Kaisersbach

Wann biegt Kaisersbach auf die Zielgerade ein? Bürgermeisterin Katja Müller nimmt Stellung zu wichtigen Zukunftsfragen in der Gemeinde

Katja Müller
Katja Müller gibt Antworten auf wichtige Zukunftsfragen für Kaisersbach. © Rainer Stütz

Die Welzheimer Zeitung stellte der Kaisersbacher Bürgermeisterin Katja Müller Fragen zu aktuellen Themen, auf die die Kaisersbacher Bürger noch auf Antworten warten. Wichtige Themen sind dabei die Corona-Situation in Kaisersbach, das Thema Mobilfunknetz und Breitbandausbau oder die Sanierung des Schulhauses in Ebni. Katja Müller gibt Antworten und auch Bürgermeister Ronald Krötz aus Alfdorf schaltet sich beim Thema Mobilfunknetz ein.

Wie sieht die Corona-Situation in Kaisersbach aus?

In Kaisersbach gibt es keinen aktuellen Corona-Fall (Stand 17.11.2020, 16.30 Uhr). Neun Personen sind in Quarantäne. Acht von ihnen sind enge Kontaktpersonen einer infizierten Person, eine Person ist als Reiserückkehrer in häuslicher Isolation. Seit Beginn der Pandemie waren in Kaisersbach insgesamt 21 Personen an Corona erkrankt. Kindergärten und Schulen sind geöffnet. Hier wurden seit Beginn der Pandemie keine Infektionsfälle verzeichnet. In der Grundschule findet Präsenzunterricht statt. Ausnahme ist eine Klasse, die per Fernunterricht lernt: Die Lehrkraft befindet sich als enge Kontaktperson in Quarantäne und hat keinen Stellvertreter. Bei der Kinderbetreuung werden die Gruppen weiterhin strikt getrennt. Dies gilt auch für die An- und Abreise mit dem Kindergartenbus, der für die kirchlichen Einrichtungen und das Kinderhaus jeweils eine eigene Tour fährt.

Das Rathaus ist geschlossen, aber besetzt. Bürgerinnen und Bürger sollen das Rathaus nur in dringenden Fällen aufsuchen und stattdessen, wo dies möglich ist, zum Telefon greifen oder eine E-Mail schicken: Viele Anliegen oder Anfragen werden auf elektronischem Weg bearbeitet. Handdesinfektion und das Tragen einer Maske sind für Besucher und fürs Rathaus-Team selbstverständlich. Die Öffnungszeiten der Ortsbücherei bleiben unverändert. Um die Abstandsregelungen einzuhalten, darf sich immer nur eine Familie in den Räumen aufhalten, was nach Auskunft von Katja Müller gut funktioniere.

Das Sportgelände Anwanden ist für den Spiel- und Übungsbetrieb gesperrt. Lediglich für den Schulsport oder für die Gemeinderatssitzungen steht die Gemeindehalle zur Verfügung. Geschlossen bleibt auch der Gemeindesaal im Rathaus. Bis auf die Jugendmusikschule, die ihn gemäß der Corona-Verordnung zu Übungszwecken nutzen darf, sind keine Aktivitäten möglich.

Die Spielplätze bleiben geöffnet. Für sie gelten die allgemeingültigen Regelungen der Corona-Verordnung bezüglich des Aufenthalts im öffentlichen Raum. Dasselbe am Ebnisee: Die Mund-Nasen-Bedeckung muss getragen werden, sofern der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann.

Halten sich die Menschen an die Maskenpflicht? „Die Menschen verhalten sich vorbildlich, verantwortungsvoll und kooperativ. Sie halten die Regelungen ein, sei es die Maskenpflicht, die Meldung als Reiserückkehrer oder die Quarantäne“, lobt die Bürgermeisterin.

Welche solidarischen Aktionen tun sich aktuell auf? „Der Einkaufsservice des SV Kaisersbach, der im Frühjahr entstand, steht momentan nicht zur Verfügung. Lebensmittel Grau bietet einen Lieferservice an - dies allerdings nicht erst seit Corona. Das Angebot, sich Brot und Lebensmittel in Kaisersbach liefern zu lassen, findet seit Jahren Zuspruch“, so Müller.

