Kaisersbach

50 Jahre „Owi“: Kindergarten Ortswiegenweg in Kaisersbach feiert Jubiläum

1/2
Festgottesdienst
Kindergartenkinder und Eltern feierten das Jubiläum bei einem Gottesdienst. © Gabriel Habermann
2/2
Festgottesdienst
Gesungen wurde natürlich auch. © Gabriel Habermann

Ein halbes Jahrhundert Kinderlachen, singen, lernen, basteln, malen, spielen, vorlesen, toben und Staunen über Gottes Schöpfung: Der evangelische Kindergarten Ortswiesenweg feierte am Erntedank-Sonntag mit Festgottesdienst und anschließendem Beisammensein im Gemeindehaus seinen 50. Geburtstag.

Schon seit 50 Jahren gibt es den Kindergarten Ortswiesenweg, für den sich längst die Kurzform „Owi“ eingebürgert hat. Der Jubiläumsfesttag bringt Weggefährten zusammen: Erzieherinnen und ehemalige Mitarbeiter. Familien, deren Nachwuchs gerade in den Kindergartenalltag gestartet ist und Eltern, die teilweise als Kinder selbst hier gespielt haben. Geschwister und Verwandte. Sie alle schließt Pfarrer Frank Lutz in seine Begrüßung mit ein. Sein Dank richtet sich an die jahrzehntelange „wertvolle Arbeit der Erzieherinnen“, die den Ort mit „Herz, Spiel und Freude“ ausgefüllt hätten sowie an alle Mitwirkenden, die das anschließende feierliche Beisammensein im Gemeindehaus organisieren.

Der Kindergarten war im ständigen Wandel und blieb doch bei den Wurzeln

Im September 1972 öffneten sich zum ersten Mal die Türen im zunächst eingruppigen evangelischen Kindergarten unter der Trägerschaft von Pfarrer Peter Guske. Die selbstständige Gemeinde wuchs, und mit ihr der Bedarf nach Kinderbetreuung, die sechs Jahre später um die Awa-Gruppe erweitert wurde. Seit 2020 liegt die Trägerschaft beim evangelischen Kirchenbezirk Schorndorf. Derzeit werden nach Auskunft von Deborah Kaiserauer, der Geschäftsführerin der Geschäftsstelle Ost, 20 Kinder betreut. Drei Erzieherinnen passen auf die Mädchen und Jungen auf und haben mit ihnen auch das fröhliche Lied „Im Kindergarten“ von Rolf Zuckowski einstudiert, das sie mit ihren klaren Stimmen und leuchtenden Augen im Gottesdienst vorsingen und gestisch begleiten.

Die Textzeilen wurden etwas umgedichtet, sodass Bürgermeister und Pfarrer besungen werden. Zur Strophe „Wo hat der Pfarrer seine Fäuste ausprobiert“ kreiseln die Kinderfäuste wie Räder in der Luft. Beim Refrain „Im Kindergarten“ deuten die Hände das schützende Dach eines Hauses an. Einige Erwachsene stimmen mit ein und singen: „Im Kindergarten, da fangen alle mal als kleine Leute an. Und wenn sie groß sind, fragen sie sich irgendwann, wie nur die Zeit so schnell vergehen kann.“

Die Zeit ist auch im „Owi“ nicht stehengeblieben, wie Deborah Kaiserauer bei einer Zeitreise veranschaulicht. Es wurde mehrmals um- und ausgebaut, renoviert und erneuert. Viele Eltern brachten sich ein, um das einstige Flachdach durch ein Walmdach zu ersetzen und wirkten bei der Küchenerneuerung mit. Im Jahr 2000 wurde der heute nicht mehr wegzudenkende naturnahe Garten angelegt, in dem der Naturkreislauf und die Schöpfung mit allen Sinnen vermittelt werden.

Feinsinnige Gedanken macht sich Pfarrer Frank Lutz. In seiner Predigt lässt er gedanklich eine Riesenseifenblase aufsteigen und blickt aus der in der Luft schwebenden Perspektive des „zauberhaften, vergänglichen, zerbrechlichen Kunstwerks“ zurück auf die „Owi“-Zeit. „Krieg und Frieden wechseln sich ab, aber der Himmel über dem schönen Garten im Kindi ist geblieben.“ Für seine Predigt wählt er die Metapher des Regenbogens für das Bibelwort: „Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde“ - der Vers aus dem ersten Buch Mose stehe sinnbildlich für das Leben, das immer weitergeht. Das vielfältige Farbspektrum eines Regenbogens lasse sich auch in jeder Seifenblase entdecken, spannt Pfarrer Lutz seinen gedanklichen Bogen zu den „Lebensfarben“, die von den pädagogischen Mitarbeitern hier seit 50 Jahren an die Kinder weitergegeben werden. Für den liebevoll als „altes Haus“ bezeichneten „Owi“ wünscht er sich, dass „immer genug Geld da ist und du auch noch weitere 50 Jahre stehst“.

Atmosphäre, Vertrauen und Geborgenheit

50 Jahre Kindergarten Ortswiesenweg – darüber freut sich auch die terminlich verhinderte Dekanin Dr. Juliane Baur, deren Grußworte die Trägervertreterin Deborah Kaiserauer vorliest. Geburtstag und Erntedank – das bedeute „Dank für alles, was wir zum Leben haben, und sicher auch das Nachdenken darüber, dass eben vieles gar nicht selbstverständlich ist, sondern wir angewiesen sind auf andere und auf Gott“, wird die Dekanin zitiert. Die Verbindung zwischen Kita und Kirchengemeinde bilde die Basis für den Ort, an dem Kinder „altersgerecht an Themen des Glaubens herangeführt“ werden und sich in einer Atmosphäre der Geborgenheit und des Vertrauens unbeschwert entwickeln dürfen.

„Das beste zum Spielen für ein Kind ist ein anderes Kind“, zitiert Bürgermeister Michael Clauss den Pädagogen Friedrich Wilhelm August Fröbel, verbunden mit einer Würdigung auch der „engagierten wertvollen Arbeit“ in den weiteren Kindergärten in Kaisersbach: „Ihre Kinder sind hier bestens aufgehoben“, so Clauss, dessen Geschenkkorb gewiss bei den Kindern bestens aufgehoben ist. Mitgebracht hat er Spielsachen, ein Märchenbuch der Kaisersbacher Autorin Karin Beck und ein Puzzle zum Thema Märchen, das die Kindergartenkinder derzeit behandeln.

Doch zunächst geht es zum (Geburtstags-)Kuchen-Buffet ins Gemeindehaus. Die lockere Feierstunde wurde kurzfristig wegen der Witterung an den überdachten Ort verlegt. Die Kleinen sind mit der Spielstraße bestens beschäftigt und die Großen erkunden die verschiedenen Räume der Einrichtung vom Kreativplatz bis zum Purzeltreff und lassen sich am reichhaltig bestückten Buffet allerlei Leckereien, Fingerfood und Kuchen mit den Kindern genüsslich schmecken.

Ein halbes Jahrhundert Kinderlachen, singen, lernen, basteln, malen, spielen, vorlesen, toben und Staunen über Gottes Schöpfung: Der evangelische Kindergarten Ortswiesenweg feierte am Erntedank-Sonntag mit Festgottesdienst und anschließendem Beisammensein im Gemeindehaus seinen 50. Geburtstag.

Schon seit 50 Jahren gibt es den Kindergarten Ortswiesenweg, für den sich längst die Kurzform „Owi“ eingebürgert hat. Der Jubiläumsfesttag bringt Weggefährten zusammen: Erzieherinnen und

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper