Fellbach

Corona-Hilfen: "Viele fallen durch das Raster", warnt Fellbachs Oberbürgermeisterin Zull in Brief an die Wirtschaftsministerin

Lamm Schorndorf
Symbolbild. © ZVW/Gaby Schneider

Corona-Hilfen an Betriebe sollen schnell ausgezahlt werden, die Geschäftsleute „eine existenzsichernde Unterstützung“ erhalten – darum bittet die Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull in einem Brief an die Wirtschaftsministerin des Landes, Nicole Hoffmeister-Kraut.

„So sehr ich den Lockdown auch für notwendig halte, bitte ich Sie doch eindringlich, dem Einzelhandel und der Gastronomie die versprochenen Unterstützungsleistungen zeitnah zukommen zu lassen“, schreibt Zull an die CDU-Politikerin. „Zum Teil warten die Unternehmen seit November auf die Gelder, sie müssen sich mit Zwischenkrediten über Wasser halten und sind auf die Kooperation der Banken angewiesen. Ich bekomme von vielen Unternehmern sehr bittere Rückmeldungen zu den versprochenen Unterstützungsleistungen des Landes und des Bundes!“

Der verlängerte Lockdown habe vor allem den Einzelhandel, die Gastronomie und die Dienstleistungsbetriebe „mit voller Wucht getroffen“, so die OB. „Die Politik hat diesen Unternehmen eine schnelle und unbürokratische Unterstützung zugesagt und die Unternehmen haben sich darauf verlassen. Nach einer Umfrage bei den Fellbacher Betrieben wurden diese Hilfen aber nicht zeitnah ausgezahlt und sind auch nicht unbürokratisch zu beantragen. Neben dem hohen wirtschaftlichen Schaden, den die Betriebe erleiden, steht jetzt auch noch ein Vertrauensverlust.“

Laut Zull sind bei den Fellbacher Gastronomen von den beantragten November- und Dezemberhilfen bisher nur Abschlagszahlung eingegangen – „und dies auch nicht bei allen“. Bei den Einzelhändlern und Dienstleistern, die die Überbrückungshilfe II bzw. III beantragt haben, sei bisher noch gar nichts angekommen, sagt die Oberbürgermeisterin. Sie kritisiert in dem Brief: „Bei den momentan geltenden Kriterien fallen viele Einzelhändler, trotz ihrer hohen Verluste, durch das Raster.“