Fellbach

Schuldenschnitt für Gewa-Tower

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107 Meter misst der Gewa-Tower in Fellbach. © Sarah Utz

Fellbach. Wird der Luxusturm ein Schnäppchen? In einer Woche können die Anleihegläubiger über die Angebote zweier Investoren entscheiden, die den Gewa-Tower übernehmen und fertigstellen wollen. Jetzt kommen Details über die Modalitäten ans Licht.

Wie berichtet, liegen dem vorläufigen Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli zwei unverbindliche Absichtserklärungen von Investoren zur Verwertung des 107 Meter hohen Wohnturms am Rande Fellbachs vor. Über diese wird eine nicht-öffentliche Versammlung der Anleihegläubiger in sieben Tagen beschließen.

Fast schon Schnäppchenpreise

Die Namen der Investoren sind nicht bekannt, aber wie jetzt die Stuttgarter Nachrichten auf Grundlage eines Schreibens an die Gläubiger berichten, will der eine Investor 15 Millionen Euro zahlen, der andere 13,5 Millionen. Fast schon Schnäppchenpreise, zumal der Rohbau 35 Millionen Euro gekostet haben soll.

Die Rede ist von einem Schuldenschnitt in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Unter ihm hätten besonders die Anleger zu leiden, die insgesamt 35 Millionen in das Projekt gesteckt hatten. Sie würden nicht einmal die Hälfte zurückerhalten.

Seit Oktober wurde keine Wohnung mehr verkauft

Auf etwas Besserung können sie hoffen, falls sich die Luxuswohnungen in den oberen Etagen zu den erhofften Preisen von 7000 Euro Quadratmeter an den Mann bringen lassen. Seit Oktober freilich wurde keine Wohnung mehr verkauft, der Absatz war also schon vor der Insolvenz der Gewa-Projektgesellschaft praktisch zum Erliegen gekommen.

Der bisherige Generalunternehmer Baresel ist nicht unter den Bietern, vielmehr lehnten es beide Investoren ausdrücklich ab, mit der Firma weiterzuarbeiten, heißt es in dem Bericht. Sie zeige sich an einer schadensminimierenden Mitwirkung nicht interessiert. Der Generalunternehmer hatte im Herbst den Baustopp verfügt und diesen mit ausstehenden Zahlungen der Bauherren begründet.

Keine komplette Übernahme durch die Investoren

Eine komplette Übernahme der Gewa-Projektgesellschaft lehnen die Investoren ab, denn sonst bestehe das Risiko von Schadensersatzansprüchen. Den Verkauf des Hotels am Fuß des Turms wollen sie rückgängig machen. Der gültige Kaufvertrag sieht vor, dass der Kaufpreis erst nach Fertigstellung fließt, obwohl schon die Gewa das Geld gut hätte gebrauchen können, um den Weiterbau zu finanzieren.

Die Gewa wollte in Fellbach in anspruchsvoller Architektur das dritthöchste Wohngebäude Deutschlands errichten. Auf 34 Etagen sollten rund 66 exklusive Wohnungen mit fantastischer Aussicht entstehen, am Fuße des Turms ein Business-Hotel mit 123 Zimmern, das die Kette Tulip Inn betreiben soll. Die Verhandlungen des vorläufigen Insolvenzverwalters mit Investoren und dem Generalunternehmer sind vorerst abgeschlossen. Am 25. April tagen die Anleihegläubiger.