Fellbach

Steht der Verkauf des Gewa-Towers bevor?

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107 Meter misst der Gewa-Tower in Fellbach. © Sarah Utz

Fellbach. Etwas mehr als ein Jahr ist vergangen, seit die Kaufvertrag mit dem favorisierten Investor. Mit der Wiederaufnahme der Bauarbeiten indes ist vor dem Frühjahr nicht zu rechnen.

Weiterhin gilt: Zwei konkrete Angebote zum Kauf des Gewa-Towers durch Investoren liegen vor. Bereits vor zwei Monaten hatten sich der vorläufige Insolvenzverwalter sowie der Vertreter der Anleihegläubiger, der Düsseldorfer Anwalt Gustav Meyer zu Schwabedissen, auf einen von beiden geeinigt und ihm für die näheren Verhandlungen Exklusivrechte eingeräumt. Deren Frist endet mit Ende dieses Monats.

"Gemauert wird nur bei der Informationspolitik"

Ob das Ziel, das Hochhaus noch im November zu verkaufen, erreicht wird, lässt sich der Sprecher der Pluta-Rechtsanwälte nicht entlocken: „Es laufen die Gespräche. Wir werden die Öffentlichkeit informieren, sobald der Vertrag abgeschlossen ist.“ Die Bauarbeiten ruhen zwar, gemauert wird seit einem Jahr nur bei der Informationspolitik. Ilkin Bananyarli: „Es wurde Vertraulichkeit vereinbart, also dürfen wir den Namen des Investors erst dann nennen, wenn wir den Vertrag abgeschlossen haben.“

So oder so werden dieses Jahr wohl keine Arbeiten an Fellbachs unfertigem Wahrzeichen mehr beginnen. „Wir sprechen nicht für den Investor“, so der vorläufige Insolvenzverwalter weiter, „dennoch kann man sagen, dass eine Bautätigkeit im Winter noch nie angestrebt wurde, da diese nicht sinnvoll ist, sondern die Wiederaufnahme im Frühjahr vorgesehen ist.“

Ist der Tower winterfest?

Angesichts von Stürmen, Starkregen und ersten Frostnächten stellt sich freilich die Frage, wann der Turm für den Winter gesichert wird. Architekt Jörg Wolf empfahl schon im Sommer, entsprechende Maßnahmen zu treffen. Die oberen Stockwerke stehen komplett offen und sind dem Wetter ausgesetzt. Ähnlich der Gläubigervertreter im September: „Wenn weiter zugewartet werden würde, hätte das Bauwerk gegen die Witterung geschützt werden müssen. Die Winterhartmachung führt zu Kosten, für die eine Finanzierung bis heute nicht vorliegt und die letztlich vom Anleihegläubiger zu begleichen wären.“

Aus Sicht des vorläufigen Insolvenzverwalters besteht hier offenbar keine Notwendigkeit, so lässt er lapidar mitteilen: „Der Tower wurde bereits im vergangenen Jahr winterfest gemacht. Laut Gutachten ist der Wohnturm in einem guten Zustand.“ Der TÜV Süd hatte bei der Untersuchung des Bauwerks im Sommer „keine wesentlichen Schäden“ festgestellt.

Fertigstellung des Turms kostet etwa 27 Millionen

13,5 Millionen Euro bietet der favorisierte Bieter für den Turm, wobei der Generalunternehmer Baresel eine halbe Million hinzuzahlt. Im Gegenzug wird auf alle eventuellen Ansprüche gegen ihn verzichtet. Mit 14 Millionen ergäbe sich eine Bedienung der Anleihegläubiger in Höhe von 40 Prozent – der Kurs der Anleihe liegt derzeit bei 27 Prozent. Die Fertigstellung des Turms kostet etwa 27 Millionen. Stellt man die unverkauften Wohnungen und noch zu zahlende Preise in Rechnung, muss der Investor voraussichtlich neben dem Kaufpreis noch weitere 13,5 Millionen aufbringen.


Kurz-Chronik

  • Am 11. November teilte die Gewa 5 to 1 GmbH & Co. KG mit, dass sie Gespräche mit Generalunternehmer Baresel „zur Klärung offener Punkte“ über die weitere Finanzierung führe.
  • Die Gespräche scheiterten: Am 18. November teilte die Gewa mit, unverzüglich einen Insolvenzantrag zu stellen.
  • Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Esslingen mit Beschluss vom 21. November Ilkin Bananyarli von der Pluta Rechtsanwalts GmbH.