Kaisersbach

Vorsorge für Katastrophenfall: Sechs Sirenen-Standorte in Kaisersbach geplant

Sirene Breitenfürst
Symbolfoto: Eine Sirene auf einem Dach. © Gabriel Habermann

In Kaisersbach erhalten zunächst die sechs einwohner- und besucherreichsten Teilorte eine Sirene für Brand- und Katastrophenfälle, nämlich der Hauptort, Ebni, Gebenweiler, Cronhütte, der Mönchhof und Gmeinweiler. Die Gemeinde versucht, eine kleine Modifikation für die Standorte in Gmeinweiler und Gebenweiler zu erreichen. Das hat der Kaisersbacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

„Insbesondere aufgrund der wachsenden Zahl an Naturkatastrophen und deren extremen Auswirkungen (Beispiel Hochwasser Ahrtal) setzt sich das Land Baden-Württemberg für den Aufbau eines flächendeckenden Sirenennetzes ein“, schrieb die Gemeindeverwaltung in den Sitzungsunterlagen zum Thema flächendeckendes Sirenennetz für Brand- und Katastrophenfälle.

Kaisersbach bekam Zuschuss über 71.600 Euro zugesagt

„Wir haben große Unterstützung vom Landratsamt bekommen“, sagte Bürgermeister Michael Clauss. Die Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz bot den Kommunen Unterstützung beim Aufbau des Sirenennetzes an. „Unter anderem wurden Fördergelder verteilt, ein Schallgutachten erstellt, und eine gemeinsame Ausschreibung gestartet“, informierte die Verwaltung in den Unterlagen. Kaisersbach bekam einen Zuschuss über 71.600 Euro für sechs Sirenen-Standorte zugesagt. Ein Schallgutachten ergab, dass zehn Standorte in der Gemeinde sinnvoll wären, informierte der Bürgermeister. Grundsätzlich hielt er die Sirenen für sinnvoll. „Man ist vielleicht auch mal dankbar“, blickte er auf eine mögliche Anwendung.

Priorisierung nach Einwohnerzahl vorgeschlagen

„Da Kaisersbach aufgrund seiner Flächenausdehnung kaum alle Flächen mit Sirenen ausstatten kann, wird als Standortentscheidung insbesondere eine Priorisierung nach Einwohnerzahl vorgeschlagen“, hatte die Gemeindeverwaltung in den Sitzungsunterlagen festgehalten. Entsprechend sollten zu Beginn der Umsetzung des flächendeckenden Sirenennetzes zunächst die sechs einwohner- und besucherreichsten Teilorte ausgestattet werden.

Jährliche Folgekosten 1600 Euro

Die sechs geförderten Sirenen könne man realisieren, so Michael Clauss. „Durch die Zuschüsse sind die Investitionskosten gedeckt.“ Nicht aber Folgekosten oder eventuelle Mietkosten, wenn Sirenen etwa auf private Häuser kommen. Die Gemeinde hat dazu noch keine Gebäude begutachtet.

Die Folgekosten, die die Gemeinde zu tragen hat, bezifferte der Bürgermeister mit 6500 Euro für vier Jahre. Diese jährlichen Kosten liegen demnach bei rund 1600 Euro.

"Welche Art von Katastrophe soll in Kaisersbach passieren?"

Um was für Sirenen handelt es sich? Gibt es Lautsprecher für Durchsagen? Das fragte Gemeinderat Adem Akin. „Welche Art von Katastrophe soll in Kaisersbach passieren?“, sagte er. Was wolle man mit der Sirene erreichen? Wenn sie ertöne, „was dann, ins Haus?“, fragte er sinngemäß. Er hielt die Sirenen für Kaisersbach an so vielen Standorten für überzogen. „Wir haben eine Rezession nächstes Jahr. Überall explodieren die Preise“, gab er zu bedenken. Es sei „am Ziel vorbeigeschossen. Wir machen uns Gedanken, viele andere Gemeinden reduzieren in den Hallen das Licht.“

"Es gibt Szenarien, wo man warnen muss"

Hans-Dieter Schwenger sprach zwar von „Aktionismus vom Bund“, betonte aber auch: „Es gibt Szenarien, wo man warnen muss.“ Er wollte wissen, ob die Sirenen autark seien, ob sie eine Batterie hätten, und sprach einen Strom-Blackout an.

Die Sirenen sind ziemlich standardisiert, es gibt keine Durchsagemöglichkeit, sagte Michael Clauss. Er kenne es von der Jugendzeit: „Es wurde aufgeklärt, welches Zeichen was bedeutet.“ Da seien Bund und Land gefordert, auch für Übungen. Es seien aber nicht alle Details geklärt, räumte Clauss ein.

„Eine Sirene funktioniert über bestimmte Tonabfolgen“, meinte Alexandra Bäuerle. Sie „fand es Quatsch“, dass Sirenen in der Vergangenheit abgebaut wurden, und hielt diese für wichtig, sagte sie unter anderem.

Miriam Mürter wies darauf hin, dass die Sirenen-Standorte in Gebenweiler und Gmeinweiler dicht beieinander seien.

Adem Akin blieb skeptisch und sagte mit Bezug auf das Thema Ahrtal, es gebe dort Leute, die hätten „heute noch kein Geld gesehen. Die brauchen genau die Gelder.“

"Das ist ein Plus für die Bürger"

Hans-Joachim Hermann erinnerte indes an den Tag der Tschernobyl-Katastrophe. „Wir haben nicht mitgekriegt, dass was passiert ist. Wenn die Sirene losgeht, informiert man sich. Das ist ein Plus für die Bürger.“ Er sprach sich für den Ausbau des Sirenennetzes aus.

„Ich vertraue darauf, dass es funktioniert“, sagte Birgitta Braun-Calka. Um das Funktionieren im Fall der Fälle hatte sich Hans-Dieter Schwenger gesorgt. Birgitta Braun-Calka meinte zum Sirenennetz: „Das ist eine zusätzliche Sicherheit für unsere Bürger. Man kann unsere Bürger in einer bestimmten Art und Weise warnen. Lasst es uns einfach machen.“

Alexandra Bäuerle sprach sich ebenfalls für das flächendeckende Sirenennetz aus, merkte aber an: „Wir müssen natürlich schon wissen, dass wir die richtigen Standorte haben.“ Der Bürgermeister sagte zu den Sirenen, es sei kein Folgeprogramm absehbar. Er glaube nicht, dass man einen Zuschuss für vier weitere bekomme. Clauss riet, sich tendenziell auf die sechs Standorte zu konzentrieren und sie im Detail zu optimieren. Er nahm den Versuch einer kleinen Modifikation für die Standorte in Gmeinweiler und Gebenweiler in den Beschlussvorschlag für die Auftragsvergabe auf. Dem stimmten die Räte letztlich einstimmig zu.

In Kaisersbach erhalten zunächst die sechs einwohner- und besucherreichsten Teilorte eine Sirene für Brand- und Katastrophenfälle, nämlich der Hauptort, Ebni, Gebenweiler, Cronhütte, der Mönchhof und Gmeinweiler. Die Gemeinde versucht, eine kleine Modifikation für die Standorte in Gmeinweiler und Gebenweiler zu erreichen. Das hat der Kaisersbacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

„Insbesondere aufgrund der wachsenden Zahl an Naturkatastrophen und deren

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