Kernen

Als Nachfolgerin von Ebbe Kögel zieht Corinna Konzmann in den Kernener Gemeinderat ein: Wofür steht die 34-Jährige?

Corinna Konzmann
Seit vergangenen Donnerstag hat der Kernener Gemeinderat eine neue Rätin: Corinna Konzmann aus Stetten. © Gabriel Habermann

„Politik betrifft uns alle, in allem, was wir tun“, sagt Corinna Konzmann. Die 34-jährige Betriebswirtin ist als Nachfolgerin Ebbe Kögels in den Kernener Gemeinderat eingetreten. „Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich die Bürger in die Politik einbringen sollten – vor allen Dingen, sich einbringen dürfen“, sagt die neue Gemeinderätin des Parteifreien Bündnisses (PFB). Politische Entscheidungen würden leichter akzeptiert, wenn sich die Vielseitigkeit der Gesellschaft in der Politik widerspiegelt, meint sie. „Es hat jeder eine Erfahrung, die er einbringen kann, jeder hat einen anderen Blickwinkel“, sagt sie. „Kandidiert habe ich für das PFB, weil mich fasziniert hat, wie viel einzelne Menschen mit viel Engagement tatsächlich bewirken können.“

In Stetten geboren und aufgewachsen

Corinna Konzmann ist in Stetten geboren und aufgewachsen – so wie ihr Ehemann. „Deshalb hat es uns auch nicht rausgezogen aus dem Ort“, sagt sie. Hinzu kämen die tolle Lage und die Nähe nach Esslingen und Stuttgart. „Ich finde es hier sehr schön, weil man auch sehr ländlich wohnt“, sagt sie. Und, „weil Stetten noch einen Dorfcharakter hat“.

Seit 2004 engagiert sich Konzmann ehrenamtlich als Jugendleiterin beim Musikverein Stetten und spielt seit mehr als 20 Jahren Klarinette und Saxofon.

Interesse für Politik war schon nach dem Abitur da

Nicht nur Musik interessiert sie. Ein gewisses Interesse an Politik hegte die Betriebswirtin schon nach der Schule. Nach dem Abitur fing sie an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg an, Mathematik, Wirtschaftswissenschaft und Politikwissenschaft auf Lehramt zu studieren. Doch nach drei Semestern hörte sie auf. Weil in der Zeit viele Lehrer nach dem Studium keine Arbeit gefunden hätten, wie sie sagt. Sie wollte nach ihrem Abschluss nicht mit leeren Händen dastehen.

So entschied sich Corinna Konzmann zunächst für eine Ausbildung. „Ich wollte die Ausbildung als zweites Standbein einschieben“, sagt sie. Die Lehre fing sie bei der Landesbank Baden-Württemberg an. Nachdem sie ein Stipendium erhielt, bildete sie sich intern weiter und wurde Betriebswirtin. Und als ihr im Anschluss eine Stelle angeboten wurde, nahm sie diese an.

Von Stetten nach Feuerbach - mit dem Pedelec

Derzeit befindet sich die Mutter von zwei Kindern, die fünf und eineinhalb Jahre alt sind, im Erziehungsurlaub. Doch zwischen der Geburt des ersten und des zweiten Sohnes sei sie häufig mit dem Pedelec von Stetten nach Feuerbach zur Arbeit gependelt. Und zwar an drei Tagen in der Woche, 17 Kilometer hin und 17 Kilometer wieder zurück. „4500 Kilometer habe ich zurückgelegt“, sagt sie. „Ich war tendenziell schneller als mit dem Auto unterwegs, war draußen in der frischen Luft und habe mich bewegt. Es war deutlich interessanter und umweltfreundlicher als mit dem Auto.“

Benachteiligte Menschen in der Gesellschaft nicht aus dem Blick verlieren

Nicht nur aus diesem Grund interessiert sich Konzmann für das Thema Mobilität. „Das Fahrrad dürfen wir als Verkehrsmittel nicht aus den Augen verlieren“, sagt sie. Und man müsse es auch für andere Menschen interessanter machen, beispielsweise indem man den Radverkehr optimiere. Der Stettenerin ist darüber hinaus ebenfalls wichtig, „dass wir die benachteiligten Menschen in unserer Gesellschaft nicht aus dem Blick verlieren.“

Als Beispiel nennt Konzmann Flüchtlingskinder, Menschen mit Behinderung oder einkommensschwache Menschen. Damit insbesondere Kinder, die in sozial schwachen Familien aufwachsen, nicht benachteiligt werden, sollte es aus ihrer Sicht in der Gemeinde für diese Kinder mehr Möglichkeiten geben.

Ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit

Apropos Familie: Als Mutter von zwei Kindern weiß sie, wie viele Windeln aus Kunststoff sich anhäufen, wie teuer und umweltbelastend das Ganze wird. So hat sie Landrat Richard Sigel vorgeschlagen, ein ähnliches Förderprogramm wie in Tübingen aufzulegen: Ein Windelprojekt bezuschusst Familien einmalig mit einer Summe von 30 Euro und erklärt den Elternteilen, wie Stoffwindeln funktionieren. Auch bei ihren beiden Kindern habe Corinna Konzmann Stoffwindeln angewendet. „Aus meiner Sicht ist das ein großer Hebel zur Müllvermeidung und ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit.“

„Ich freue mich jetzt schon, mitmachen zu können“

Dass sie sich als Rätin noch mit mehr Themen als Mobilität und Umwelt beschäftigen muss, das ist ihr klar – und sie sei gewappnet, sagt sie. „Ich freue mich jetzt schon, mitmachen zu können. Es gibt viele interessante Geschichten, die das PFB voranbringen möchte.“ Und wenn sie mal Hilfe braucht, dann weiß sie auch, wer ihr Ansprechpartner ist: „Ebbe hat mir versprochen, dass er sich nach wie vor einbringt.“

„Politik betrifft uns alle, in allem, was wir tun“, sagt Corinna Konzmann. Die 34-jährige Betriebswirtin ist als Nachfolgerin Ebbe Kögels in den Kernener Gemeinderat eingetreten. „Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich die Bürger in die Politik einbringen sollten – vor allen Dingen, sich einbringen dürfen“, sagt die neue Gemeinderätin des Parteifreien Bündnisses (PFB). Politische Entscheidungen würden leichter akzeptiert, wenn sich die Vielseitigkeit der Gesellschaft in der Politik

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