Fellbach

Sexualstraftäter lässt Kinder nicht in Ruhe: Prozess wegen Missbrauchs eines Fellbacher 13-Jährigen

Landgericht
Vor dem Landgericht steht ein 26-Jähriger, der zuvor schon wegen Sexualstraftaten im Gefängnis war © ALEXANDRA PALMIZI

Erst im Juli 2018 vom Amtsgericht Weinheim wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, steht ein 26-Jähriger aus Stuttgart jetzt wieder vor dem dortigen Landgericht. Dass er drei Jahre lang unter Bewährung steht, hat den Homosexuellen nicht davon abgehalten, sich an einen 13-jährigen Jungen aus Fellbach heranzumachen.

Oberstaatsanwältin Marina Schmitt legte dem ungarischen Staatsbürger, der zeitweise bei seinem Vater in Winnenden und Weinstadt gelebt hat, zwei Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs zur Last. Hergestellt habe der Angeschuldigte den Kontakt zu dem 13-jährigen Jungen aus Fellbach-Oeffingen im Juni 2019 und das Kind danach zweimal in sein Zimmer nach Stuttgart geholt, um es schwer sexuell zu missbrauchen. Die Tatvorwürfe gingen vom Oralverkehr bis zum Einführen eines Fingers in den Körper des Jungen.

Trotz Therapie sexuelle Begierden nicht unter Kontrolle

Die Vorsitzende Richterin der vierten Strafkammer (Jugendkammer) des Landgerichts Stuttgart, Monika Lamberti, fragte den Beschuldigten, warum er nach seiner Verurteilung durch das Amtsgericht Weinheim, wo der 26-Jährige einmal vorübergehend bei seiner Tante gelebt hat, erneut Sexualstraftaten begangen hat. Der Angeklagte gab zu, seine sexuelle Begierde nach Jungen nicht unter Kontrolle zu haben, obgleich er seit seiner Verhaftung am 26. Juli 2019 in therapeutischer Behandlung sei. Es wurde zwar Haftbefehl gegen den Mann erlassen, doch er musste nicht in Untersuchungshaft, sondern blieb bis zur Verhandlung auf freiem Fuß. Seinem Therapeuten habe er nichts von seiner einschlägigen Vorverurteilung gesagt, meinte der Angeklagte zur Sache.

Vor Gericht zeigte sich der 26-Jährige, welcher seinen eigenen Angaben nach viel auf homosexuellen Internet-Kanälen unterwegs ist, im Wesentlichen geständig, weshalb dem 13-jährigen Opfer aus Fellbach eine Zeugenvernehmung erspart blieb. Darüber, wie es dem Jungen heute geht, machten dessen 23-jährige Schwester und sein 43-jähriger Vater Angaben. Der Vater hat die Chatverläufe seines Sohnes mit dem Angeklagten teilweise gelesen, weil der Junge sein Handy benutzt hat, als sein eigenes kaputt war. Schwester und Vater berichteten davon, dass sich der Junge kurz nach den Taten geritzt hat, unter nächtlichen Panikattacken leidet und nicht mehr so lebensfroh ist wie früher.

Oberstaatsanwältin fordert drei Jahre und sechs Monate Gefängnis

Bereits mit dem Plädoyer der Oberstaatsanwältin auf drei Jahre und sechs Monate Gefängnis zeichnete sich in diesem Prozess ab, dass es mit dem gewünschten BWL-Studium des Angeklagten, der bei den Bavaria Filmstudios Karriere machen wollte, wohl nichts werden wird. Der Verteidiger stellte keinen konkreten Strafantrag, bat aber um eine erneute Bewährung für den Bewährungsbrecher. Der Bericht der Bewährungshelferin fiel nicht gut aus. Ihr hatte der Angeklagte erzählt, er habe dem 13-Jährigen, welcher den Beweisfotos nach damals noch sehr kindlich aussah, Mathe-Nachhilfe organisieren wollen. Dass sich der Angeklagte für seine jetzige Beziehung zu einem jüngeren Mann nur Jungen als Kinder wünsche, sehe sie skeptisch, so die Bewährungshelferin.

Die Eltern des Jungen treten vor Gericht als Nebenkläger auf, so dass auch ihr Rechtsanwalt plädierte. Er schloss sich dem Strafantrag der Oberstaatsanwältin an und bat darum, die Kosten der Nebenklage dem Angeklagten aufzuerlegen. Das Opfer, ergänzte er, sei durcheinander hinsichtlich seiner sexuellen Orientierung, und er habe den Eltern dringend zu einer Therapie geraten. Das Urteil soll am Montag gesprochen werden.

Erst im Juli 2018 vom Amtsgericht Weinheim wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, steht ein 26-Jähriger aus Stuttgart jetzt wieder vor dem dortigen Landgericht. Dass er drei Jahre lang unter Bewährung steht, hat den Homosexuellen nicht davon abgehalten, sich an einen 13-jährigen Jungen aus Fellbach heranzumachen.

Oberstaatsanwältin Marina Schmitt legte dem ungarischen Staatsbürger, der zeitweise bei seinem Vater in Winnenden und Weinstadt

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