Fellbach

Fellbacher Herbst verzeichnet Besucherrekord

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Der Umzug zog so viele Besucher an, wie nie zuvor. © Ralph Steinemann Pressefoto

Fellbach. Knapp 250 000 Besucher trotzten bei der 70. Auflage des Fellbacher Herbstes dem wechselhaften Wetter. Veranstalter und Polizei ziehen ein überwiegend positives Resümee: Das Sicherheitskonzept habe sich bewährt.

Im Zentrum des diesjährigen Fellbacher Herbstes stand die Städtepartnerschaft mit der sächsischen Stadt Meißen. Vor 30 Jahren, noch zu Zeiten des Kalten Krieges bauten die beiden Städte eine der ersten deutsch-deutschen Städtepartnerschaften „auf Augenhöhe“ auf, wie Oberbürgermeisterin Gabriele Zull in ihrer Festansprache rückblickend feststellte. Für Zull war es der erste Fellbacher Herbst als Oberbürgermeisterin. „Ich bin angekommen, das ist meine Stadt“, sagte sie.

Polizei lobt Sicherheitskonzept

„Das Sicherheitskonzept hat sich bewährt“, so die Verantwortlichen von Polizei, Ordnungsamt und Schwabenlandhalle in einer Pressemitteilung. Mit Hilfe eines neuen Beleuchtungskonzeptes und mit Videokameras wurden die Besucherströme auf dem weitläufigen Veranstaltungsareal zwischen Alt-Fellbach und Schwabenlandhalle überwacht.



Zusätzlich zu Polizei und Ordnungsamt war ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz. Neben einer geringen Zahl an Ruhestörungen, Randalierern, Sachbeschädigungen, Verkehrsdelikten und Trunkenheitsfällen wurde Freitagnacht erstmals Anzeige wegen sexueller Belästigung in einem Fall erstattet.

Die Sicherheitskräfte waren der Mitteilung zufolge vor allem in der Nacht von Samstag auf Sonntag gefordert. Zwei jugendliche Gruppen aus Fellbach und Umgebung hatten sich zur Randale verabredet. Etwa 60 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren verwickelten sich demnach gegenseitig in Schlägereien und wichen der Polizei dabei immer wieder aus.

Platzverweise wegen Schlägereien

Die Schlägereien führten zu leichten Körperverletzungen und „hatten keinen rassistischen Hintergrund, sondern waren bewusst zwischen den beiden Gruppen provoziert und organisiert“, so Klaus Auer, Leiter der Polizei Fellbach. Der Einsatz endete mit der Feststellung zahlreicher Personalien sowie einer Vielzahl an Platzverweisen. Am Sonntagabend versuchten dieselben Gruppen erneut, sich gegenseitig zu verletzen. Die Aktion konnte rasch durch Platzverweise beendet werden.

Zwei weitere Schlägereien am Hallenbad hielten die Polizei in der Nacht zum Sonntag auf Trab. Zunächst gerieten dort zwei Personen in einen handgreiflichen Streit mit leichten Körperverletzungen, später schaukelte sich am selben Ort eine Auseinandersetzung in einer Gruppe hoch.

Nach Prügeleien mit gefährlichen Gegenständen musste ein Schwerverletzter ins Krankenhaus eingewiesen werden. Außerdem kam es allein am Samstagabend vier Mal zu Übergriffen auf Polizeibeamte, die sich bei der Trennung der Streitenden Angriffen und Beleidigungen erwehren mussten.

Erste Bilanz der Weingärtner

Traditionell ziehen die Weingärtner beim Fellbacher Herbst eine erste Bilanz: Nach dem Frost im April verbuchten die Wengerter durchschnittlich 30 bis 40 Prozent weniger Ertrag. „Abhängig von der Lage haben wir zwischen zehn und 90 Prozent Einbußen“, stellte der Vorstandsvorsitzende der Fellbacher Weingärtner, Tomas Seibold, in einem Gespräch fest.

Für die Weinbauern und die Fellbacher Landwirte gehört der Fellbacher Herbst – auch wenn er mitten in der Weinlese liegt – zur festen Tradition und ist Bestandteil des Erntedanks.

„Besonders die Besucherzahlen beim Umzug waren beeindruckend"

Seinen Anfang nahm das Fest 1948 mit einem Umzug der Landjugend, der Jungwinzer und der Stadtkapelle. 2017 gestalteten insgesamt 60 Gruppen den Umzug. Neben zahlreichen Spielmannszügen und Musikgruppen, Schulen und Sportvereinen marschierten auch verschiedene Kulturvereine und die Bürgerwehr Mengen mit. Erstmals beteiligte sich die chinesische Gruppe Qipao in traditionellen Seidengewändern und die Narrenzunft Rot-Weiß am Zug.

„Besonders die Besucherzahlen beim Umzug waren beeindruckend“, so der städtische Veranstaltungsleiter Rolf Krautter. Über die vier Tage verteilt kamen knapp 250 000 Besucher zum Fellbacher Herbst. Pünktlich zum Start des verkaufsoffenen Sonntags riss der wolkenverhangene Himmel auf und die Gäste strömten in die Stadt.

Zusammen mit den Vorsitzenden des Stadtmarketings sowie dessen Geschäftsführer Florian Gruner machte sich auch Oberbürgermeisterin Gabriele Zull ein Bild vom Angebot. Am Montagabend endete die Veranstaltung mit einem Fackelzug der Jüngsten, an dem mehrere hundert Kinder teilnahmen.