Fellbach

Demo am F3 in Fellbach: Italienischstämmige Bürger demonstrieren für Wiedereröffnung eines Krankenhauses in Kalabrien

DemoCariati
Der Waiblinger Stadtrat Alfonso Fazio (rechts) spricht auf der Demo. © Gaby Schneider

Etwa 50 Menschen haben nach Polizeiangaben am Sonntag vor dem F3-Schwimmbad in Fellbach gefordert, das vor Jahren geschlossene Krankenhaus in der süditalienischen Gemeinde Cariati wiederzueröffnen. Die Veranstalter sprechen sogar von 70 Demonstranten.

Gerade in der Corona-Pandemie seien Cariati und die ganze Region Kalabrien unterversorgt, so die Anmelder der Demo. Sie betreiben ein italienisches Restaurant in Winterbach und haben die Facebook-Gruppe „Escia a mare“ (heißt so viel wie „Raus aufs Meer“) gegründet, die sich an aus Cariati stammende Menschen weltweit richtet und knapp 11 000 Mitglieder hat. Auch in Fellbach und dem Rems-Murr-Kreis leben viele Menschen, deren Familien einst aus Cariati und Kalabrien eingewandert sind.

Fazio: Es fehlen Intensivbetten

Dazu gehört auch der Waiblinger Stadtrat Alfonso Fazio (Agtif-Fraktion), der in Cariati geboren wurde. Fazio sagte unserer Redaktion, die Demo in Fellbach solle ein Zeichen an die Politik in Rom und Kalabrien senden. Die Gesundheitsinfrastruktur in Süditalien sei stark privatisiert worden. Nun fehlten Intensivbetten, um Covid-Patienten zu versorgen.

Das vor rund zehn Jahren geschlossene Krankenhaus in Cariati, das einst erste Anlaufstation für etwa 120 000 Menschen in der Region war, ist seinen Angaben zufolge in gutem Zustand und könnte Patienten aufnehmen. Im Moment wird es von jungen Leuten besetzt, weshalb die staatlichen Fernsehsender über das Thema zuletzt groß berichtet haben.

Was sagt die Polizei über den Ablauf der Demo?

Einsatz- und Revierleiter Jan Kempe teilte am Sonntag mit, dass aus Sicht der Polizei die Veranstaltung ruhig und äußerst geordnet abgelaufen sei. Los gegangen sei es um 10.10 Uhr, die Demo selbst sei um 11.23 Uhr etwas früher beendet worden. Mit Blick auf die Auflagen sagte Kempe, dass diese alle eingehalten wurden – gerade auch die Coronaregeln. So sei das Mikrofon nach jedem Redner abgerieben worden, ehe es der nächste Redner benutzte. Auch seien die Abstände eingehalten worden. Und: „Sie haben alle Masken getragen.“

„Wir haben Hoffnung“

Über das Lob der Polizei freut sich Fazio. Ihm war es wichtig, mit der Demo den Menschen eine Stimme für ihr Anliegen zu geben. Die jüngsten Signale der Politik zu dem Krankenhaus stimmen ihn zuversichtlich. „Wir haben Hoffnung.“