Fellbach

Fellbacher Herbst: Wein, Musik und Tradition

Festzug
Ob weiß oder rot – beim Fellbacher Herbst dreht sich vieles, nicht alles, um Wein. © Benjamin Büttner / ZVW

Fellbach. Eines der größten Erntedank-, Wein- und Heimatfeste Süddeutschlands findet von kommendem Freitag bis Montag statt: der Fellbacher Herbst. Das traditionsreiche Fest – in diesem Jahr wird die 70. Auflage gefeiert – zieht jedes Jahr rund 250 000 Besucher an. Beim Sicherheitskonzept hält sich die Stadt weitgehend bedeckt.

Offiziell eröffnet wird der Fellbacher Herbst am Samstag von 15 Uhr an beim circa einstündigen Festakt vor der Schwabenlandhalle, nach dem Festumzug (Beginn: 14 Uhr) – zum ersten Mal von Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Ihr Motto für die Feierlichkeiten zielt auf die Partnerschaft mit Meißen in Sachsen ab: „Der Fellbacher Herbst im 70. Jahr, davon 30 mit Meißen als Städtepaar. Freundschaft ohne Grenzen und Mauern, sie wird auch in Zukunft andauern.“

 

Los geht es am Donnerstag

Mit der großen Weinprobe eröffnen die Fellbacher Weingärtner bereits an diesem Donnerstag, 19.30 Uhr, den Veranstaltungsreigen.

Der Freitag steht dann von 19 Uhr an im Zeichen des „Blütenzaubers“. Dabei werden auch die Preisträger des Blumenschmuckwettbewerbs 2017 geehrt. Das Programm des Abends wird von Fellbacher Vereinen und Gruppen aus den Partnerstädten gestaltet. Dabei wird es einen filmischen Rückblick auf die Tradition des Festes geben. Zeitzeugen erzählen Anekdoten aus sieben Jahrzehnten und greifen die Besonderheiten des Fellbacher Herbstes auf.

Die Vertreter der Partnerstädte tauschen sich am Samstag, 9.30 Uhr, im Fellbacher Rathaus über ein „Europa der Kommunen“ aus. Internationales Flair können Besucher auch bei „Tapas y Vino“ atmen. Die Veranstaltung des „Goldberg“ in der Schwabenlandhalle löst in diesem Jahr den „Weinsalon“ ab und bietet bei kulinarischen Spezialitäten und Jazzmusik ein bisschen Ruhe im Festtrubel, für den individuellen Weingenuss.

Vom Freitagnachmittag bis zum Montagabend ist die Innenstadt ein einziger Weinsalon mit einer Vielzahl von Einkehrmöglichkeiten, Probierständen und Festzelten. So laden die Fellbacher Weingärtner am „Weinbrunnen“ vor der Schwabenlandhalle und im Rathausinnenhof, die privaten Weingüter in ihren Kellern und am Entenbrünnele sowie die Partnerstädte an ihrem Probierstand in der Hinteren Straße zum Verweilen ein. Gemütlich gefeiert werden kann auch in den Festzelten in der Unteren Schwabstraße bei der Musikschule und auf dem Parkplatz der Schwabenlandhalle.

Höhepunkt: Choralblasen vom Turm der Lutherkirche und Festzug am Samstag

Das Choralblasen des Posaunenchors des CVJM am Samstag, 12 Uhr, vom Turm der Lutherkirche leitet den Höhepunkt des Festes ein. Nach dem Empfang der Ehrengäste an der Neuen Kelter spricht Pfarrer Jens-Uwe Schwab um 13.45 Uhr einen Erntedank bevor die Oberbürgermeisterin und der Vorstandsvorsitzende der Weingärtnergenossenschaft, Thomas Seibold, den Festzug mit den Worten „Nun bringt den Wagen in die Stadt, …“ in Bewegung setzen. Die rund 60 Wagen greifen ideen- und farben-reich das Motto des Herbstes und das aktuelle Geschehen auf. Sie ziehen zusammen mit Trachtengruppen, Musik- und Reitergruppen sowie vielen weiteren durch die Straßen der Stadt zum Guntram-Palm-Platz. Nach der dortigen Festansprache der Oberbürgermeisterin und der Ehrung der hundert ältesten Bürgerinnen und Bürger Fellbachs fällt der offizielle Startschuss zum 70. Fellbacher Herbst.