Kommt Bewegung ins Mobilfunknetz im Sandland und beim Breitbandausbau?

„Beim Breitbandausbau warten wir auf die finalen Förderbescheide von Bund und Land. Parallel erstellt die Telekom die detaillierten Ausbaupläne für das Mobilfunknetz. Sobald die Förderbescheide vorliegen, kann der Vertrag mit der Telekom unterschrieben werden. Wir hoffen durch eine gute Vorbereitung auf einen schnellen Umsetzungsbeginn“, so Katja Müller. Ein Anfang ist gemacht: Im Zuge einer Baumaßnahme zur Stromverkabelung wurde im Ortsteil Ebersberg im Sommer ein Leerrohrverbund verlegt und erste Infrastruktur geschaffen. Bis es auch mit dem Glasfaserausbau in der gesamten Gemeinde vorwärtsgeht und alle Weiler und Wohnplätze versorgt sind, dauere es noch, informiert Katja Müller. Die Umsetzung soll auf jeden Fall im Sandland, dem am schlechtesten versorgten Bereich im östlichen Bereich der Gemeinde, erfolgen.

Etwas Zeit wird auch im digital noch nicht flächendeckend erschlossenen Sandland verstreichen, bis hier niemand mehr im Funkloch steht. Der östliche Teil der Gemeinde sei auch hinsichtlich der Mobilfunkabdeckung der am schlechtesten versorgte Bereich. Wie Katja Müller an einem Beispiel verdeutlicht, haben D-1-Kunden etwa in Cronhütte in der Straße „Im Brunnen“ kein Netz. Sie habe in ihrem Mobiltelefon zwei SIM-Karten, eine mit D 1 und eine mit D 2. Für das D-2-Netz werde ihr eine geringe Verfügbarkeit angezeigt - „drei Balken in der Anzeige“, so Katja Müller. Die Deutsche Funkturm, eine Tochtergesellschaft der Telekom, sei auf der Suche nach je einem Standort für Schillinghof und Hundsberg sowie für Cronhütte, Strohhof und Täle. Bei Realisierung beider Standorte lasse sich über die Verbesserung des Mobilfunknetzes hinaus (mindestens über den „Drei-Balken“-Bereich hinaus) ein Zugang über LTE zum Internet schaffen.

„Das ist jedoch keine wirkliche Alternative oder gar ein Ersatz für den Glasfaserausbau“, so Katja Müller. Der Beginn des Glasfaserausbaus werde für 2021 im Sandland angestrebt. Die hügelige Topografie will es, dass für eine durchgehende Abdeckung zwei Standorte gesucht werden müssen. „Jede Erhebung schirmt den dahinterliegenden Bereich ab, dadurch können Funkwellen nirgendwo weite Strecken überwinden.“

Ein einziger Standort zusätzlich zu den bereits installierten Mobilfunkantennen reiche für eine durchgehende Abdeckung nicht aus, weil jeder Standort unterschiedliche Bereiche abdecke.

Im Zuge einer Baumaßnahme zur Stromverkabelung wurde im Ortsteil Ebersberg ein Leerrohrverbund verlegt und damit erste Infrastruktur geschaffen. Zudem wird im Suchraum Strohhof ein Standort im Bereich Cronhütte geprüft. Für den auf Alfdorfer Gemarkung liegenden Suchraum Hellershof wurde inzwischen auf einer Privatfläche ein Platz gefunden, der nach Auskunft von Bürgermeister Ronald Krötz über die erforderliche Richtfunkanbindung verfügt.

„Dies ist nötig, da die Mobilfunknetzabdeckung möglichst schnell umgesetzt werden soll und nicht der Breitbandausbau abgewartet werden soll“, so Krötz. Der künftige Mast soll demnach an der Kreisstraße 1892, kurz vor der Einmündung zur Gschwender Straße, aufgestellt werden. Das Baugesuch liege vor und kommt im nächsten Gemeinderat auf die Tagesordnung. „Es ist mir sehr wichtig, zeitnah eine Verbesserung in der Mobilfunknetzabdeckung für den Hellershof zu erreichen“, so Krötz.

