Kaisersbach

Öffnung nach Pfingsten? Mit diesem Konzept will der Schwaben Park Modellprojekt werden

Schwabenpark
Der Schwabenpark hofft, dass nach Pfingsten die Erlaubnis erfolgt, als Modellprojekt öffnen zu dürfen. © ALEXANDRA PALMIZI

Eine Öffnung des Schwabenparks ist auf Basis der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes Baden-Württemberg sowie des Infektionsschutzgesetzes („Bundesnotbremse“) bis auf weiteres nicht gestattet. Die Corona-Verordnung vom 13. Mai 2021 sieht gestufte Öffnungsschritte vor, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis stabil unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern liegt. Danach kann der Betrieb in verschiedenen Lebensbereichen unter Einhaltung zusätzlicher Maßnahmen wieder aufgenommen werden.

Verschiedene Bereiche werden durch das Öffnungskonzept bislang nicht oder nicht sofort abgedeckt, weshalb die Landesregierung die Möglichkeit eröffnet, ausgewählte Modellprojekte zuzulassen. Diese haben zum Ziel, Erfahrungen und Erkenntnisse für die Umsetzbarkeit entsprechender Öffnungsschritte zu generieren. Mit dieser Option hat sich der Schwabenpark bereits zum zweiten Mal als Modellprojekt beworben.

„Beim ersten Versuch wurden wir leider nicht ausgewählt, da schaffte es der Euopapark. Doch nun haben wir diese Woche die Unterlagen vom Sozialministerium bekommen, konnten uns bewerben und haben mit der Hochschule Ludwigshafen einen wissenschaftlichen Begleiter an Bord. Wir hoffen nun, dass unsere Bewerbung erfolgreich ist und wir dann auch als Modellprojekt öffnen dürfen“, erklärt Marcel Bender, Pressesprecher des Schwabenparks.

Ein großer Dank gelte der Hochschule Ludwigshafen, denn ein wissenschaftlicher Begleiter ist für dieses Modellprojekt Pflicht. „Die Hochschule Ludwigshafen war dann sofort dabei, uns zu unterstützen. Das ist klasse“, so Bender.

Freizeitparks dürfen eigentlich in Baden-Württemberg erst in einer dritten Öffnungsstufe wieder Besucher empfangen - also frühestens etwa einen Monat nach dem Außerkrafttreten der sogenannten Bundesnotbremse im jeweiligen Kreis. „Dann wäre aber voraussichtlich ein Großteil unseres Sommergeschäftes schon vorbei, ohne dass wir öffnen dürfen. Unser Hygienekonzept hatte ja schon letztes Jahr bewiesen, dass wir alles dafür tun, coronakonform öffnen zu können. Nun setzen wir alles auf die Karte Modellprojekt“, sagt Bender.

Testzentrum vor dem Schwabenpark steht in den Startlöchern

Damit die Gäste mit negativen Schnelltests dann in den Schwabenpark kommen, wird es ein Testzentrum direkt am Eingang geben. „Hier stehen wir seit zwei Wochen in den Startlöchern mit dem Testzentrum, das natürlich auch Nachbarn und andere Bürger nutzen können, also nicht nur Gäste des Schwabenparks“, so Marcel Bender. Mit dem Partner Dr. Kaiser Schnelltestbetriebe kann also diese kostenlose Teststation für alle Gäste und Mitbürger zur Verfügung gestellt werden.

Vor ein paar Tagen hatte das Sozialministerium verkündet, dass sich weitere Einrichtungen als Modellprojekte bis zum Donnerstag, 20. Mai, bewerben können. Diese Chance hat der Schwabenpark, der zuvor bereits Kritik an den strengen Corona-Regelungen geübt hatte, nun kurzfristig zum zweiten Mal ergriffen und seine Bewerbung eingereicht.

Mit dieser Option hat sich der Schwabenpark also zum zweiten Mal als Modellprojekt beworben. 2020 hat der Schwabenpark mit der Gesundheitsbehörde zusammengearbeitet, um ein bewährtes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept zu entwickeln, einschließlich spezieller Maßnahmen zum Schutz der Besucher und zur Gewährleistung der Gesundheit der Mitarbeiter.