 

Sonntag: Städtepartnerschaft und Einkaufsbummel

Der Herbst-Sonntag beginnt um 8 Uhr mit zahlreichen musikalischen Darbietungen auf den Straßen und Plätzen Fellbachs, bevor die Aufmerksamkeit sich auf Frieden und den Erntedank richtet. Die Delegationen aus den Partnerstädten treffen sich um 9.10 Uhr zur Kranzniederlegung an der Lutherkirche, anschließend findet um 9.30 Uhr ein ökumenischer Herbst-Gottesdienst in Sankt Johannes statt. Zum Jugendgottesdienst lädt der CVJM Fellbach um 10.45 Uhr in den Rathausinnenhof ein.

Die Städtepartnerschaften Fellbachs stehen auch am Mittag im Hölderlinsaal mit dem Partnerschaftsessen im Zentrum. In Anwesenheit von rund 200 Gästen aus allen vier Partnerstädten unterzeichnen die Oberbürgermeister der Städte Meißen und Fellbach wieder ihre Partnerschaftsurkunden und bekräftigen damit, die 30-jährige Freundschaft weiter fortzuführen.

Der Nachmittag des Herbst-Sonntags ist ein ausgesprochener Aktions- und Familientag. Die Fellbacher Geschäftswelt lädt von 12.30 bis 17.30 Uhr zu einem Einkaufs- und Erlebnisbummel durch die autofreie Innenstadt ein. Viele kleine und größere Überraschungen, zahlreiche Musikbands, ein vielfältiges Kinderprogramm sowie ein reichhaltiges Angebot an preisgünstigen Schnäppchen erwarten die Besucher an diesem vom Verein Stadtmarketing organisierten verkaufsoffenen Sonntagnachmittag.

Auch der 70. Fellbacher Herbst wird wieder mit dem Herbstumzug der kleinsten und jüngsten „Herbstgänger“ beendet. Am Montag ziehen die Kinder um 18.30 Uhr mit Fackeln, Lampions und Musikbegleitung von der Zeppelinschule zum Max-Graser-Stadion, wo mit einem Laternenreigen der abendliche Umzug ausklingt.

Sicherheitskonzept: Keine Poller

In enger Zusammenarbeit haben die Verantwortlichen ein Sicherheitskonzept für die viertägige Veranstaltung abgestimmt, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Straßenbegrenzungen, Poller oder schwere Fahrzeuge als Absperrungen für ein Festgelände ließen sich mit einer Veranstaltung, die im ganzen Stadtgebiet der Alt-Fellbachs stattfindet, allerdings kaum vereinbaren. Der Fellbacher Herbst nutzt verschiedene Straßen, Plätze und Flächen für die Veranstaltungen und das dazugehörige Straßenfest. Das Sicherheitskonzept sei daher individuell auf die jeweilige Umgebung angepasst und beinhalte technische sowie personelle Maßnahmen, die aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden, so die Stadt.

Grundsätzlich werden die Besucher gebeten, keine Rucksäcke oder größere Taschen mitzunehmen. Taschenkontrollen sollen in der Schwabenlandhalle, bei bestimmten Veranstaltungen oder auch auf dem Festgelände stichprobenartig erfolgen. Über verschiedene Kameras könnten Besucherströme beobachtet und gegebenenfalls über Lautsprecheranlagen gelenkt werden. Neu installierte Lichtanlagen ermöglichten im Bedarfsfall eine schnelle Übersicht.