Kaisersbach

Lob für die kleine Kaisersbacher Rathaustruppe, aber Sorgen um die Zukunftsprojekte

Rathaus Kaisersbach wird saniert. Bild: Stuetz
Katja Müller ist nach vier Wochen Krankheitszeit seit Montag wieder zurück. © stuetz

Nach vier Wochen Krankheitszeit ist Kaisersbachs Bürgermeisterin Katja Müller seit Montag, 10. Mai, wieder im Amt. „Die Stimme lässt zwar nach wie vor zu wünschen übrig, aber eine Stimmband- beziehungsweise Kehlkopfentzündung und ihre Nachwirkungen können langwierig sein“, äußert sich Katja Müller.

Die Personalsituation im Kaisersbacher Rathaus war aber nicht nur aufgrund des vierwöchigen Fehlens der Chefin sehr angespannt, auch die Stelle des Hauptamtsleiters ist noch nicht neu besetzt. Und so mussten die verbliebenen Mitarbeiter im Rathaus den laufenden Betrieb in sehr dünner Besetzung aufrechterhalten. „Hier gilt allen ein großes Lob, denn wir haben es auch in Abwesenheit der Bürgermeisterin geschafft, einige Projekte abzuschließen oder auf den Weg zu bringen“, erklärt Bernd Basler, der ehrenamtlich als stellvertretender Bürgermeister für vier Wochen der Chef im Kaisersbacher Rathaus war. Großes Lob bekam Basler für die Sitzungsleitung der vergangenen Gemeinderatssitzung, die zügig und effektiv laut den Gemeinderäten verlief. Und auch von Kämmerer Michael Clauss: „Was Bernd Basler in den letzten Wochen für Kaisersbach leistete, ist mit Worten nicht genug zu loben. Vielen Dank.“

Zurück zum Personal im Rathaus. Wie sieht die Personalsituation im Kaisersbacher Rathaus aktuell aus?

„Wir haben derzeit zwei vakante Stellen im Rathaus. Beide im Bereich der Hauptverwaltung. Die Sachbearbeitungsstelle im Hauptamt wird zum 1. Juli 21 wieder besetzt sein. Die Stelle der Hauptamtsleitung ist noch nicht besetzt. Hier läuft das Verfahren noch“, erklärt Katja Müller. Im Rahmen der Vertretung könnten die dringlichen Aufgaben abgearbeitet werden. Dennoch könne die Bearbeitung etwas länger dauern als üblich. „Aufgaben, die wünschenswert, aber nicht dringend sind, müssen verschoben werden. Der krankheitsbedingte Ausfall von mir hat die Situation, wie sicherlich nachvollziehbar ist, nicht verbessert“, sagt Katja Müller.

Was das Kaisersbacher Rathaus-Team zusätzlich treffe, sei die Tatsache, dass kein Tag vergehe, an dem nicht Zeit für Corona-Maßnahmen (Notbetreuung, Schnelltests, Quarantäne, Kontaktpersonen, Impftruck) aufgewendet werden müsse. „Die Gemeinden im Rems-Murr-Kreis entlasten in der Corona-Zeit das Gesundheitsamt auf freiwilliger Basis seit mehr als einem Jahr. Dies trifft uns als kleine Gemeinde bei unbesetzten Stellen doppelt hart“, antwortet die Kaisersbacher Bürgermeisterin. Die Pflichtaufgaben wurden laut Müller trotz ihres Fehlens erledigt. „Als kleine Gemeinde hat man wenig Personalpuffer und man hat fast ausschließlich Pflichtaufgaben zu bewältigen. Da wiegen zwei unbesetzte Stellen im Hauptamt schwer. Wir konzentrieren uns auf die absolut notwendigsten Aufgaben und versuchen diese mit Personalunterstützung aus der Finanzverwaltung zu bewältigen. Längerfristige oder wünschenswerte, aber nicht verpflichtende Projekte werden derzeit, soweit möglich, zeitlich geschoben“, so Müller.

Wer springt also ein, wenn die Bürgermeisterin ausfällt und das Hauptamt nicht besetzt ist? „Bei Verhinderung der Bürgermeisterin sieht die Gemeindeordnung eine zweigeteilte Vertretung vor. Für die Sitzungsleitung des Gemeinderats und für repräsentative Aufgaben sind ehrenamtliche Stellvertreter der Bürgermeisterin aus der Mitte des Gemeinderats gewählt. Dies ist in Kaisersbach als erster Stellvertreter Gemeinderat Bernd Basler. Weitere Stellvertreter sind die Gemeinderätinnen Birgitta Braun-Calka und Miriam Mürter. So hat Bernd Basler vertretungsweise die Gemeinderatssitzung am 22. April geleitet und insbesondere Bebauungspläne vorangetrieben. Einzelne Gemeinderäte haben dabei zudem unterstützt“, berichtet Katja Müller.

