Kaisersbach

Weshalb Kaisersbachs Bushaltestellen nicht so schnell barrierefrei werden

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Barrierefreie Bushaltestellen werden für die Gemeinde Kaisersbach noch eine Herausforderung werden. © MARKUS METZGER

Gut Ding wird wohl Weile haben müssen: Der Nahverkehrsplan des Rems-Murr-Kreises sieht für die nähere Zukunft insbesondere das Erreichen von Barrierefreiheit vor, vor allem an den Haltestellen. An der Sinnhaftigkeit dieses Ziels hatte im Kaisersbacher Gemeinderat jüngst niemand Zweifel.

Die Umsetzung allerdings wird eine Herausforderung wegen der Kosten, ahnte Bürgermeisterin Katja Müller.

Doch von vorn. Wie soll sich der öffentliche Nahverkehr entwickeln? Dazu gibt der Nahverkehrsplan die Eckpunkte im Landkreis für einen Zeitraum von fünf Jahren vor. Die Gemeinde Kaisersbach war nun gefragt, zur erneuten Fortschreibung des Planwerks Stellung zu nehmen. „Nun ist der Schwerpunkt das Erreichen von Barrierefreiheit bei den Haltestellen und der Erhalt des ÖPNV-Angebots auf dem heutigen Niveau“, erklärte die Bürgermeisterin und verwies in dem Zusammenhang auch auf Mindereinnahmen durch die Corona-Pandemie.

Was sieht der Entwurf des Nahverkehrsplans für Kaisersbach vor? Die Teilorte Cronhütte und Ebni sollen mit einem Mindestangebot von vier Fahrtenpaaren von Montag bis Freitag angefahren werden. Dieses sogenannte „Basisangebot“ soll durch den Schülerverkehr ergänzt werden. „Das ist keine Änderung gegenüber dem jetzigen Nahverkehrsplan“, bilanzierte Katja Müller.

Welzheimer Wald mit mehr Fahrten an S-Bahn in Schorndorf anbinden

Verbesserungen sind von der Linie 263 (Althütte)-Kaisersbach-Welzheim-Schorndorf zu erwarten. Sie soll zukünftig den Welzheimer Wald mit mehr Fahrten an die S-Bahn in Schorndorf anbinden, informiert die Gemeindeverwaltung in den Sitzungsunterlagen für die Räte.

Die Linie 330 mit der Route Kaisersbach-Althütte-Rudersberg-Berglen-Winnenden bietet die Verbindungen zum Wiesel in Rudersberg, zur S-Bahn in Winnenden sowie zum Klinikum. „Das wird sehr gut angenommen.“

Wenige Verbindungen ins Murrtal, wenig Anbindung an die Murrbahn

Im Entwurf eines Schreibens an den Landkreis zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans merkt die Bürgermeisterin außerdem an: „Verbindungen ins Murrtal und eine Anbindung an die Murrbahn sind leider nach wie vor nur in geringem Umfang vorhanden. Hier könnte durch einen Ausbau der Verbindungen eine Steigerung der Nutzerzahl erreicht werden.“ So weit die geplanten Busverbindungen von und nach Kaisersbach.

Das Erreichen von Barrierefreiheit für die Bushaltestellen sei, so Katja Müller, für den Landkreis und „für uns als Gemeinde eine Herausforderung, vor allem finanzieller Art“.

Genug Rangierfläche für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen

Eigentlich sollte das große Ziel der vollständigen Barrierefreiheit bis Anfang 2022 erreicht werden, so fordert es das Personenbeförderungsgesetz. Dabei geht es auch um den Linienbusverkehr samt Fahrzeugen und Haltestellen. Nötig ist für Letztere eine Bordsteinhöhe von mindestens 18 Zentimetern, ein stufenloser, barrierefreier Zugang von Wegen der Umgebung zum Aufstellbereich, es muss genügend Rangierfläche für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen vorhanden sein, ebenso wie Leitstreifen und Bodenelemente, die blinden und sehbehinderten Menschen die Einstiegsführung erleichtern.

37 Bushaltestellen gibt es im Gemeindegebiet

Die Gemeinde, so Katja Müller, werde die Haltestellen „nach und nach, wie es die finanziellen Mittel zulassen, umbauen müssen“. 37 Bushaltestellen gibt es im Gemeindegebiet von Kaisersbach, nicht für alle ist allerdings die Gemeinde verantwortlich. Außerorts etwa ist teils das Land, teils der Landkreis zuständig.

Die Ausgangsbedingungen vor Ort können sehr unterschiedlich sein, etwa, dass gar kein Gehweg an eine Bushaltestelle führt. In dem Entwurf des Schreibens an den Landkreis zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans merkt die Bürgermeisterin dazu an: „Viele der Haltestellen im Gemeindegebiet befinden sich auf freier Strecke, ohne Zuwegung über einen Geh- oder Radweg. Aber auch die Umgestaltung der innerörtlichen Haltestellen stellt in den meisten Fällen ein Einzelprojekt dar, dessen Finanzierung die Gemeindefinanzen trotz Zuschussmöglichkeiten stark belastet. Die angestrebte Barrierefreiheit wird nur sukzessive, im Rahmen unserer überaus bescheidenen Mittel, umzusetzen sein.“

Gemeinderat muss die Prioritäten setzen

„Was hat Priorität?“, erkundigte sich Gemeinderat Hans Schwenger: der Tritt vom Omnibus auf die Straße oder die am meisten frequentierte Haltestelle? „Der Gemeinderat muss die Prioritäten setzen“, so Katja Müller.

Hans Schwenger empfahl der Verwaltung, sich mit der Straßenbaubehörde und der Straßenmeisterei abzustimmen, um bei möglichen Straßensanierungen die Umbauarbeiten der Bushaltestellen mit zu fördern, etwa bei den Bordsteinen.

Der Gemeinderat erklärte sich abschließend mit dem Entwurf des Schreibens der Verwaltung als Stellungnahme zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans einverstanden.

Gut Ding wird wohl Weile haben müssen: Der Nahverkehrsplan des Rems-Murr-Kreises sieht für die nähere Zukunft insbesondere das Erreichen von Barrierefreiheit vor, vor allem an den Haltestellen. An der Sinnhaftigkeit dieses Ziels hatte im Kaisersbacher Gemeinderat jüngst niemand Zweifel.

Die Umsetzung allerdings wird eine Herausforderung wegen der Kosten, ahnte Bürgermeisterin Katja Müller.

Doch von vorn. Wie soll sich der öffentliche Nahverkehr entwickeln? Dazu gibt der

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