Dieses Konzept umfasst beispielsweise die Begrenzung der Besucheranzahl sowie die lückenlose Kontaktnachverfolgung durch eine eigens entwickelte Software. Im Hygienekonzept wurde auch berücksichtigt, dass nur Fahrgeschäfte und Aktivitäten, die im Freien stattfinden, genutzt werden dürfen. „Der Schwabenpark hat 2020 bereits Maßnahmen ergriffen, die über die aktuelle Verordnung hinausgehen. Diese Maßnahmen umfassen die Unterweisung der Mitarbeiter durch den Betriebsarzt, die Schulung der Gäste durch einen eigenproduzierten Film zu notwendigen Schutzmaßnahmen, das verpflichtende Ein- und Auschecken beim Betreten und Verlassen des Parks sowie ein Ampelsystem bei der Tischbelegung in der Gastronomie zur Vermeidung von Überfüllung“, berichtet Bender.

Geschäftsführer André Hudelmaier hofft auf eine schnelle Zusage

Geschäftsführer André Hudelmaier erklärt: „Die von uns bereits im Jahr 2020 eingeführten Maßnahmen und Investitionen zur Verhinderung und Eindämmung von Covid-19-Infektionen, einhergehend mit den guten Erfahrungen aus der letztjährigen Saison sowie die in 2021 getätigten Investitionen und die für eine kurzfristige Eröffnung schon geschaffenen Voraussetzungen lassen den Schwabenpark aus unserer Sicht als Modellprojekt in Baden-Württemberg mehr als geeignet erscheinen. Wir hoffen auf eine zügige Entscheidung und zeitnahe Rückmeldung von der Landesregierung.“ Bewerbungsschluss ist Donnerstag, 20. Mai. Nach Pfingsten sollen laut dem Sozialministerium weiterer zehn Modellprojekte ausgesucht werden.

Lob erhält die Gemeinde Kaisersbach, in diesem Fall direkt Bürgermeisterin Katja Müller von Marcel Bender: „Innerhalb von zwei Stunden hat sich unsere Bürgermeisterin darum gekümmert, ein offizielles Schreiben zu verfassen, in dem der Schwabenpark für sein Hygienekonzept gelobt wird. Dieses Schreiben fließt in unsere Bewerbung mit ein.“

Wie wird man Modellprojekt?

Ein erster Öffnungsschritt erfolgt über die Regelungen der Corona-Verordnung. Das Modellvorhaben umfasst Lockerungen, die über die Öffnungsschritte in den jeweiligen Stufen 1-3 hinausgehen. Damit kann es sich bei dem Modellvorhaben um eine vorgezogene Umsetzung von Öffnungen, die erst in einer späteren Stufe vorgesehen sind oder um eine Erprobung in weiteren, in dem Stufenkonzept nicht aufgeführten Lebensbereichen, handeln. Modellprojekte sind demzufolge insbesondere in folgenden Bereichen vorgesehen: Tourismus, Kultur, Freizeitparks und Freizeiteinrichtungen, Kinder- und Jugendarbeit.

Die 7-Tage-Inzidenz im Stadt-/Landkreis muss zum Startzeitpunkt stabil unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegen. Des Weiteren sind Hygiene- und Schutzmaßnahmen vorgesehen. Die Voraussetzung ist eine umfassende Teststrategie.

Eine lückenlose Kontrolle negativer Testergebnisse bzw. Immunitätsnachweise (geimpft, genesen) wird als Zugangskriterium zur Nutzung der Öffnungsangebote sichergestellt. Ein digitales System zur Kontaktnachverfolgung muss grundsätzlich genutzt werden. Eine wissenschaftliche Begleitung der Modellvorhaben ist Voraussetzung.

Eine Öffnung des Schwabenparks ist auf Basis der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes Baden-Württemberg sowie des Infektionsschutzgesetzes („Bundesnotbremse“) bis auf weiteres nicht gestattet. Die Corona-Verordnung vom 13. Mai 2021 sieht gestufte Öffnungsschritte vor, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis stabil unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern liegt. Danach kann der Betrieb in verschiedenen Lebensbereichen unter Einhaltung zusätzlicher Maßnahmen

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