Kaisersbach

Corona-Maßnahmen im Schwaben Park: Worauf sich Besucher einstellen müssen

Piratenschiff
Der Schwabenpark öffnet am 29. Mai um 9 Uhr. Unter strengen Hygienemaßgaben können die Besucher wieder Spaß haben. © Gaby Schneider

Vor Corona kannte man Voranmeldungen vom Theater, dem Friseurbesuch oder vom VHS-Kurs. Auch im stets gut besuchten Lieblingsrestaurant empfahl es sich an manchen Tagen, einen Tisch klarzumachen. Die Pandemie will es, dass ab sofort auch der Besuch des Schwaben Parks reservierungspflichtig ist. Um die Personenanzahl zu reduzieren, muss man seinen Besuchstag anmelden, den Ausflug also gut planen.

„Für alle Gäste sind Tickets nur im Online-Shop erhältlich“, betont Pressesprecher Marcel Bender. Ohne Voranmeldung heißt es für Besucher demnach: „Wir müssen leider draußen bleiben.“ Bis zur Parkeröffnung soll darum auf allen verfügbaren Kanälen auf den Online-Ticketverkauf hingewiesen werden. Auch Jahreskarteninhaber müssen die neue Regel einhalten.

Im Eingangsbereich wartet dann ein neuer „Parkempfang“: Das Erste, was Besucher zu sehen bekommen, ist ein Film, der ähnlich wie die Sicherheitshinweise im Flugzeug vor dem Abheben auf die Hygieneschutzmaßnahmen hinweist – ein Animationsfilm, damit auch die Kinder erreicht werden. Schon die Kleinen ab sechs Jahren müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Um sich überall im Park frei zu bewegen, ist diese Schutzmaßnahme auch beim Bestellen von Essen und Getränken im Gastronomiebereich und im Souvenirshop zu befolgen.

Kinder-Erlebnishalle und Laser-Tunnel bleiben vorerst zu

Schals und Tücher seien aus Sicherheitsgründen nicht gestattet – mit Ausnahme von Schlauchtüchern. Im Gelände bleiben zahlreiche Hinweisschilder und Fußbodenmarkierungen zur Abstandswahrung nicht aus. Anstatt in einer Schlange eng gedrängt anzustehen, müssen überall die 1,50 Meter eingehalten werden, auch in den gastronomischen und sanitären Einrichtungen. Die Sanitäreinrichtungen müssen vom Personal häufiger gereinigt werden. Im Gastronomiebereich werden bis zur Wiedereröffnung noch Hygienestationen installiert zur Händedesinfektion. Händewaschen ist in den sanitären Anlagen möglich. Die Parkleitung bittet zudem darum, „unnötigen Kontakt“ zu Oberflächen wie Geländer, Türgriffe und Scheiben zu vermeiden.

Lösungen wurden auch für die Attraktionen gefunden: „Sie werden nach Möglichkeit mit Personen aus dem eigenen Familienkreis besetzt. Wo es nicht gewährleistet ist, werden Sitze oder ganze Sitzreihen gesperrt, um den Mindestabstand einzuhalten“, schreibt Bender auf Nachfrage. Die Indoor-Stationen „Kinder-Erlebnishalle“, „Laser-Tunnel“ und „Schwarzlicht-Minigolf“ bleiben vorerst geschlossen. Die Kontaktsparsamkeit setzt sich an den Kassen fort: Um dichtes Gedränge zu umgehen, werden vorläufig alle Rabattgutscheine außer Kraft gesetzt. Wertgutscheine für Eintrittskarten werden an der Kasse eingelöst. Ab 13 Uhr werden alle reservierten, aber nicht eingelösten Plätze online freigegeben. Ebenso werden Plätze frei, sobald Besucher den Park verlassen. „Die Nachmittagsplätze könnten besonders für unsere Jahreskarteninhaber interessant sein, die ortsnah wohnen und sich spontan aufmachen können“, so Bender. „Natürlich können auch Tagesgäste diese Plätze nutzen.“

Trotz Maskenpflicht freut sich der Großteil der Besucher auf den Start

Ursprünglich sollte der Parkbetrieb schon am 4. April wieder aufgenommen werden (Die Welzheimer Zeitung hat am 15. Mai berichtet). Acht Wochen später ist es so weit: Am 29. Mai um 9 Uhr öffnen sich die Tore ins Freizeitvergnügen, das von Auflagen bestimmt sein wird. „Wir bitten darum, sich an die Hygieneschutzmaßnahmen zu halten, um das Erreichte zur Eindämmung der Pandemie nicht wieder zu gefährden“, teilt die Parkleitung mit. „Der Großteil der Besucher freut sich auf die Eröffnung, auch wenn sie von der Maskenpflicht teilweise genervt sind“, sagt Marcel Bender.

