Kaisersbach

Kein Lebensmittelmarkt für Kaisersbach

müller
Bürgermeisterin Katja Müller. © Joscha Klüppel (Online Praktikant)

Kaisersbach (sie). In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag nahm Bürgermeisterin Katja Müller Bezug auf ein Thema, das auch im Bürgermeisterwahlkampf im Ort diskutiert wurde. Es wurde vielfach der Wunsch nach einem Lebensmittelmarkt in Kaisersbach geäußert als Zusatzangebot zu der bestehenden Landmetzgerei Grau in der Lindenstraße, in der auch Lebensmittel angeboten werden. Nun teilte die Bürgermeisterin zum Bedauern der Räte und der Bürgerinnen und Bürger mit, dass es in naher Zukunft – und wohl auch mittel- bis langfristig – keine derartige Einkaufsmöglichkeit in Kaisersbach geben werde.

Die Verwaltung habe sich mit Firmen, die auch kleinere Lebensmittelmärkte betreiben, in Verbindung gesetzt, jedoch „leider keine positive Rückmeldung erhalten“.

Man habe vor Ort in Kaisersbach mit Mitarbeitern gesprochen und die Lage analysiert. Dabei stand schnell fest: Das Einzugsgebiet für solch einen Markt müsse bei mindestens 5000 Einwohnern liegen, damit diese Einrichtung wirtschaftlich betrieben werden könnte.

Nicht genug Einwohner am Standort

Nächster Haken: Am konkreten Standort sollten mindestens 2500 Menschen leben. Auf diese Zahl bringt es zwar Kaisersbach, doch verteilt auf alle Ortsteile. Daher habe man eine negative Antwort erhalten – auch weil es in den Nachbarorten entsprechende Märkte gibt und viel Kaufkraft aus Kaisersbach nach Welzheim, Gschwend, Murrhardt et cetera fließe.

Katja Müller formulierte eher tröstend denn optimistisch, dass sich die Voraussetzungen für solch einen Markt ja in Zukunft ändern könnten. Stand jetzt gebe es keine Chance. Zumal auch der Regionalplan für die Gemeinde keine großflächigen Flächen für den Einzelhandel vorsehe.

Mürter: "Netzwerk an Hilfe aufbauen"

Gemeinderätin Miriam Mürter brachte daher ins Gespräch, dass sich Verwaltung, Rat und Bürger über dieses allgemeine Thema Einkaufen, besonders auch Einkaufen für ältere Menschen, sowie Apotheke vor Ort et cetera Gedanken machen sollten. Ihre Idee: Die Gemeinde müsse ein „Netzwerk an Hilfe aufbauen“. Auch in Kaisersbach würden sich die klassischen Dorfstrukturen, sprich eine große Familie, deren Mitglieder sich gegenseitig helfen können, verändern.

Hoffnung auf ein derartiges Netzwerk macht vielleicht das Dorffest in diesem Jahr, das bei Bürgern und Vereinen gut angekommen sei und bei dem auch Geld für einige Einrichtungen gesammelt werden konnte. Der Erlös der Tombola sei wohl rekordverdächtig gewesen, hielt Katja Müller fest. Das Organisationsteam werde sich im kommenden Jahr wieder treffen und dann das Gemeindefest für 2019 angehen.

Förderantrag für Breitbandausbau ist eingereicht worden

Für den Breitbandausbau in Kaisersbach habe man bereits vor einiger Zeit den Förderantrag eingereicht. Der Bund habe noch mehr Informationen verlangt, die man in Zusammenarbeit mit der Firma tkt teleconsult fristgerecht geliefert habe. Das koste die Gemeinde nichts, weil der Bund die Kosten übernimmt. Tkt werde dann eine Ausschreibung vorbereiten.