Kernen

Adventsessen vom "Mittagstisch für alle": In Kernen ist das Angebot am größten

Mittagstisch
Landrat Richard Sigel (Zweiter von links) und Bürgermeister Benedikt Paulowitsch (Dritter von rechts) beim gemeinsamen Essen mit dem Mittagstisch-Vorstand. © ZVW/Benjamin Büttner

Stimmengewirr erfüllt den Saal des evangelischen Gemeindehauses in Rommelshausen, mehr als 100 Gäste haben sich hier zusammengefunden, um gemeinsam zu speisen und zu singen. Das diesjährige Adventsessen des Mittagstischs für alle ist nicht nur eine Möglichkeit, in weihnachtlicher Stimmung zusammenzusitzen, sondern auch ein Anlass, denen zu danken, die das wöchentliche Angebot ermöglichen.

Dabei gehe es nämlich um weit mehr als eine kostengünstige Mahlzeit: Für viele, gerade ältere Menschen, stehe der Austausch im Mittelpunkt, weiß Ingrid Möhrle, die im Vorstand des Mittagstisches sitzt. Auch Bürgermeister Benedikt Paulowitsch und Landrat Richard Sigel würdigten das Engagement der Beteiligten.

Besucherzahlen steigen wieder

„Schön, dass alle den Weg hierher gefunden haben“, eröffnet der Vorsitzende Pfarrer Michael Maisenbacher das Event. Seit einer Weile könne der Mittagstisch wieder veranstaltet werden, ein „Hauch von Normalität“ ist zurückgekehrt. Das zeigt sich auch in den Besucherzahlen: Das Team von der Erlacher Höhe hat für dieses Adventsfest 122 Portionen Gulasch mit Spätzle vorbereitet. Kaffee und Kuchen gibt es im Anschluss ebenfalls – Landrat Sigel hat eigens dafür zwei Hefezöpfe mitgebracht.

Auch er zeigt sich von dem Aufgebot begeistert. Der Mittagstisch für alle fördere die Nähe zueinander und sei auch aufgrund des Beratungsangebotes eine wichtige Anlaufstelle. Jedes Treffen wird von einer Sozialpädagogin begleitet, die sich der Themen der Gäste annimmt, bei Problemen Hilfe anbietet und vermittelt. Wer das Angebot beansprucht, suche oft Nähe, das günstige Essen werde gar nicht von allen angenommen, so Pfarrer Maisenbacher. Seiner Beobachtung nach würde nur ein Drittel der Gäste den ermäßigten Preis von 2,50 Euro zahlen, die meisten zahlten die vollen 6,50 Euro.

Mittagstisch erholt sich vom Corona-Tief

Die Anzahl der Besucher ist aber nicht nur an diesem Adventsessen ein Erfolg, der Mittagstisch habe sich generell vom Corona-Tief erholt, sagt Ingrid Möhrle. Anfangs, als das Angebot wieder aufgenommen wurde, seien die Zahlen um einiges geringer gewesen. Mittlerweile würden für den Mittagstisch, der jeden Donnerstag um 12 Uhr in der Friedenskirche stattfindet, zwischen 40 und 50 Portionen bei der Erlacher Höhe bestellt.

Zwar waren es vor der Pandemie schon mal bis zu 70, doch auch mit den aktuellen Zahlen sei das Angebot in Rommelshausen das größte unter den teilnehmenden Kirchen. Was Pfarrer Maisenbacher jedoch fehlt, ist der Kontakt nach Stetten. Von dort würden nämlich nur wenige nach Rommelshausen kommen, er denkt, dass das an der Busverbindung liegt, die nicht jeder zahlen kann oder möchte. Bürgermeister Paulowitsch betont, dass die Trennung zwischen Stetten und Rommelshausen prinzipiell durchbrochen werden müsse: „Kernen ist eins.“

Die Gemeinschaft steht im Mittelpunkt

Ein Projekt wie den Mittagstisch aufrechtzuerhalten, sei nur möglich, weil zahlreiche Spender immer wieder monetäre Mittel aufbringen, um die Veranstalter zu unterstützen, so Pfarrer Maisenbacher. Diesen Spendern und allen Ehrenamtlichen wurde beim Adventsnachmittag im Gemeindehaus besonders gedankt.

Die Kraft des Ehrenamtes betonte auch Bürgermeister Paulowitsch. Die hohe Beteiligung Ehrenamtlicher am Projekt „Mittagstisch“ verdeutliche, dass das Anbieten freiwilliger Unterstützung ein wichtiges Format der Zukunft sei – denn es werde immer weniger Hauptamtliche geben. „Das hier ist, worauf es ankommt.“ Der erfolgreiche Mittagstisch sei ein „Leuchtturm für Kernen und den Landkreis“.

Stimmengewirr erfüllt den Saal des evangelischen Gemeindehauses in Rommelshausen, mehr als 100 Gäste haben sich hier zusammengefunden, um gemeinsam zu speisen und zu singen. Das diesjährige Adventsessen des Mittagstischs für alle ist nicht nur eine Möglichkeit, in weihnachtlicher Stimmung zusammenzusitzen, sondern auch ein Anlass, denen zu danken, die das wöchentliche Angebot ermöglichen.

Dabei gehe es nämlich um weit mehr als eine kostengünstige Mahlzeit: Für viele, gerade ältere

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