Fellbach

FSJ an der Fröbelschule in Fellbach: Freiwillige dringend gesucht

miriam
In der Tagespflege ist wieder regulärer Betrieb möglich, mit Hygieneregeln. © Gabriel Habermann

Der schönste Moment ist gleich morgens. „Wenn die Schüler aus dem Bus aussteigen und sich auf die Schule freuen, hat man auch selbst gleich Lust auf den neuen Tag“, sagt Elena Deligiorgi. Die 19-Jährige macht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Fröbelschule in Fellbach. Die Schülerinnen und Schüler von den Bussen abzuholen und zu den Klassenzimmern zu bringen, ist eine der ersten Aufgaben des Tages, sie wieder dorthin zurückzubegleiten eine der letzten. Zwischendurch unterstützen die jungen Menschen, die im Rahmen des FSJ oder des Bundesfreiwilligendiensts (BFD) ein Jahr lang an der Schule arbeiten, die Lehrer im Unterricht, helfen den körperlich und geistig behinderten Schülern beim An- und Ausziehen und beim Mittagessen, beim Gang zur Toilette oder wickeln sie.

Ohne die FSJler und BFDler geht es an der Fröbelschule nicht. Oder zumindest nur sehr schwer. „Es ist die Summe der vielen kleinen Hilfen, die unsere FSJler für Lehrer und Schüler übernehmen, die sie so wertvoll für uns macht“, sagt die Schulleiterin Silke Lang. Für das kommende Schuljahr allerdings ist ihr bang. Denn von den neun Stellen, die es für schuleigene FSJler gibt, sind gerade einmal zwei besetzt. Und das trotz steigender Schülerzahlen, 20 Kinder mehr als in diesem Schuljahr werden nach den Sommerferien die Schule besuchen. „Normalerweise sind um diese Jahreszeit fast alle Stellen vergeben“, sagt Lang. Auch die Arbeiterwohlfahrt (Awo), über die die Fröbelschule ebenfalls weitere 20 Freiwillige bekommt, tue sich in diesem Jahr schwerer als sonst, Kandidaten zu finden.

Warum gibt es so wenige Bewerber?

Warum gibt es so wenige Bewerber? Silke Lang kann nur spekulieren. Vielleicht verunsichere die Corona-Pandemie manche Abiturienten, die noch auf die Zusage für einen Studien- oder Ausbildungsplatz warten oder noch überlegen, ob ein Auslandsaufenthalt möglich ist. Durch die zeitlich nach hinten verschobenen Abi-Prüfungen werden auch die Zeugnisse später ausgegeben und die Hochschulen haben entsprechend ihre Bewerbungsfristen verlängert und machen später als sonst Platzzusagen.

Im vergangenen Jahr hatte sich die Pandemie nicht auf die Bewerberzahlen ausgewirkt. „Für mich stand schon während der Schulzeit fest, dass ich ein Freiwilliges Soziales Jahr machen möchte“, sagt Jule Burk. Ihr Bruder hat das Down-Syndrom und hat die Fröbelschule besucht. Durch ihn ist die 18-Jährige den Umgang mit behinderten Menschen gewohnt, dennoch habe sie in den vergangenen Monaten viel gelernt, beispielsweise in schwierigen Situationen ruhig und gelassen zu bleiben, etwa wenn ein Schüler einen epileptischen Anfall habe.

Erst panische Angst vor Wasser, jetzt auf dem FSJler-Arm planschen

Geduld und Gelassenheit hat das FSJ auch Leon Haug gelehrt, aber auch, die kleinen Entwicklungsschritte der Kinder und Jugendlichen zu erkennen und sich darüber zu freuen. „Ein Schüler hat seine Tasse am Anfang des Schuljahres immer herumgeworfen. Heute räumt er sie in die Spülmaschine“, nennt er ein Beispiel. Die Fortschritte der Schüler zu sehen, ist auch für Jule Burk das Schönste an ihrer Arbeit. Sie berichtet von einem Kind, das am Anfang des Schuljahres panische Angst vor Wasser gehabt habe und sich nun von ihr auf dem Arm mit ins Wasser nehmen ließ.

Alle Freiwilligen sind froh, sich während der Corona-Pandemie für ein FSJ entschieden zu haben. Anstatt zu Hause zu sitzen, hatten sie an der Fröbelschule einen relativ normalen Alltag, denn Schulen für Körper- und geistig Behinderte waren in diesem Schuljahr immer geöffnet. Den Kindern könne kein Virus die Lebensfreude nehmen, berichten sie. „Was uns im Pandemie-Jahr sehr fehlte, waren Feste oder auch die Teilnahme an einem Schullandheimaufenthalt“, sagt Elena Deligiorgi. Ein bisschen davon werden die scheidenden FSJler am Ende des Schuljahres miterleben können, aufgrund der niedrigen Inzidenzzahlen sind eine Abschlussfeier und ein Abschlussgottesdienst an der Fröbelschule geplant.

Für die FSJler soll es kein Abschied für immer sein. Elena Deligiorgi wird im Herbst eine Ausbildung zur Erzieherin beginnen, möchte danach Fachlehrerin werden. Leon Haug und Jule Burk wollen Sonderpädagogik studieren. Alle drei wollen danach an die Fröbelschule zurückkehren.

Info

Informationen rund um FSJ und BFD und zur Bewerbung gibt es unter www.froebelschule-fellbach.de.

Der schönste Moment ist gleich morgens. „Wenn die Schüler aus dem Bus aussteigen und sich auf die Schule freuen, hat man auch selbst gleich Lust auf den neuen Tag“, sagt Elena Deligiorgi. Die 19-Jährige macht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Fröbelschule in Fellbach. Die Schülerinnen und Schüler von den Bussen abzuholen und zu den Klassenzimmern zu bringen, ist eine der ersten Aufgaben des Tages, sie wieder dorthin zurückzubegleiten eine der letzten. Zwischendurch unterstützen die

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