Fellbach

Norgren in Fellbach: Einigung über Abfindungen - weiter Kritik an geplantem Umzug

Ärztliches Impfzentrum
Norgren in Fellbach (Archivfoto). © Alexandra Palmizi

Beim Antriebs- und Fluidtechnikunternehmen Norgren aus Fellbach gibt es eine Einigung über eine finanzielle Abfindung für Produktionsmitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz bis Ende des Jahres verlieren werden. Hintergrund ist der vom Eigentümer, der IMI-Gruppe aus Nordrhein-Westfalen, vorgegebene Umzug der Produktion nach Tschechien.

Nun haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite auf einen „Nachteilsausgleich“ für die rund 160 betroffenen Mitarbeiter (Produktion und Zuarbeit) geeinigt. Das bestätigen das Unternehmen und der Betriebsrat unserer Redaktion. Die Belegschaft sei am Mittwoch informiert, der Sozialplan am Montag unterzeichnet worden, so die von Norgren mit der Pressearbeit beauftragte Kommunikationsagentur.

Höhe der Abfindung hängt von Beschäftigungsdauer ab

Die Höhe der Abfindung ist  individuell unterschiedlich und hängt davon ab, wie viel jemand verdient und wie lange er oder sie dem Unternehmen schon angehört. Außerdem wird der Arbeitgeber laut Betriebsrat eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mitfinanzieren, in der die Mitarbeiter auf andere berufliche Tätigkeiten vorbereitet werden sollen.

Die Geschäftsführung erklärte dazu am Mittwoch, der Sozialplan sehe vor, dass eine Transfergesellschaft eingerichtet werde. "Alle aus dem Unternehmen ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit, für die doppelte Dauer ihrer Kündigungsfrist in die Transfergesellschaft zu wechseln."

Betriebsrat: "relativ harte Verhandlungen"

Der Betriebsrat bei Norgren spricht gegenüber unserer Redaktion von „relativ harten Verhandlungen“. Man habe versucht, das Bestmögliche für die Beschäftigten herauszuholen. Zufrieden sein könne man angesichts des Stellenabbaus aber nicht, so das Arbeitnehmergremium.

Ein mit einem externen wirtschaftlichen Berater erarbeitetes Alternativkonzept, mit dem nach Ansicht des Betriebsrats Teile der Produktion in Fellbach hätten gehalten werden können, habe Norgren vehement abgelehnt. Norgren äußert sich dazu auf Anfrage nicht. Man habe die Positionen "in einer Serie von Gesprächen schrittweise angenähert".

Norgren: "Veränderte Kundenerwartungen"

Die Gewerkschaft IG Metall hatte die Entscheidung des Managements, die Produktion bis Ende 2022 ins Ausland zu verlagern, als „rein strategisch“ bezeichnet. Das Unternehmen erklärt dazu nun: "Die Geschäftsführung der Norgren GmbH hatte im Herbst 2021 die Planung bekanntgegeben, wegen veränderter Kundenerwartungen die Produktionsstruktur in Europa grundlegend zu vereinfachen und in diesem Zuge die Produktion vom Standort Fellbach an den Standort Brno (Tschechien) zu verlagern."

Arbeitnehmer: "Man hätte den Standort in Fellbach konzentrieren können"

Auch den Vorschlag der Arbeitnehmerschaft, das künftige Technologiezentrum am derzeitigen Fellbacher Standort statt in Stuttgart aufzubauen, habe Norgren abgelehnt, kritisiert der Betriebsrat. Zu „Herion“-Zeiten seien in Fellbach um die 1200 Mitarbeiter beschäftigt gewesen, so der Betriebsrat. Heute gebe es viel Leerfläche. „Man hätte den Standort in Fellbach konzentrieren können.“

Norgren will nach eigenen Angaben rund 85 Mitarbeitern eine Stelle im künftigen Technologiezentrum im Hortensienweg in Stuttgart anbieten. Eine Standortgarantie für Stuttgart habe das Unternehmen aber ebenfalls abgelehnt, so der Betriebsrat.

Management: "Planung für Standort Stuttgart ist langfristig"

Von Norgren heißt es dazu: "Die Wahl des Standortes am Hortensienweg ist durch die Qualitäten des Gebäudes begründet. Die spezifischen Nutzungsanforderungen lassen sich dort realisieren, im Gegensatz zu anderen Standorten. Dass die Planung für den Standort Stuttgart eine langfristige ist, geht deutlich aus der Dauer des abgeschlossenen Mietvertrags von 12 Jahren hervor."

In einem Teil des Norgren-Gebäudes befindet sich momentan das hausärztliche Impfzentrum der Stadt Fellbach.

Beim Antriebs- und Fluidtechnikunternehmen Norgren aus Fellbach gibt es eine Einigung über eine finanzielle Abfindung für Produktionsmitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz bis Ende des Jahres verlieren werden. Hintergrund ist der vom Eigentümer, der IMI-Gruppe aus Nordrhein-Westfalen, vorgegebene Umzug der Produktion nach Tschechien.

Nun haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite auf einen „Nachteilsausgleich“ für die rund 160 betroffenen Mitarbeiter (Produktion und Zuarbeit)

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