Fellbach

Firma CleanSkip aus Fellbach von Markus Niebel und Patrick Lindgren belohnt gutes Handeln

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Zwei 26-Jährige haben in Fellbach ein Start-up gegründet: Ihre App will umweltbewusstes Verhalten belohnen. © Benjamin Büttner

Patrick Lindgren und Markus Niebel (beide 26) wollen mit ihrem Start-up CleanSkip Menschen durch Belohnungen zum nachhaltigen Handeln motivieren. Im Oktober 2020, mitten in der Corona-Pandemie, haben sie ihr Unternehmen in Fellbach gegründet, mit Fördermitteln der Europäischen Union. Drei konkrete Ideen haben die beiden Jungunternehmer schon, wie sie CleanSkip einsetzen. Am weitesten ist der mögliche Einsatz in der Hotelbranche, die von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen ist.

Gäste sollen beim Einchecken im Hotel angeben, ob sie auf die Zwischenreinigung verzichten. Diese fällt ja bei jedem Aufenthalt an, der mehr als eine Übernachtung beinhaltet. Die Gäste müssen dafür keine App installieren und sich auch keinen neuen Account anlegen. Sprich: Niemand muss sich extra ein neues Passwort merken.

Die Idee dahinter ist, es den Menschen so einfach wie möglich zu machen. Die Gäste müssen auf der Internetseite nur eine E-Mail-Adresse angeben – und schon erhalten sie bei einem Verzicht auf die Zwischenreinigung per Mail einen Gutschein.

Hotels können bei ihrer Planung den Personalaufwand senken

Das Hotel hat dabei ebenfalls einen Vorteil. Bei einem mehrtägigen Aufenthalt erfährt das Hotelpersonal sofort, ob bei dem Gast tägliche Zimmerreinigungen anfallen oder nicht. Auf diese Weise kann das Hotel bei seiner Planung den Personalaufwand auch mal reduzieren – und so Zeit und Geld sparen.

Dazu kommt während des gesamten Aufenthalts keine andere Person in das Zimmer – und das bedeutet in Pandemie-Zeiten, in denen im Rems-Murr-Kreis derzeit täglich die Infektionszahlen steigen, zusätzliche Sicherheit. Markus Niebel hat nach eigener Aussage bereits mit drei Hotels Kooperationen vereinbart – darunter auch mit dem Hotel Bürkle aus Fellbach-Schmiden.

Wegen Corona sind nur wenige Hotelzimmer derzeit belegt

Leicht ist es für Markus Niebel und Patrick Lindgren derzeit nicht, Partner in der Hotelbranche zu finden. Das liegt natürlich an der Corona-Pandemie. Zehn bis 15 Prozent Auslastung hätten die Hotels derzeit, sagt Markus Niebel. Besser werden die Zahlen wohl erst mal nicht werden, nachdem Bund und Länder die Einschränkungen bis Mitte April 2021 wieder ausweiten. Sprich: Loslegen können Markus Niebel und Patrick Lindgren mit CleanSkip in der Hotelbranche im Moment nicht.

Blutspender könnten als Dankeschön einen Gutschein bekommen

Ein zweites Einsatzgebiet für das Fellbacher Start-up wäre das Thema Blutspenden. Hier kann sich Markus Niebel vorstellen, dass Blutspender als Dankeschön einen Gutschein erhalten, mit dem sie zum Beispiel bei einer lokalen Firma oder einer Versicherung etwas bekommen.

Eine weitere Möglichkeit ist der firmeninterne Einsatz von CleanSkip. Wenn ein Unternehmen mehr Mitarbeiter dazu bewegen möchte, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, kann es die Beschäftigten dadurch motivieren, dass es zum Beispiel eine bestimmte Summe für einen guten Zweck spendet. Die Mitarbeiter bekommen dann etwa wöchentlich eine Mail, in der sie aufgefordert werden, anzugeben, wie oft sie in dieser Woche mit dem Rad gekommen sind.

Markus Niebel: Arbeitgeber sollen ihren Mitarbeitern vertrauen

Markus Niebel ist sich bewusst, dass dieses Verfahren natürlich die Möglichkeit zur Manipulation bietet. Es kann ja niemand in der Firma überprüfen, ob die Angaben des Mitarbeiters stimmen. Der 26-Jährige findet jedoch, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten auch vertrauen sollten. Außerdem sei es ja so, dass die Mitarbeiter selbst gar nicht direkt profitieren, wenn sie angeben, besonders oft Rad gefahren zu sein.

Patrick Lindgren arbeitet noch hauptberuflich bei MHP, Markus Niebel beim Fraunhofer-Institut

Noch betreiben die Gründer Markus Niebel und Patrick Lindgren CleanSkip neben ihren Hauptjobs. Patrick Lindgren arbeitet beim Porsche-Tochterunternehmen MHP, Markus Niebel beim Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik als Referent der Institutsleitung für Digitalisierung. Patrick Lindgren ist in Luginsland aufgewachsen, einem Wohngebiet im Stuttgarter Stadtbezirk Untertürkheim.

Markus Niebel wohnte früher in Bad Cannstatt, beide sind alte Jugendfreunde. Patrick Lindgren studierte an der FOM-Hochschule für Ökonomie & Management in Stuttgart, Markus Niebel absolvierte sein Politik- und Verwaltungsstudium in Freiburg. Der Schwerpunkt während seines Masterstudiums lag auf Statistik.

Markus Niebel und Patrick Lindgren wollen ihren Teil beitragen, eine nachhaltigere Gesellschaft zu schaffen

Mit ihrem Unternehmen CleanSkip wollen Markus Niebel und Patrick Lindgren auch einen Beitrag dazu leisten, eine nachhaltigere Gesellschaft zu schaffen. Die beiden Jungunternehmer sind überzeugt: Wenn viele Menschen individuelle Anreize bekommen, sich solidarisch oder ökologisch zu verhalten, dann kann sich dadurch insgesamt einiges ändern.

Patrick Lindgren und Markus Niebel (beide 26) wollen mit ihrem Start-up CleanSkip Menschen durch Belohnungen zum nachhaltigen Handeln motivieren. Im Oktober 2020, mitten in der Corona-Pandemie, haben sie ihr Unternehmen in Fellbach gegründet, mit Fördermitteln der Europäischen Union. Drei konkrete Ideen haben die beiden Jungunternehmer schon, wie sie CleanSkip einsetzen. Am weitesten ist der mögliche Einsatz in der Hotelbranche, die von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen

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