Fellbach

Sprayer klettern auf den Schwabenlandtower

Graffiti am Gewa-Tower_0
Mitte Februar hatten dort Unbekannte ihre Graffiti hinterlassen. © Joachim Mogck

Fellbach.
Wenn im kommenden Jahr, wie vorgesehen, die ersten Bewohner in eine der 194 Wohnungen einziehen, wird er das höchste Wohngebäude Baden-Württembergs sein: Der 107 Meter hohe Schwabenlandtower in Fellbach. Derzeit ist er noch eine sehr hohe Baustelle – was Wagemutige allerdings nicht davon abgehalten hat, ganz nach oben zu klettern und Graffitis auf die Außenwände aus blankem Beton zu sprühen. Stattgefunden hat die Nacht-und-Nebel-Aktion am vergangenen Wochenende.

Was zeigen die Videoaufnahmen einer Sicherheitskamera?

Noch am Mittwoch waren an mehreren Seiten am oberen Ende des Towers gesprühte Buchstaben zu erkennen. Vor allem die Buchstabenfolge „DAUB“ ist auch von unten deutlich lesbar. Was der oder die Sprayer damit ausdrücken wollen – und wer sie eigentlich sind –, das ist bislang ungeklärt. Projektentwickler des „SLT 107 Schwabenlandtower“ ist die CG Gruppe, die eine Niederlassung in Stuttgart hat. Die Berliner Pressestelle der Aktiengesellschaft bestätigte unserer Redaktion auf Anfrage, dass die Graffitis in der Nacht auf Samstag angebracht wurden. Es gibt demnach Videoaufnahmen einer Sicherheitskamera. Was und wen sie zeigen, konnte die Pressestelle am Donnerstag noch nicht beantworten. Die Stuttgarter Zeitung hatte berichtet, dass auf den Aufnahmen deutlich eine teilweise vermummte Person zu sehen sei, vermutlich ein junger Mann. Aus Gesten könne man schließen, dass wohl eine zweite Person dabei gewesen sei, so der Bericht. Die CG Gruppe hat bislang noch keine Anzeige erstattet, wird das laut der Berliner Pressestelle aber definitiv noch tun.

Am Bauaufzug hochgeklettert

Wie sind der oder die Sprayer überhaupt in den Rohbau des Towers gelangt? Für die Überwachung ist eine Sicherheitsfirma aus Fellbach zuständig. Der Geschäftsführer wollte sich auf Nachfrage unserer Zeitung nicht zu dem Vorfall äußern. Von der Pressestelle der CG Gruppe heißt es: Da am Boden alle Eingänge abgesichert sind, sind der oder die Unbekannten wohl über einen außen angebrachten Bauaufzug bis in den dritten Stock geklettert – eine gefährliche Aktion, dazu noch in der Nacht. Ab dem dritten Stock seien sie dann über die Treppen im Inneren des künftigen Wohnturms bis ganz oben gestiegen. Um die Baustelle sicherer zu machen, soll nun der Bauzaun erhöht werden. Wann die Sprühereien wieder entfernt werden, ist noch offen.