Fellbach

Ab Juni wird der Schwabenlandtower in Fellbach umgebaut

SLT Tower
Der Tower im Februar. Archivfoto: Mogck © Joachim Mogck

Es sieht ruhig aus an der Tower-Großbaustelle in Fellbach. Der Schein trügt allerdings. Nach Auskunft des Bauträgers, der CG-Gruppe, erfolgen derzeit die Beauftragungen der Firmen für den großflächigen Umbau sowie die Umgestaltung des 107 Meter hohen ehemaligen Gewa-Towers.

Begonnen wird im Juni – je nach Stand der Auftragsvergabe vor oder nach den Pfingstfeiertagen. Los geht’s dann mit den Rohbau- und Trockenbauarbeiten. Da das Gebäude komplett umgestaltet wird, sind umfangreiche Eingriffe erforderlich, wie die Stadt Fellbach mitteilt. Denn in Zukunft soll der Schwabenlandtower 194 hochwertige, energieeffizient gebaute Wohnungen beherbergen. Ursprünglich vorgesehen waren vom vormaligen Bauträger Gewa nur 66 Luxus-Appartements, zum Teil über mehrere Stockwerke hinweg. Nach der Übernahme des Towers aus der Gewa-Insolvenz plante die CG-Gruppe komplett um und reichte im August 2019 einen ersten Bauantrag bei der Stadt Fellbach ein. Es folgte im Oktober 2019 ein Nachtrags-Bauantrag für den heutigen Schwabenlandtower SLT 107, um das Gebäude energietechnisch auf den modernsten Stand bringen zu können.

Graffiti am Schwabenlandtower sind immer noch da

Die CG-Gruppe strebt mit dem Umbau den sogenannten „KfW-Standard 55“ an. Also einen Energieverbrauch, der nur 55 Prozent eines vergleichbaren Neubaus ausmacht. Nach den Entkernungsarbeiten im vergangenen Jahr und der seit März vorliegenden Baugenehmigung durch die Stadt Fellbach erfolgte in den vergangenen Monaten die Beauftragung der einzelnen Gewerke. „Nach Gesprächen mit dem Investor rechnen wir momentan nicht damit, dass es durch die Corona-Pandemie zu Zeitverzögerungen kommt“, führt Baubürgermeisterin Beatrice Soltys aus. Allerdings seien die coronabedingten Einreisebeschränkungen sicher ein Hindernis für die Bauunternehmen – und für einen reibungslosen Verlauf nicht förderlich. Im Zuge der Fassadenarbeiten werden dann wohl auch die Graffiti verschwinden, die im Februar angebracht wurden und, Stand Dienstagmorgen (05.05.), noch immer an der Spitze des Turms prangen.

Die Wohnungen werden nach Angaben des Investors voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 fertiggestellt. Der Bauträger rechnet mit rund anderthalb Jahren Bauzeit für die Umgestaltung der Grundrisse, der Fassade, des Hotels sowie der kompletten Maßnahme. Zwei Jahre nach der Gewa-Pleite hatte die bundesweit agierende CG-Gruppe die Bauruine erworben. Im Interview mit unserer Zeitung sagte CG-Gründer Christoph Gröner vor einigen Monaten rückblickend: „Hätte man mich vorher gefragt, ob ich dort ein Hochhaus bauen will, wäre ich mit dem spitzen Bleistift schnell zu der Überzeugung gelangt: Nein, das rechnet sich nie.“ Wegen der vorangegangenen Pleite wurde der Tower aber zur „unkaputtbaren“ Investition.