Großes Lob für Bernd Basler, Michael Clauss und das kleine Rathaus-Team

Für die Geschäfte der laufenden Verwaltung ist der allgemeine Vertreter im Amt benannt. „Dies war in Kaisersbach der Hauptamtsleiter. Da die Stelle vakant ist, hat die Vertretung Kämmerer Michael Clauss wahrgenommen“, sagt Müller. Michael Clauss betont noch einmal: „Während der vierwöchigen krankheitsbedingten Abwesenheit von Bürgermeisterin Katja Müller hat das Zusammenspiel mit dem ehrenamtlichen Stellvertreter der Bürgermeisterin, Bernd Basler, sehr gut und vertrauensvoll funktioniert.“

Michael Clauss und die Mitarbeiterinnen im Rathaus leisten laut der Bürgermeisterin eine hervorragende Arbeit. „Nicht erst in den letzten Wochen und Monaten, sondern insgesamt und vor allem auch während der Zeit der Corona-Pandemie. Alle Beschäftigten setzen sich mit großem Engagement dafür ein, die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zufriedenstellend und rechtskonform zu bearbeiten. Auch die Unterstützung durch Bernd Basler, die weiteren Stellvertreterinnen und weitere Mitglieder des Gemeinderates, insbesondere während meiner Krankheitszeit, war sehr gut. An alle an dieser Stelle ein großes Dankeschön für die super Unterstützung und den großen Einsatz“, lobt die Bürgermeisterin ihr aktuell kleines Rathaus-Team.

Pflichtaufgaben konnten erfüllt werden, aber wie geht es weiter?

Michael Clauss ergänzt: „Die Kolleginnen im Rathaus haben nicht nur in der Vertretungszeit Bernd Basler und mich mit überdurchschnittlichen Einsatz unterstützt. Seit Monaten ist das Rathaus unterbesetzt, teilweise waren in den vergangenen Wochen von neun Stellen vier nicht besetzt, was sich in der Pandemiezeit zusätzlich bemerkbar macht. Trotzdem schaffen es die Kolleginnen, dass kein Bürger mit seinem Anliegen abgewiesen werden muss.“

Trotz des gegenseitigen Lobes bleibt aber auch festzuhalten, dass natürlich aufgrund der angespannten Personalsituation wichtige Projekte, wie Breitbandausbau, Funkmasten für ein besseres Handynetz oder ein neues Baugebiet in Kaisersbach für die sehr schwierige finanzielle Situation nicht abgeschlossen werden konnten. Man hoffe, nun dass alle Mitarbeiter gesund werden, oder bleiben und die vakanten Stellen schnell geschlossen werden – damit in Zukunft nicht nur Pflichtaufgaben erledigt werden können, sondern andere wichtige Zukunftsprojekte final abgeschlossen werden können.

Bürgermeisterin Katja Müller ist nun zurück. In ihrer Verantwortung als Chefin liegt es, dass die nächsten Monate, bevor es zur Bürgermeisterwahl am 24. Oktober kommt, noch so effektiv genutzt werden, dass die Zukunft für Kaisersbach, wie es einige Gemeinderäte schon offen formulierten, wieder schöner aussehe. Denn der berühmte Stapel auf ihrem Schreibtisch, den die Bürgermeisterin selbst immer wieder in den Sitzungen erwähnt, der ist sicher in den letzten vier Wochen nicht kleiner geworden.

Nach vier Wochen Krankheitszeit ist Kaisersbachs Bürgermeisterin Katja Müller seit Montag, 10. Mai, wieder im Amt. „Die Stimme lässt zwar nach wie vor zu wünschen übrig, aber eine Stimmband- beziehungsweise Kehlkopfentzündung und ihre Nachwirkungen können langwierig sein“, äußert sich Katja Müller.

Die Personalsituation im Kaisersbacher Rathaus war aber nicht nur aufgrund des vierwöchigen Fehlens der Chefin sehr angespannt, auch die Stelle des Hauptamtsleiters ist noch nicht neu

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