Fellbach

Fahrrad-Tricks für mehr Sicherheit

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Actionreich ging es los mit einer Show von Trial-Bike-Profi, Weltrekordhalter und Weltpokalsieger Daniel Rall. © Ramona Adolf

Fellbach. Mit Spaß und Spiel soll eine landesweite Kampagne des Innenministeriums Schülern zeigen, wie wichtig es ist, einen Fahrradhelm zu tragen. Kinder verschiedener Klassenstufen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums nahmen am Mittwoch an einem der vier Radhelm-Aktionstage in Baden-Württemberg teil.

Ziel der Aktionstage ist, die Anzahl der Helmträger bei Kindern zu erhöhen und schweren Verletzungen durch Fahrradunfälle vorzubeugen.

Actionreich ging es los mit einer Show von Trial-Bike-Profi, Weltrekordhalter und Weltpokalsieger Daniel Rall, der auch Botschafter der Kampagne ist. Sprünge aus eineinhalb Metern Höhe mit punktgenauer Landung, einer Fahrt über die Slackline und Seilhüpfen um die Wette mit einer Schülerin. Rall heizte die Stimmung an. Zwischen Spannung und Jubel erklärte er den Schülern, wie wichtig der Helm bei seinen Tricks ist: „Der hängt bei mir immer am Lenker parat, ohne Helm steige ich nicht auf’s Rad!“

Ein Sturz auf den Kopf, sei es mit dem Fahrrad, dem Longboard, Waveboard oder mit den Inlinern, kann zu Verletzungen des Gehirns führen. Es entstehen oft irreparable Schäden. Das menschliche Gehirn ist von seiner Konsistenz vergleichbar mit einem Pudding. Der dünne Schädelknochen hält nicht viel Gewalteinwirkung aus.

Deshalb ist es auch für Erwachsene nicht nur in ihrer Vorbildfunktion ebenso entscheidend, einen Helm zu tragen. Im Jahr 2015 verletzten sich in Baden-Württemberg insgesamt 8421 Personen bei Fahrradunfällen, rund ein Viertel davon schwer. Von 42 tödlich verunglückten Radfahrern trugen zwei Drittel keinen Helm. Der Helm schützt aber erst dann richtig, wenn er gut sitzt und passend eingestellt wurde. Andreas Stäble vom Referat für Verkehrsunfallprävention des Innenministerium Baden-Württemberg zeigte Jonas (zwölf Jahre) und Sunaja (elf Jahre) aus der sechsten Klasse wie der Helm fest sitzt. „Viele Kinder sind unterwegs und der Helm hängt ganz schräg auf dem Kopf. Aber nur wenn der Helm richtig sitzt, schützt er dich auch, wenn du hinfällst“, erklärt er den Kindern. Die beiden, so sagten sie, tragen bei jeder Runde mit dem Rad ihren Helm. Bei der Aktion konnten sie aber noch einiges dazulernen.

Die Schüler machten auf dem Schulhof die Runde an verschiedenen Stationen. Da gab es einen Stand des Roten Kreuzes, das zeigte, wie die Erstversorgung von Wunden gemacht wird. Gegenüber konnten die Kinder im Stil von Hau-den-Lukas mit einem Gummihammer auf einen Helm schlagen. Die Kraft des Schlags wurde auf einer großen Leinwand angezeigt. Ein Mitarbeiter am Stand erklärte, was eine solche Krafteinwirkung mit dem ungeschützten Kopf machen würde.

In einer Fotobox konnten sich die Kinder mit Helmen ablichten lassen und die Bilder dann ganz zeitgemäß in den sozialen Netzwerken hochladen. Wem damit noch nicht genug Action geboten war, der konnte seine Kraft an einem feststehenden Fahrrad testen, bei dem man wie am Hometrainer die Steigung einstellen konnte.