Schulhaus Ebni: Förderverein in den Startlöchern

Laut Beschlusslage des Gemeinderats soll das Schulhaus Ebni auch künftig im EG für Vereinsaktivitäten genutzt werden. Im Obergeschoss ist die Schaffung von Wohnraum vorgesehen.

Das weitere Vorgehen war Thema bei mehreren Ortsterminen und Besprechungen in den letzten Wochen, unter anderem mit einem Architekten. Folgetermine sind in Planung. Im Haushalt 2021 werden Mittel für die Maßnahmen bereitgestellt.

Wurde ein Förderverein gegründet? Die Gründung eines Dorfgemeinschaftsvereines ist vorbereitet. Da eine Vereinsgründung nicht nur mit bürokratischem, sondern auch mit finanziellem Aufwand verbunden ist, warte man noch ab.

Initiiert wurde der Verein von Heiko Eberhard, Einwohner von Ebni. Er und seine Mitstreiter stehen aber „quasi in den Startlöchern, sie sind bereit zum Sprint“, so Katja Müller.

Welche Aufgaben stehen auf der Prioritäten-Liste ganz oben für 2021?

„Prio eins“ haben für Katja Müller die Erstellung des Haushaltsplanes 2021 und der Breitbandausbau als „die wichtigsten Investitionen in und für die Zukunft“. Das zentrale Thema „Wohnraum“ sowie die bauliche Entwicklung und deren Sicherung wird die Gemeinde auch in 2021 beschäftigen. Vorankommen will die Gemeinde auch bei der Wasserversorgung: Bestehende Leitungen müssen erneuert, die Löschwasserversorgung aus dem Trinkwassersystem verbessert werden.

Um künftig mehr Quellwasser für die Trinkwasserversorgung zu nutzen, stehen die Schaffung von Filteranlagen und Vorarbeiten bei der Suche nach weiteren Quellen auf der Jahresagenda. Bevor die Bagger anrollen können, seien Vorarbeiten und Planungen notwendig.

Die Gemeinde sei im Gespräch mit dem Regierungspräsidium Tübingen, das zuständig ist für die Sanierung der Landesstraßen. Vorgesehen ist nach Auskunft von Katja Müller die teilweise Sanierung der L 1120 vom Ebnisee-Kreisverkehr nach Murrhardt. „Im Sanierungsbereich liegt eine Wasserleitung der Gemeinde. Abzustimmen ist hier, inwieweit gemeinsame Tiefbauarbeiten möglich sind.“

Wie läuft die Einarbeitung mit dem neuen Kämmerer Michael Clauss?

Nach rund einem Monat, seit Michael Clauss die Amtsgeschäfte übernommen hat, läuft laut Katja Müller das „Onboarding“: Der neue Kämmerer lernt Abteilungen, Beschäftigte und Arbeitsbereiche kennen, verschafft sich einen Überblick über die laufenden und anstehenden Aufgaben, sammelt Hintergrundinformationen zu sämtlichen Belangen rund um die Gemeinde Kaisersbach. „Gerade für einen Kämmerer ist es wichtig, nicht nur die Zahlen, sondern auch die dahinterstehenden Aufgaben zu kennen“, so Katja Müller.

Michael Clauss sei bereits in einige Projekten involviert, etwa beim Schulhaus Ebni und der Wasserversorgung. Der Fokus liege klar auf der Haushaltsplanung für das Jahr 2021. Menschlich sei er - um im neudeutschen Flugvokabular zu bleiben - bereits „gelandet“: „Die Zusammenarbeit im Rathaus-Team ist gut. Ich kann schon jetzt sagen: Es passt.“

Die Welzheimer Zeitung stellte der Kaisersbacher Bürgermeisterin Katja Müller Fragen zu aktuellen Themen, auf die die Kaisersbacher Bürger noch auf Antworten warten. Wichtige Themen sind dabei die Corona-Situation in Kaisersbach, das Thema Mobilfunknetz und Breitbandausbau oder die Sanierung des Schulhauses in Ebni. Katja Müller gibt Antworten und auch Bürgermeister Ronald Krötz aus Alfdorf schaltet sich beim Thema Mobilfunknetz ein.

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