Fellbach

Corona-Impfung in Fellbach: Im Impftruck mit Inge Winter und Manfred Engelmann

Impftruck Fellbach
Im Inneren des Impftrucks. © Benjamin Büttner

Am meisten vermisst Inge Winter aus Fellbach, ihre Tochter und die Enkel in den Arm zu nehmen. Seit einem Jahr halten sie wegen des Coronavirus mehr Abstand als früher. Nun kann die Familie zumindest ein bisschen aufatmen, denn Winter hat ihre erste Impfung bekommen. Nachdem sie sich bislang erfolglos um einen Termin im Kreisimpfzentrum bemühte, hat es beim Impftruck geklappt. Am Donnerstag machte die mobile Praxis in Schmiden, am Freitag in Fellbach auf dem Parkplatz der Schwabenlandhalle Station. Ausgewählt wurden die Kommunen danach, wie weit sie vom Kreisimpfzentrum entfernt sind und wie viele über 80-jährige Einwohner sie haben.

Die Impfung ist begehrt: „Nach wenigen Stunden waren alle Termine vergeben“, sagt die Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Da der Impfstoff knapp ist, freut sie sich über jede einzelne verabreichte Impfdosis. „Mittelfristig sollte Impfen für alle Bürger so einfach werden.“ Doch solange es noch nicht genug Impfstoff gebe, der dann auch von Hausärzten verabreicht werden könne, sei der Truck eine gute Idee, um älteren Mitbürgern ein Impfangebot quasi vor der Haustür machen zu können.

Impfen in Arztpraxis auf Rädern

Im Inneren des mehr als 30 Meter langen und 32 Tonnen schweren Anhängers befinden sich zwei vollständig eingerichtete Arztpraxen, berichtet Gerd Holzwarth, Dezernent im Landratsamt und Leiter des Kreisimpfzentrums. Es gibt nur vier solcher Trucks in Deutschland. Ursprünglich angeschafft wurden diese, um auf Ebola-Ausbrüche oder vergleichbare Katastrophen reagieren zu können.

Jetzt wird darin gegen das Coronavirus gekämpft. Zwei mobile Impfteams des Robert-Bosch-Krankenhauses sind im Einsatz, alle drei Minuten setzen sie eine schützende Spritze. 132 Personen können so pro Tag im Truck den begehrten Piks bekommen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an über 80-Jährige, geimpft wird mit dem Vakzin von Biontech Pfizer. Bislang wurde keine einzige Dosis weggeworfen: „Wir haben Personen auf der Warteliste, die wir informieren, wenn ein Termin frei wird“, sagt Holzwarth. Die Senioren, die die Stufen zum Truck nicht bewältigen können, können ihre Impfung in der Schwabenlandhalle bekommen.

Nächste Impfung in drei Wochen

Dort werden auch die Formalitäten erledigt. Wer einen der begehrten Impftermine ergattert hat, kann sich dort anmelden, bekommt einen Anamnesebogen, ein Aufklärungsblatt und eine Einwilligungserklärung. Alle frisch Geimpften werden in der Halle nach der Injektion außerdem eine Viertelstunde lang beobachtet. Probleme in Zusammenhang mit der Impfung habe es allerdings noch nie gegeben, sagt Holzwarth: „Es gab nur ganz vereinzelt Kreislaufprobleme, was aber auf die Aufregung zurückzuführen ist.“

„Ich habe kaum etwas gemerkt“, sagt Manfred Engelmann nach dem Piks. Dem 87-Jährigen war auch nicht bange: „Ich lasse mich auch jedes Jahr gegen Grippe impfen.“ Seinen Alltag werde er nach der Impfung nicht verändern, doch er fühle sich nun sicherer, denn die Berichte über schwere Corona-Verläufe hätten ihn beunruhigt. Auch Inge Winter hatte angesichts steigender Infektionszahlen zuletzt ein mulmiges Gefühl. „Ich bin sehr froh, jetzt geimpft zu werden.“ Vorsichtig werde sie mit Umarmungen trotzdem weiter sein, da die Jüngeren in der Familie ja noch nicht geimpft sind und man nie wissen könne, ob man das Virus vielleicht auch nach der Impfung weitergeben könne. In drei Wochen bekommen Engelmann, Winter und alle anderen die zweite Impfung, wenn der Impftruck zum zweiten Mal in Fellbach Station macht.

Weitere Stationen des Impftrucks

Der Impftruck kommt am 15. und 16. April nach Waiblingen, am 17. und 18. April nach Weinstadt, am 26. April nach Kernen und am 28. April nach Korb. Termine werden über die Rathäuser vergeben. Diese informieren die Bürger, sobald Termine vereinbart werden können. Bürger werden dringend gebeten, sich erst dann an das Rathaus ihres Wohnortes zu wenden, wenn dazu aufgefordert wird.

Am meisten vermisst Inge Winter aus Fellbach, ihre Tochter und die Enkel in den Arm zu nehmen. Seit einem Jahr halten sie wegen des Coronavirus mehr Abstand als früher. Nun kann die Familie zumindest ein bisschen aufatmen, denn Winter hat ihre erste Impfung bekommen. Nachdem sie sich bislang erfolglos um einen Termin im Kreisimpfzentrum bemühte, hat es beim Impftruck geklappt. Am Donnerstag machte die mobile Praxis in Schmiden, am Freitag in Fellbach auf dem Parkplatz der Schwabenlandhalle

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