Kernen

Beim Alexander-Stift gibt es jetzt eine Ausbildung ohne Schulabschluss

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Auch Grundlagen der Anatomie stehen auf dem Stundenplan. © THOMAS WAGNER

Das Alexander-Stift hat sein Ausbildungsangebot erweitert: In den Seniorenzentren und Gemeindepflegehäusern wird jetzt auch die Ausbildung zum Alltagsbetreuer angeboten. Das hat die Diakonie Stetten bekanntgegeben. Zum ersten September beginnen demnach zwei neue Auszubildende im Alexander-Stift an den Standorten Zaberfeld und Korb ihre Ausbildung zum Alltagsbetreuer.

Zwei Jahre lang lernen dabei die Auszubildenden, worauf es bei der Betreuung und Alltagsunterstützung von Senioren ankommt und welche pflegefachlichen Aspekte dabei relevant sind. Für den Start der Ausbildung ist kein Schulabschluss nötig. Durch den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung können die Absolventen den Hauptschulabschluss beziehungsweise einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss erwerben.

Perspektiven schaffen für Menschen ohne Abschluss

„Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeiter langfristig von der Ausbildung bis hin zu weiteren beruflichen Stationen zu begleiten. Wir sehen es als unseren diakonischen Auftrag, Modelle zu entwickeln, die für junge Menschen mit niedrigem oder gar keinem Schulabschluss Perspektiven schaffen. Wir wollen ihnen berufliche Chancen mit Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen ermöglichen“, erklärt Anja Holzmüller, Teamleiterin Qualifizierungs- und Ausbildungsmanagement.

Mit dem Neueinstieg zur Ausbildung als Servicehelfer für Hauptschulabsolventen hatte das Alexander-Stift vergangenes Jahr dafür bereits den Grundstein gelegt. Die neue Ausbildung zum Alltagsbetreuer knüpft daran an. Sie biete Menschen, die auf dem normalen Arbeitsmarkt vor einem schwierigen Einstieg stehen, eine Perspektive, so die Diakonie. Gleichzeitig biete sie mit Hilfe von gezielten Weiterbildungen auch Aufstiegsmöglichkeiten für die Absolventen. Bei der Pflegeausbildung setzt das Alexander-Stift zunehmend auf seine sogenannten Ausbildungshäuser Kompetenzzentrum Praxis (KoPra).

Die Pilotphase des ersten Ausbildungshauses am Standort Ludwigsburg-Eglosheim sei erfolgreich verlaufen. Drei weitere Ausbildungshäuser seien bereits geplant. Im Gemeindepflegehaus Weissach startete das Team demnach im April mit der Implementierung des Konzeptes. Im Otto-Mühlschlegel-Haus in Weinstadt-Endersbach und im Seniorenzentrum Lorch soll die Umsetzung des Ausbildungshauses im Oktober beginnen.

Vom ersten Tag an praxisorientiert

In den Ausbildungshäusern geht es laut Alexander-Stift darum, Auszubildende vom ersten Tag handlungsorientiert anzuleiten und auf verschiedenste Situationen im Pflegealltag vorzubereiten. Damit reagiere das Alexander-Stift auf die veränderten Versorgungsbedarfe und die Inhalte der neuen generalistischen Ausbildung.

„Auszubildende müssen schon in ihrer Ausbildung lernen, in allen pflegerelevanten Handlungsfeldern tätig zu werden und übergreifende wissenschaftlich fundierte Pflegekonzepte professionell umzusetzen“, erklärt Anja Holzmüller, Teamleitung Qualifizierungs- und Ausbildungsmanagement im Alexander-Stift.

Beim Unterricht im Ausbildungshaus sollen die Azubis auf den Umgang mit den Bewohnern vorbereitet werden. Zum Pflegealltag gehören auch Situationen wie Arztvisiten oder Abstimmungen mit Krankenhäusern und Apotheken. Hier komme es auch darauf an, das richtige Auftreten und eine klare Argumentation zu vermitteln. „Wir möchten unseren Auszubildenden einfach Sicherheit geben. Damit sie später gestärkt in den Berufsalltag starten können.“

Dass diese neue Form der Ausbildung auch bei den Nachwuchskräften gut ankomme, zeige die durchweg positive Resonanz der Auszubildenden und die steigende Anzahl von Bewerbungen.