinein am Milchhäusle vorbei Eberhard Zieglers Betrieb zustrebten, gehörte ein Dutzend ausgelassener, aufs Feiern eingestimmter junger Männer, ein VfB-Fanclub aus Kornwestheim. Teilweise seien sie schon zum siebten Mal zum Schnapsfest in Streich, erzählten sie, aber dieses Mal sei es etwas ganz Besonderes, nämlich einer von ihnen, „der Bastian“, feiere an diesem Tag seinen Junggesellenabschied. Und was sei dafür besser geeignet als Streich an diesem Samstag? Eberhard Ziegler lud ebenfalls dazu ein, einen Blick in seine Brennerei zu werfen und ihm bei der Arbeit zuzuschauen. Er hatte Quitten sowie eine „Dreiklang-Mischung“ aus Zwetschgen, Kirschen und Mirabellen zum Brennen vorbereitet. Um den Hunger seiner Gäste zu stillen, standen Maultaschen, Paprika und grobe Bauernbratwürste, Schnitzel und Bier, Wein, Apfelsaft und Most zum Nachspülen bereit.

Oldies vom Alleinunterhalter Charly und Gulasch vom Wild

Bei Holzwarths nebenan warteten als Schmankerl neben den Kellerschätzen ein spektakuläres Wildgulasch und Alleinunterhalter Charly, der sein begeistertes Publikum mit Oldies, ein bisschen Jazz und Country gepflegt unterhielt.