Kaisersbach

Neue Kräuter in den Kräuterterrassen, mittendrin die Heilpflanze des Jahres 2021, nämlich der Meerrettich

Meerrettich
Der Meerrettich ist die Heilpflanze des Jahres 2021. © Privat

Die ehrenamtlich arbeitenden Kräuterpatinnen haben bereits eifrig gewerkelt und die Beete für die neue Saison in der Gartenstraße 9 in Kaisersbach vorbereitet. Alle notwendigen Neubepflanzungen sind vorgenommen. Aufgrund der kühlen Witterung konnten die neuen Kräuter erst jetzt eingepflanzt werden. Das Motto der Kräuterterrassen lautet in diesem Jahr „Kräuter/Kunst/Kultur“.

Neu angelegt wurde am Eingang ein Kinderbeet für Bienen. Dieses wird unter Anleitung einer Kräuterpatin (von Beruf Erzieherin) von den Kindern der Grundschule Kaisersbach liebevoll betreut. Dieses Beet ist in seiner Verspieltheit einzigartig. Wenn es wärmer wird, werden sich dort Hunderte Bienen, Hummeln und andere Insekten treffen, um den Nektar der Blühpflanzen zu genießen.

In den Kräuterterrassen zu sehen

Inzwischen wurde auch die Heilpflanze des Jahres 2021, der Meerrettich, eingepflanzt. Hierzu gibt es weitere Infos im Kräutergarten. Meerrettich ist mit den Radieschen und Rüben verwandt und aus Südrussland in den Welzheimer Wald eingewandert. Der Meerrettich bildet eine walzenförmige, mehrköpfige lange Wurzel aus. Das ist die sogenannte „Stange“, die gegessen wird. Aus dieser Wurzel sprießt eine bis zu ein Meter hoch wachsende Blattrosette mit lang gestielten Blättern. Die mehrjährige Pflanze entwickelt Seitenwurzeln, aus denen ebenfalls Blattrosetten wachsen. Die sehr langen Blütenstängel mit traubenförmig angeordneten weißen Blüten erscheinen erst im zweiten Jahr nach dem Anpflanzen.

Als Medizin einsetzbar

Der Genuss des Meerrettichs soll an das bittere Leiden Christi erinnern, deshalb wird er am ersten Osterfeiertag in manchen Gegenden Österreichs kirchlich gesegnet. Drei Stückchen dieses Meerrettichs, nüchtern gegessen, dienen der Gesundheit, man soll das ganze Jahr nicht ohnmächtig werden. Drei Stückchen, am Karfreitag nüchtern gegessen, sollen vor Gürtelrose schützen. Ein Stückchen im Geldbeutel soll bewirken, dass die Geldbörse nie leer ist.

Der Meerrettich wird auch Penizillin des Gartens genannt. Verwendete Teile: Wurzeln. Frische Wurzeln können das ganze Jahr geerntet werden. Im zweiten und dritten Jahr schmecken sie am allerbesten. In Folie eingewickelt halten sich die gereinigten, ungeschälten Stangen gut vier Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks. Er wirkt keimtötend und lindernd bei verstopften Nebenhöhlen.

Die scharfen Inhaltsstoffe von Meerrettich erweisen sich als hilfreich bei Husten, Bronchitis und anderen Erkältungskrankheiten. Aufgrund ihrer antiseptischen und harntreibenden Eigenschaften sind sie auch Bestandteil von Präparaten aus der Apotheke zur Behandlung von Harnwegsinfektionen.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird von einem Verzehr von Meerrettich abgeraten. Die Wurzel wirkt in frischem Zustand besonders anregend für Magen und Darm und fördert daher die Verdauung.

Meerrettich ist ein Ankurbler der Fettverdauung. Seine schwefelhaltigen Substanzen, im Verein mit den Enzymen, sollen krebsvorbeugend wirken (wie zum Beispiel der Knoblauch). Äußerlich wirken Auflagen (in Pflanzensaft getränktes Tuch) als Ableitungsmittel bei Gicht, Rheuma, Nerven- und Kopfschmerzen.

Die betroffenen Stellen zuvor mit Olivenöl einreiben, um zu starke Hautreizungen zu vermeiden. Bei zu hohem Blutdruck übergießt man eine Handvoll klein geschnittener Wurzeln mit kochendem Wasser, lässt es eine Stunde ziehen und macht ein 20-minütiges Fußbad.

Kulinarisches mit Meerrettich

Frisch geriebene Meerrettichwurzel ist eine klassische Beilage für warme und kalte Fleischgerichte. Traditionell wird geriebener Meerrettich mit Sahne, Joghurt oder geriebenem Apfel gemischt, was ihm seine strenge Schärfe nimmt. Auch für asiatische Gerichte wird das Gewürz eingesetzt. Die jungen Blätter, die beim Ausgraben der Wurzel anfallen, ergeben eine aparte Gemüsespeise. Man kocht sie wie Spinat und mischt dann mit anderem Gemüse, zum Beispiel Möhren. Oder man bereitet einen Backteig, zieht die Blätter durch und frittiert sie in heißem Öl.

Eine Oase der Ruhe

Der Kräutergarten ist eine Oase der Ruhe, zum Krafttanken und um die Seele baumeln zu lassen. Besucher können sich zu gegebener Zeit an der ganzen Pracht erfreuen. Alle Interessierten sind eingeladen, der Zugang ist kostenlos. Über eine kleine Spende freut sich das ganze Team. Die behördlich geltenden Hygiene-Vorschriften sind zwingend einzuhalten. Geplante Veranstaltungen wie das Sommerfest Anfang August können bislang nicht stattfinden.

Die ehrenamtlich arbeitenden Kräuterpatinnen haben bereits eifrig gewerkelt und die Beete für die neue Saison in der Gartenstraße 9 in Kaisersbach vorbereitet. Alle notwendigen Neubepflanzungen sind vorgenommen. Aufgrund der kühlen Witterung konnten die neuen Kräuter erst jetzt eingepflanzt werden. Das Motto der Kräuterterrassen lautet in diesem Jahr „Kräuter/Kunst/Kultur“.

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Neu angelegt wurde am Eingang ein Kinderbeet für Bienen. Dieses wird unter Anleitung einer

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