Fellbach

Fellbach: Mann verfolgt Frau nach U-Bahnfahrt und wirft Bierflasche nach ihr

Amtsgericht
Symbolbild. © pixabay

Ein mildes Urteil für eine Vielzahl von Anklagepunkten - so lässt sich das Ergebnis einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Waiblingen beschreiben. Angeklagt war ein 38-jähriger Mann aus Fellbach. Das Gericht sprach den Mann einer versuchten gefährlichen Körperverletzung, mehrerer Beleidigungen, einer Sachbeschädigung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte schuldig und verhängte dafür eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung.

Bier über die Hose gegossen

Im ersten Teil der Verhandlung ging es um das Geschehen im Januar 2020. Das Gericht sah es aufgrund der ausführlichen und glaubhaften Schilderung der Geschädigten als erwiesen an, dass der Mann eine versuchte gefährliche Körperverletzung begangen hatte: Die 22-jährige Studentin war mit der U-Bahn in Richtung Fellbach unterwegs gewesen und hatte sich dem Angeklagten gegenübergesetzt. Bereits hier war ihr aufgefallen, dass der Mann angetrunken wirkte, als er ihr den Inhalt seiner Bierflasche über die Hose goss. Darüber verärgert stellte sie sich woanders hin und machte heimlich ein Foto des Mannes.

Beleidigt, gegen Wand gedrängt und bespuckt

Als die Zeugin dann an der Endhaltestelle ausgestiegen war, meldete sie den Vorfall dem Fahrer der Bahn. Dies sah der 38-jährige Fellbacher. Er schrie die junge Frau daraufhin an und beleidigte sie. Als sie sich von der Bahn in Richtung einer Kreuzung entfernte, folgte ihr der Mann.

Schließlich warf er ihr seine Bierflasche hinterher, die die junge Frau aber nicht traf, sondern auf der Straße zerbrach. Danach drängte der Mann sie laut ihrer Aussage an eine Wand, spuckte ihr ins Gesicht und beleidigte sie. Infolge dieser Tat konnte die Geschädigte nach eigenen Angaben ein halbes Jahr lang nicht mehr alleine mit der Bahn fahren.

Täglich Alkohol und Drogen

Ein weiterer Vorfall, der nun vor dem Amtsgericht verhandelt wurde, hatte sich bereits im November 2019 ereignet: Der Angeklagte hatte vor einem Supermarkt in Fellbach an einem Imbiss so kräftig auf einen der Stehtische geschlagen, dass ein darauf liegendes Tablet und eine Brille eines anderen Kunden herunterfielen und beschädigt wurden. Gegen seine Verhaftung durch die hinzugezogene Polizei sträubte sich der Mann und beleidigte einige der Beamten.

Der Angeklagte wurde von vielen der acht erschienenen Zeugen als aggressiv auftretend und alkoholisiert wirkend beschrieben.

Dank Therapie: Richterin gibt ihm noch eine Chance

Er sagte vor dem Gericht, dass er tatsächlich in der Vergangenheit täglich Alkohol getrunken und Drogen konsumiert habe. Mittlerweile hat der Mann aber eine Therapie abgeschlossen.

Richterin Thümmel entschied sich daher auch für eine Bewährungsstrafe: „Ich denke, man muss Ihnen eine Chance geben“, sagte sie am Ende der Verhandlung in Richtung des Mannes.

Ein mildes Urteil für eine Vielzahl von Anklagepunkten - so lässt sich das Ergebnis einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Waiblingen beschreiben. Angeklagt war ein 38-jähriger Mann aus Fellbach. Das Gericht sprach den Mann einer versuchten gefährlichen Körperverletzung, mehrerer Beleidigungen, einer Sachbeschädigung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte schuldig und verhängte dafür eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung.

Bier über die Hose

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