Fellbach

Hauptsache auffallen: Polizei zieht in Fellbach Autoposer aus dem Verkehr

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Hauptsache laut ist die Devise. Die Polizei hat in Fellbach gezielt Autoposer im Visier genommen. © Pixabay

Nur drei der zwölf kontrollierten Autos waren ohne Mängel. Die Polizei hatte es am Wochenende auf der Flaniermeile in Fellbach auf Autoposer abgesehen. „Insgesamt 3070 Pferdestärken blubberten und röhrten aus den Auspuffrohren“, ist der Bericht über die Aktion überschrieben, die die Fellbacher Polizei zusammen mit Spezialisten der Verkehrspolizei Backnang am Wochenende durchführte. Insgesamt seien zwölf Fahrzeuge kontrolliert worden, die vor allem wegen ihrer Lautstärke und wegen optisch erkennbarer Veränderungen im Straßenverkehr aufgefallen waren.

„Die Beanstandungsquote war überraschend hoch“, so der Einsatzleiter, Polizeikommissar Florian Wünsch. „Lediglich drei der kontrollierten Fahrzeuge hatten keine Mängel. Bei allen anderen war durch technische Veränderungen die Betriebserlaubnis erloschen“. Bei zwei PS-Boliden mussten gleich vor Ort wegen manipulierter Auspuffanlage und unzulässiger Rad-Reifen-Kombination die Kennzeichen abmontiert werden. Der finale Weg von der Kontrollstelle in die Werkstatt musste dann zwangsläufig mit einem Abschleppwagen zurückgelegt werden.

256 PS unter der Haube

Im Schnitt hatten die kontrollierten Fahrzeuge rund 256 Pferdestärken unter der Haube. Dass man aber auch mit dieser enormen Leistung „zivilisiert“ und ohne „übertriebenes Gasgeben“ im Straßenverkehr unterwegs sein kann, haben zumindest drei „ältere“ Fahrer unter Beweis gestellt. „Wenn wir hier von ,älteren’ Fahrern sprechen, dann waren das keine Senioren, sondern Fahrer um die 30 Jahre“, so der Leiter des Polizeireviers Fellbach, Jan Kempe, der schon jetzt weitere Kontrollen dieser Art ankündigt. Im Durchschnitt waren die beanstandeten Fahrer 25 Jahre alt. Nur ein Fahrer kam direkt aus Fellbach. Einer aus dem entfernten Aachen. Alle anderen waren aus Stuttgart und der näheren Umgebung.

Es war nicht die erste Kontrolle dieser Art - und wird nicht die letzte sein. Die Flaniermeile in Fellbach - Esslinger-, Bahnhof- und Höhenstraße - ist ein beliebter Treffpunkt der PS-Anbeter. Im Sommer und Herbst 2020 hatten zahlreiche Streifen dort nach „optisch und akustisch auffälligen Fahrzeugen“ gefahndet. Im September unterzogen die Beamten vor Ort 21 schnelle Schlitten einer eingehenderen Überprüfung, woraufhin zehn Fahrer inklusive Beifahrer zu Fuß nach Hause gehen mussten.

Das Ärgernis Lärm

Anwohner in Fellbach beschweren sich regelmäßig über die Fahrer der Boliden, die es bei ihren abendlichen und nächtlichen Touren auf Aufmerksamkeit abgesehen haben - und die lässt sich mit Lautstärke am einfachsten erregen. Eine regelrechte „Poser-Szene“ im Rems-Murr-Kreis sieht die Polizei freilich nicht. „Aber es fallen immer wieder entsprechende Fahrzeugführer mit solchen Fahrzeugen auf“, sagte ein Sprecher. Als „Poser“ bezeichnet man in diesem Zusammenhang Fahrer besonders auffälliger, schneller, getunter, lauter Autos, die ihre Fahrzeuge zur Schau stellen, Aufmerksamkeit auf sich ziehen und Anerkennung ergattern wollen. Oftmals sehr zum Leidwesen der Bürger, die in ihrer Nachtruhe empfindlich gestört sind, weil es aus Auspuffrohren dröhnt, als sei ein Düsenjet im Anflug.

Nur drei der zwölf kontrollierten Autos waren ohne Mängel. Die Polizei hatte es am Wochenende auf der Flaniermeile in Fellbach auf Autoposer abgesehen. „Insgesamt 3070 Pferdestärken blubberten und röhrten aus den Auspuffrohren“, ist der Bericht über die Aktion überschrieben, die die Fellbacher Polizei zusammen mit Spezialisten der Verkehrspolizei Backnang am Wochenende durchführte. Insgesamt seien zwölf Fahrzeuge kontrolliert worden, die vor allem wegen ihrer Lautstärke und wegen optisch

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