Fellbach

Kurz vor der Testphase wird das Fahrradparkhaus "Radbox" in Fellbach teurer - OB Zull will aus dem Projekt lernen

Radbox Fahrradparkhaus Fahrradparkturm Fellbach
Das Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof Fellbach. © ZVW/Hertwig

Schon über drei Jahre ist es her, dass Fellbach sich für den Bau eines Fahrradparkhauses am Bahnhof entschieden hat. Längst schon sollte es fertig sein, jetzt steht der Testbetrieb an. Erst einmal musste der Gemeinderat aber noch einmal abstimmen - und Mehrkosten von etwa 20 Prozent absegnen.

Das haben die Stadträte getan, wenn auch mit einigem Grummeln, wie die städtische Pressesprecherin Sabine Laartz unserer Redaktion mitteilte: 19 stimmten für das Ansinnen der Verwaltung, sechs dagegen. Es gab fünf Enthaltungen.

Mehrheitlich ist damit entschieden, dass die Stadt zusätzliche 195.000 Euro in den Fahrradturm mit 76 Stellplätzen, der mittlerweile „Radbox“ heißt, stecken darf. Die Gesamtkosten steigen damit von 962.000 Euro auf 1,18 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das Waiblinger „Radhaus“, das 44 Fahrräder mehr aufnehmen kann, kostete unter 700.000 Euro.

Vergangenes Jahr hatte der Fellbacher Gemeinderat bereits Mehrkosten von 50.000 Euro für die Entwicklung einer App genehmigt. Sie soll den künftigen Nutzern den Zugang erleichtern.

Die Stadt Fellbach muss, wie auch Waiblingen, nicht alles alleine bezahlen. Für das Fahrradparkhaus gibt es Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Wirtschaftsministerium des Landes. Über 441.000 Euro sollen das in Fellbach sein. Trotzdem steigt mit den jetzigen Zusatzkosten von 195.000 Euro der Eigenanteil der Stadt von 521.000 Euro auf deutlich über 700.000 Euro. Die Verteuerung für den Haushalt macht also nicht nur ein Fünftel der ursprünglich anvisierten Summe aus, sondern mehr als ein Drittel.

Ein Großteil der Kostensteigerung geht darauf zurück, dass die Nutzer auch mit der Polygo-Karte (S-Bahn-Abo) ihr Fahrrad im Parkhaus abstellen können sollen. Die App ist dann nicht nötig. Diese Weiterentwicklung kostete 50.000 Euro.

Andere Mehrkosten haben auch mit Corona zu tun: Die Baufirma aus der Schweiz konnte längere Zeit nicht anreisen, Gerüste mussten deshalb länger stehen, Straßensperrungen länger bestehen bleiben. Das kostet.

Insgesamt ist die „Radbox“ für Fellbach ein Projekt, aus dem man lernen müsse - das habe Oberbürgermeisterin Gabriele Zull im Gemeinderat eingeräumt, so Pressesprecherin Laartz. Vieles habe sich verschoben und nicht so entwickelt wie ursprünglich vorgesehen. Die Projektplanung, das Zeit- und Kostenmanagement, soll künftig besser laufen.

Vom Tüv abgenommen

Immerhin: Der Tüv hat das Bauwerk abgenommen. Kommende Woche sollen laut Laartz nun das Zugangssystem und die App getestet werden. Dann beginnt der Testbetrieb von zwei Monaten - oder „bis die Testfahrer zufrieden sind“ und es keine größeren Beanstandungen mehr gibt. Wie berichtet, testen zunächst städtische Mitarbeiter und Vertreter eines Fahrradvereins.

Schon über drei Jahre ist es her, dass Fellbach sich für den Bau eines Fahrradparkhauses am Bahnhof entschieden hat. Längst schon sollte es fertig sein, jetzt steht der Testbetrieb an. Erst einmal musste der Gemeinderat aber noch einmal abstimmen - und Mehrkosten von etwa 20 Prozent absegnen.

Das haben die Stadträte getan, wenn auch mit einigem Grummeln, wie die städtische Pressesprecherin Sabine Laartz unserer Redaktion mitteilte: 19 stimmten für das Ansinnen der Verwaltung, sechs

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