Von Kollegen, die ihre Freizeiteinrichtung bereits geöffnet haben, hätten sie bislang „nur positives Feedback“ erhalten, was das Verhalten und die Umsicht der Gäste betrifft. Leider treffe dies nicht auf alle Gäste zu: Einzelne seien „unverschämt und sehr frech“ geworden. Auch Beleidigungen seien an der Tagesordnung. „Sogar einige Personen, die im Gesundheitsbereich tätig oder selbstständig sind und die gleichen Regeln befolgen müssen, sind negativ in Erinnerung geblieben“, teilt Bender mit und bittet um Verständnis. Auch der Parkleitung sind in Pandemie-Zeiten die Hände gebunden: „Wir tun nichts anderes, als unsere Gäste und Mitarbeiter so gut wie möglich zu schützen und uns an die Regeln zu halten.“

Bis alles am Start ist für die neue Schwabenpark-Realität, hätten alle „deutlich mehr zu tun als vor einer normalen Eröffnung.“ Die Corona-Vorkehrungen sorgen für Zusatzaufgaben: Konzeptplanungen wollen getimt werden, Tischabstände und Sitzreihen in den Fahrgeschäften ausgemessen werden. Parallel seien die Bauarbeiten für die neue Achterbahn in vollem Gange, das Telefon steht nicht still, E-Mail-Anfragen fluten den Posteingang. Die ersten Mitarbeiter seien zurück aus der Kurzarbeit, weitere Mitarbeiter sollen eingestellt werden. Laut Bender sind auch für die Kontrollen im Park bis auf weiteres keine Fremdfirmen vorgesehen. „Wir sind untereinander sehr engmaschig vernetzt, um auf neue Verordnungen schnellstmöglich zu reagieren.“

Niesetikette, Besuchereinschränkung, Abstands- und Waschregeln, Mundschutzpflicht – wird ein Parkbesuch mit Distanzwahrung und vielen Regeln gute Laune mit sich bringen?

Marcel Bender ist zuversichtlich: „Wir sind sicher, dass der Besuch auch mit den Maßnahmen ganz viel Spaß bringt.“ Immerhin bestehe nun wieder die Möglichkeit, „nach der langen Zeit des Verzichtens dem Alltag ein wenig zu entfliehen“. Einzig das Lachen der Gäste wird schwerer zu sehen sein. „Aber zum Glück kann man Freude auch in den Augen ablesen.“

Weitere Informationen

Vom 29. Mai bis einschließlich 4. Oktober hat der Schwabenpark täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Ab 5. Oktober bis 1. November 2020 bitte auf  Schließtage und geänderte Öffnungszeiten achten. Der Eingang zum Schwaben Park schließt um 16.30 Uhr, danach ist kein Zutritt mehr möglich.

Pressesprecher Marcel Bender weist darauf hin, dass alle Angaben ohne Gewähr sind: „Da wir im engen Austausch mit der Gesundheitsbehörde sind, ist eventuell mit weiteren Maßnahmen zu rechnen.“

Risikogruppen wird empfohlen, zu ihrer eigenen Sicherheit den Besuch im Freizeitpark mit einem Arzt zu besprechen.

Für das parkeigene Feriendorf gilt die baden-württembergische Verordnung für Hotellerie. Pressesprecher Marcel Bender teilt auf Anfrage mit: „Die Häuser stehen weit genug auseinander, es gebe von Anfang an kein Frühstückbuffet, sondern Frühstücksservice. Was die Hausreinigung betrifft, sei man auf erweiterte Maßnahmen eingestellt. Für alle Gäste besteht eine Meldescheinpflicht – aber schon seit Eröffnung des Schwaben-Dorfs. Beim Check-in sind sämtliche Daten anzugeben, die direkt vom Servicepersonal mittels Datenabgleich kontrolliert werden.“