Fellbach

Unbekannte richten Schaden im hohen sechsstelligen Bereich auf einer Baustelle in Fellbach-Schmiden an: Wer sind die Zerstörer?

Vandalismus
Die betroffene Baustelle in Fellbach-Schmiden. © Alexandra Palmizi

Wer hat auf einer Baustelle in Schmiden seiner Zerstörungswut freien Lauf gelassen – und das nicht zum ersten Mal? Im „hohen sechsstelligen Bereich“ bewegt sich laut Polizei der Schaden. Es geht um eine Großbaustelle an der Lindberghstraße in Schmiden. Dort entstehen mehrere Mehrfamilienhäuser. In wenigen Monaten wollen dort die Mieter und Eigentümer einziehen.

Tatzeit: Zwischen Freitag und Montag

Unbekannte haben auf der Baustelle 36 Fenster in mehreren Wohnungen beschädigt. Der oder die Täter müssen in der Zeit zwischen Freitag und Montag im betreffenden Haus gewütet haben. Anfang März dieses Jahres war es dort schon einmal zu Sachbeschädigungen gekommen, meldet die Polizei. Seinerzeit richteten Unbekannte ebenfalls Schäden an Fensterrahmen an. Damit nicht genug: Im Dezember hat jemand Leitungen der Fußbodenheizung durchtrennt. Aufwendige Reparaturarbeiten waren nötig, um alles wieder in Ordnung zu bringen.

Zielgerichtetes Vorgehen

Die Polizei hat momentan laut Sprecher Robert Kreidler keine konkreten Anhaltspunkte, wer für die Schäden verantwortlich sein könnte. Allem Anschein nach dürfte jemand gezielt vorgegangen sein, getrieben von einem persönlichen Motiv. Es sieht nicht so aus, als ob Übermütige im Alkoholrausch auf Zerstörungsstreifzug gegangen wären, nur einfach so, ohne Grund. Hier dürfte ein bestimmter Grund dahinterstecken, der den oder die Täter bewogen hat, diese umfangreichen Beschädigungen zu verursachen.

Betroffen ist laut Kreidler nur eines der noch im Bau befindlichen Mehrfamilienhäuser, und zwar jenes, in welchem sich Eigentumswohnungen befinden, die alle längst verkauf sind. In allen drei Fällen hatten sich der oder die Täter in diesem Haus ausgetobt, jeweils in mehreren verschiedenen Wohnungen.

Ein "echt gemischtes Quartier"

„Wohnen für alle“ lautet das Motto des Bauprojekts. Die Bauarbeiten starteten im Sommer 2018. Von einem „echt gemischten Quartier“ hatte die Fellbacher Baubürgermeisterin Beatrice Solty beim Richtfest Anfang Juli 2019 gesprochen. Projektverantwortlich ist das Siedlungswerk Stuttgart. „Wir gehen von Vandalismus aus“, sagt Markus Kliche vom Siedlungswerk. Mutmaßungen zu den Gründen für die Beschädigungen seien lediglich „Spekulation“, doch als „sehr ungewöhnlich“ seien diese Vorkommnisse in jedem Fall einzuschätzen. Das Unternehmen prüft jetzt, ob zusätzlich zum Schließdienst noch Videoüberwachung auf der Baustelle in Schmiden installiert wird. Wer den Schaden trägt, ist noch offen: Das Siedlungswerk verhandelt aktuell mit der Versicherung. Die Bezugstermine bleiben unverändert bestehen, so Markus Kliche: Im September oder spätestens Anfang Oktober ziehen die Mieter und Eigentümer ein. Es sind längst alle Wohnungen verkauft, die letzten Gespräche mit Mietinteressenten laufen.

Was häufiger vorkommt, sind Diebstähle

Laut Sprecher Gregor Gierden vom Verein Bauwirtschaft Baden-Württemberg sind dem Verein „einzelne Fälle von Vandalismus“ bekannt. Um unvorhersehbare Schäden abzusichern, die beispielsweise durch Unwetter, Baugrundprobleme oder eben Vandalismus entstehen, schließen viele Bauherren und Bauunternehmen eine gesonderte Versicherung ab, berichtet Gregor Gierden: „Diese Versicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, jedoch - vor allem im Hochbaubereich - weit verbreitet.“

Tonnenschweres Diebesgut

Nach Einschätzung des Vereins Bauwirtschaft kommt es laut Gierden „häufiger zu Diebstählen auf Baustellen“ als zu Zerstörungen. Ein Blick in die Polizeimeldungen bestätigt das: Die Polizei berichtet immer wieder von Klau auf Baustellen, bei welchem schweres Gerät zum Einsatz gekommen sein muss. Mehr als eine Tonne wog eine Baggerschaufel, die im Februar 2019 von einer Großbaustelle in Korb verschwand. Ein gut zwei Tonnen schwerer Hydraulik-Meißel wurde vor einiger Zeit von einer Baustelle in Endersbach gestohlen. Auch beliebt ist bei Dieben, in großen Mengen Diesel an Baustellenfahrzeugen abzuzapfen.

Wer hat auf einer Baustelle in Schmiden seiner Zerstörungswut freien Lauf gelassen – und das nicht zum ersten Mal? Im „hohen sechsstelligen Bereich“ bewegt sich laut Polizei der Schaden. Es geht um eine Großbaustelle an der Lindberghstraße in Schmiden. Dort entstehen mehrere Mehrfamilienhäuser. In wenigen Monaten wollen dort die Mieter und Eigentümer einziehen.

Tatzeit: Zwischen Freitag und Montag

Unbekannte haben auf der Baustelle 36 Fenster in mehreren Wohnungen beschädigt.

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