Kernen

Bürgerinitiative demonstriert für sicheren Schulweg

Fahrrad-Demo in Kernen_0
Tanya Kasa (orange Weste) ist die Initiatorin der Bürgerinitiative „Sicherer Schulweg“, die sich für eine Ampel an der Landesstraße einsetzt. © Mara Brunner

Kernen/Weinstadt. Um ihren Forderungen noch einmal Nachdruck zu verleihen, haben sich am Samstagmorgen zahlreiche Unterstützer der Initiative „Sicherer Schulweg L 1201“ an dem Überweg über die Landesstraße von Strümpfelbach nach Endersbach getroffen. Auf Höhe des Mühlkanals demonstrierten sie für eine Ampel, um den Rad-Schulweg von Kindern aus Stetten nach Weinstadt sicherer zu machen.

„Ich hoffe, dass die heutige Aktion noch einmal deutlich macht, wie ernst es uns mit unserer Forderung ist“, sagte Tanya Kasa am Samstagmorgen, kurz vor dem Start der Demonstration. Sie war es, die im Frühjahr 2018 erstmals eine Ampel gefordert hatte.

„Diese Querung war mir schon lang ein Dorn im Auge. Wenn wir gemeinsam mit der Familie Fahrradtouren gemacht haben und hier vorbeimussten, war das mit zwei kleinen Kindern immer purer Stress für uns. Die Autos fahren hier einfach viel zu schnell. Da mein Sohn mittlerweile das Schulzentrum in Benzach besucht und dort jeden Tag mit dem Fahrrad hinfährt, ist mir die Ampel ein sehr großes Anliegen“, sagt die Stettenerin.

Vor allem besorgte Eltern waren unter den Demonstranten

Dass Tanya Kasa mit dieser Forderung nicht allein ist, zeigt sich an ihren zahlreichen Unterstützern.

Etwa 70 Anhänger der Initiative, vorwiegend aus Stetten, erschienen am Samstagmorgen zur Demonstration. Darunter waren vor allem besorgte Eltern, deren Kinder bereits das Schulzentrum in Benzach besuchen oder im nächsten Jahr besuchen werden. Die Gruppe machte sich, ausgerüstet mit Plakaten, auf denen es hieß „Ampel statt Angst“ und „Sicherheit beim Queren“, vom Parkplatz der Seemühle auf den Weg zur Straße, die sie zweimal überquerte. Zwei Polizisten gewährten die Sicherheit der Demonstrierenden und hielten die Autos an, während die Teilnehmer die Straße querten.

Trillerpfeifen, Rasseln und zornige Autofahrer

Selbstverständlich ist, dass das vielen Autofahrern, die wegen der Demonstration warten mussten, sauer aufstieß. Irritieren ließ sich davon aber keiner aus der Initiative, ganz im Gegenteil: Die Stettener überquerten die Straße absichtlich etwas langsamer, um deutlich zu machen, wie ernst es ihnen mit ihrer Forderung ist, und machten zusätzlich ordentlich Lärm mit Trillerpfeifen und Rasseln.

Nach der Aktion machte sich die Gruppe auf den Weg zurück zum Parkplatz der Seemühle, wo Tanya Kasa sich noch einmal für das zahlreiche Erscheinen bedankte: „Ich bin wirklich überwältigt, wie viele Menschen heute erschienen sind. Gemeinsam können wir etwas bewegen, da bin ich mir sicher. Ich bin zuversichtlich, dass die Ampel bald genehmigt wird“.

Offenes Schreiben an das Regierungspräsidium in Stuttgart

Vorausgegangen war der Aktion ein Lokaltermin mit Vertretern des Regierungspräsidiums, des Landratsamtes, des Ordnungsamtes Weinstadt im vergangenen Jahr. Ein erster Erfolg waren die darauffolgende Verlängerung der Tempo-50-Zone vor und hinter dem Überweg und das Aufbringen von Fahrrad-Piktogrammen.

Diese Maßnahmen hielt die Bürgerinitiative allerdings immer noch für unzureichend. Sie verfasste ein offenes Schreiben, das unter anderem an das Regierungspräsidium in Stuttgart, das Landratsamt in Waiblingen und die Gemeindeverwaltungen und Ratsgremien von Weinstadt und Kernen ging.

Da der Forderung der Bürgerinitiative daraufhin immer noch nicht nachgegangen wurde, entschloss sich Kasa, weitere Maßnahmen zu ergreifen – so kam es zur Demonstration.